Antrag auf Dienstpedelecs: Teil 4: Offene Scheunentore

visitenkarten

Reiche Ernte – es gab nach der Vereinbarung des Expertengesprächs noch ein anderes Gespräch zum gleichen Themenfeld – auf ein Bier – äh, Kölsch

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Verborgen vor Blicken und Zugriffen anderer, befinden sich mehrere private Pedelecs hinter verschlossenen Türen im Inneren der Uni – ein paar Standorte sind mir bekannt

Ich will Pedelecs im Fuhrpark der Bergischen Universität Wuppertals sehen. Verfügbar für alle Angestellten – vor allem für die, die von Außen mit dem ÖPNV einpendeln und fahrradaffin genug sind, auch in Wuppertal zwischen den Standorten mit dem Rad zu pendeln. Also bereite ich einen Antrag vor – und weil ich diesmal nicht auf die Mitarbeitermobilität ziele, sondern auf den Fuhrpark der Uni,  bereite ich das sorgfältig vor – und für die Abläufe innerhalb dieser Institution auf.
Auf meine Frage, ob der als ein Teil des Transformationstandem – betriebliches Mobilitätsmanagement vortragende Herr Reutter vielleicht dazu ein Grußwort schreiben wollte, entgegenete er mir in der Diskussionsrunde: „Aber Herr Greiling, Sie laufen hier offene Scheunentore ein!“

Das ProjektBetriebliches Mobilitätsmanagement ausweiten: Neue Potenziale für Betriebliches Mobilitätsmanagement in Quartieren, Städten und Regionen – untersucht für die Modellregion Bergisches Städtedreieck: Remscheid-Solingen-Wuppertal“ – macht die Bergische Universität Wuppertals zu einer Modell-Hochschule, an diese neuen Potenziale erschlossen werden sollen.

Auch diesmal bin ich gerne als wieder als „Experte“ dabei. Am Größsten fände ich es natürlich, wenn die Bergziege Blaupause für das angeschaffte Modell eines – wie auch immer gearteten – Pedelec-Verleihs wäre …

 

Blog-Finanzierung 2

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BIldquellenverzeichnis: Seiten 424/ 425; ISBN: 978-3-507-86891-5

Der Bildagentur des Verlags in besserer Auflösung und mit Erlaubnis der Veröffentlichung zugeschickt.

Einfach mal eine Google-Bildersuche angeschmissen und nach „Bremspur Fahrrad“ gesucht – tada, da gibt es nicht viel. Wird aber auch nicht häufig gesucht 🙂

Irgendwo auf Seite 125 findet sich im Bereich „Energieerhaltung bei Reibung“ das Bild vom 25. März 2014.

Ob ich das vielleicht noch in einer besseren Auflösung hätte – es soll für ein Schulbuch verwendet werden – und ob ich dann doch die Freigabe für die Verwendung in einem kommerziellen Produkt geben könnte. Die Bilder dieses Blogs sind im Internet und mit der Verwendung im nicht kommerziellen Zusammenhang freigegeben – zum Beispiel für so etwas.

Ich hätte ja auch noch was für die  Wärmebildern unterhalb meiner Bremsspur gehabt – vielleicht den Seitenläufer?

Entdeckt zu werden und dafür ein Belegexemplar und obendrein Geld (einmalig 0,2 ct pro Exemplar) zu bekommen ist
kom­mod.

Der Eigensinn einer Stadt

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Inzwischen habe ich den Menschen kennengelernt, der hier sein Rad immer abstellt. Das 3-Gang-Rad gehört einer Frau, die regelmäßig mit der S-Bahn nach Essen pendelt und in der Siedlung an der Waldkampfbahn wohnt.

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„Ach, Waldkampfbahn – das ist doch für Wuppertal nur ein Hügel – das mach ich mit meinem 3-Gang-Rad.“
Erlanger steigen bei so etwas ab und schieben.

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Der Weg über die Holthauser Heide ist jetzt wunderbar schlaglochfrei – das neue Solarpanel an dem neuen grünen Kasten dort nicht.

Der Eigensinn einer Stadt – ein faszinierender Begriff – Stadt entsteht durch Interaktion von Menschen – Menschen schaffen sich ihren Lebensraum. Und dieser Eigensinn wird tradiert – so Lietzmann auf der Veranstaltung Transformationstandem. Und ich dachte an die Leute, die in Wuppertal in ihrer Facebook-Echokammer sitzen und nicht verstehen, dass die Rezepte, die sie mit dem Rest der Welt austauschen, hier nicht funktionieren.

Eine gute Geschichte muss erzählt werden. Eine Geschichte, die authentisch ist, die mitreißend ist, die nicht bevormundend daher kommt. Ein Geschichte, die die Utopie nahe bringen kann, ohne aufdringlich zu wirken. Eine Geschichte, in der die Protagonisten nicht Forderungen stellen, mit denen sie andere zu Vorleistungen drängen wollen. Eine Geschichte, in der der lokale Bezug hergestellt ist, in der sich die Zuhörenden wiederfinden können.

Sicherlich ist der Ausbau einer Infrastruktur, die Mobilität jenseits des Autos in Wuppertal ermöglicht, wünschenswert. Aber was ist realistisch? Braucht es in nächsten Schritt nach der Eröffnung der Nordbahntrasse eine weitere Ost-West-Verbindung auf Umweltspuren auf der Hauptverkehrsader im Tal, der Bundesstraße 7? Läßt sich das realistisch einfordern, wenn ich als Radfahrender morgens auf 15 Kilometern Fahrt 7 Fahrräder und 2.053 Autos sehe?

Davon jeweils nur ein Bruchteil in Bewegung. Die Stadt ist voll von Autos. Warum? Weil es bequem ist und weil es alle machen. Und weil die Karre knietief im Dreck steht. Supermärkte bauen neue Niederlassungen nur noch mit großem Parkplatz und ziehen sich ansonsten aus den ehemaligen Einkaufsstraßen zurück – sorry, aber der Einwand, dass Fahrradfahrende ja mehr Umsatz brächten als Autolenkende, kann in den Außenbezirken nur wie Hohn wirken. Wer einmal im Auto sitzt, dem ist es egal, ob der Laden 5km oder 7km entfernt ist. Hauptsache, der Parkplatz davor ist groß genug, dass auf jeden Fall ein Platz zum Abstellen des Autos davor gefunden werden kann.

Hat jemand schon nachvollzogen, ob wirklich 10 Fahrräder Platz auf der Fläche von einem PKW abgestellt werden können? Ich sage, dass das eine hakelige Sache ist. Aber es klingt gut, und ist schnell retweeted – wobei ich bei meiner nächsten Windmühle bin, gegen die ich kämpfe: einmal bitte Transferleistung erbringen! Volksentscheid Rad – ja, super – in Berlin. Da stehen die Häuser wirklich so weit auseinander, dass die Forderung nach 2m Ein-Richtungs-Radweg jetzt nicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt  – äh – wo lebe ich? In einem schmalen Flusstal namens Wuppertal? Und die Straßen sind nicht nur schmal, sondern weisen auch ein Gefälle auf? Und 60% der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt und nicht 30% wie in Berlin? Verdammt: Autos prägen diese Stadt, die Straßen, die Freiräume, die Menschen.

Ein Wiener Besucher der Veranstaltung „Bürgerbeteiligung für eine zukunftsfähige Mobilitätskultur in Wuppertal“ brachte es auf den Punkt: Im Gegensatz zu Wien ist die Aufenthaltsqualität auf Wuppertaler Straßen im eigenen Auto am höchsten.

Die Frage, die offenblieb war: Wollen Wuppertaler eine Verkehrswende haben?

Elektrisch unterstützt macht es auf jeden Fall mir mehr Spaß Fahrrad zu fahren, als wenn ich auf den Zusatzantrieb verzichte. Aber auch das Puritanische, Calvinistische gehört zum Eigensinn dieser Stadt.

Rolltreppe

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Kleines Kuli-Scribble auf Papier

Pedelec zu fahren ist wie die Benutzung einer Rolltreppe.

Ich trage auch Helm und kleide mich in leuchtenden Farben. Das sind für manche auf der Treppe gleich drei No-Gos auf einmal.

Ich würde kommunizieren, dass Radfahren gefährlich sei, wenn ich Helm trage, und noch schlimmer: wenn ich Neonfarben und Reflektoren trüge. – Dadurch würde ich andere vom Fahrradfahren abhalten.

Das nenne ich mal negatives Denken. Anstatt anschaulich zu erzählen, welche Vorteile Radfahren hat, müssen andere Schuld sein, dass so wenige das Rad dem Auto vorziehen.

btw: Ich laufe auf der Rolltreppe.

 

Fahrradständer am Bahnhof Zoo

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5 Moppeds stehen an einem P+R-Parkplatz in Wuppertal in einem Fahrradständer – kein einziges Fahrrad

Als ich es das erste Mal gesehen habe, habe ich es getwittert. Dann habe ich nachvollzogen, dass der Ständer nicht mehr in der Laufweite von Fahrradnutzenden ist. Der Zugang zum Gleis ist etwa 200m horizontal und 12m vertikal entfernt.

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Eingang zum Haltpunkt Wuppertal – Zoologischer Garten

Es gibt auch einen Fahrradständer direkt vor dem Bahnsteig am Wuppertaler Zoo. Dieser nähere Fahrradständer ist allerdings auch nicht in Benutzung (Stand: heute – werktags, Sonnenschein – 9:10) .

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Fahrräder, die sich alle ähneln, sind seitwärts an einem Zaun angeschlossen

Das ist nicht in Wuppertal, das ist in der Nachbarstadt Mettmann. Die Radabstellmöglichkeiten an einer Realschule scheinen auch nicht so grandios zu sein. Aber immerhin wird deutlich mehr Rad gefahren, vielleicht weil:  Was aber natürlich auch z.T. topographisch bedingt ist. Dass die Topografie hier in der Gegend durchaus eine Rolle spielt, meine ich daran erkennen zu können, dass die angeschlossenen Räder alle sogenannte „Mountain-Bikes“ sind – es könnte sich hier um die einzig taugliche Fahrradform ohne elektrische Unterstützung handeln.

Projekt Bergziege: AVG 25,4 km/h

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Morgens, nachdem ich die Kinder zum Kindergarten gebracht habe und dann auf der Arbeit angekommen bin

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Abends auf dem Rückweg – nach 10 km wie im Text – ich hatte erst den Beitrag geschrieben – dann fotografiert – auf dieser Fahrt habe ich es aber auch drauf angelegt :-)

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Schneller rollt das auf den dicken Reifen nicht. – Irgendwer hat mich mal „Heizer“ genannt – es geht halt bergab – was kann da schöner sein?

„Oops“ – dachte ich, als ich das erste Mal, nachdem ich die Bedienungsanleitung noch einmal gelesen hatte, auf den Menüpunkt Durchschnittsgeschwindigkeit geschaut hatte. Die Bergziege hat mit dem jetzigen Display über 1.000 km abgespult und da ich mich nur wenig für Fahrdaten interessiere, hatte ich vorher den Wert Durchschnittsgeschwindigkeit noch nicht abgerufen.

25,4 km/h – das ist nach 10km Wuppertal fett. Vor allem für ein Rad, bei dem der Motor baulich bedingt nur bis 23,5 km/h unterstützt. Das aber stumpf an jedem Berg. Das bedeutet, dass mein Konzept aufgegangen ist – primär mehr Durchzug von unten und die Endgeschwindigkeit ist dann sekundär. Da ich seit der Montage der Magura-Bremsen völlig angstfrei die Berge runterfahre und dabei dann sogar 56 km/h angezeigt bekomme (mehr ist bei der Reifendicke kaum drin*) und auch bergauf anscheinend nicht wirklich langsamer als die baulich bedingte Endgeschwindigkeit fahre – bekomme ich diesen erstaunlichen Wert auf dem Weg von der Arbeit nach Hause hin. Würde ich mehr in der Ebene fahren, könnte ich sagen – gut, lohnt nicht – aber bei dem ständigen bergauf und bergab hier in Wuppertal lohnt sich das Konzept schon. 

10 km ist natürlich nur die Strecke bis zu meinem Anhänger, den ich auf dem Weg zur Arbeit einfach mal abkoppele und ohne ihn weiterfahre – die restlichen 5 km fahre ich dann etwas langsamer – sodass ich für die gesamte Strecke bei 24,8 km/h liege.

 

*Eines finde ich noch bedenkenswert: das Display zeigte mal 27km/h und auf dem gut ablesbaren Tacho eines Renaults vor mir stand, während ich hinter ihm herfuhr, 30 km/h. Mmh. Der Wert, den für den Radumfang ich im Display einstellen kann, ist 26″ – meine 26″-Bereifung ist aber nicht 30-559 sondern 58-559 – das kommt hin. Das heißt im Umkehrschluss, dass ich noch weiter und noch schneller fahre, als ich angezeigt bekomme…