Wuppertaler Schleichwege 4.1: Vom Ölberg zur Uni

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Schleichweg 4 - (Ölberg - Uni)
Schleichweg 4.1 - (Ölberg - Uni) autofreiere Variante
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Schranken vor dem Parkplatz bei der historischen Stadthalle

Schwerer als 3,5t ist kein Radfahrer – und so breit, dass nicht zwischen Pfahl und Schranke nicht doch Platz wäre – auch nicht

Fußgängerfurt an der "Historischen" Stadthalle Wuppertal

Einfach mal warten.
Und warten.
Und warten

 

Mann kriecht in Fahrerfussraum

Ein intimer, fast schon sakraler Moment – oder was sucht der da?

Hauswand mit Flamingo-Wandbild

… nicht gesucht, aber gefunden: Flamingos auf einer Hauswand

Vermutlich wieder 4.000 Studienanfänger werden auch dieses Semester Wuppertal mit ihrer Anwesenheit bereichern. Und wie jedes Jahr starte ich den Aufruf:
Kommt mit euren Fahrrädern nach Wuppertal, Wuppertal braucht mehr Radfahrende!

Weil die Infrastruktur allerdings grottig ist und sich in absehbarer Zeit daran nichts ändern wird, zeige ich gerne Wege auf, die befahrbar … leider nicht ganz legal … aber Wege entstehen ja dadurch, dass sie gegangen werden.
Nun denn, es gibt wenig Potenzial die Strecke ins Tal zu optimieren, aber bergauf gibt es noch eine etwas autofreiere Variante.

Wobei der Reiz des Radfahrens nicht im Ewiggleichen, sondern in der Variation der Wege liegt.

Und manchmal brauche ich auch mal einen Schubser von Außen um neue/ andere Wege zu entdecken.

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ADFC: Memeler Straße/ Kurlandstraße
Ruhig und höhenmeteroptimal: Tescher Straße/ Hasnacken/ Bozener Straße
Mit extra Ampel für Fahrradfahrende: südliche Natrather Straße
Der 1 km kürzere Weg von der Nordbahntrasse zum Schlehenweg
BONUS-TRACK: Tescher Stich und Auffahrt
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Hier zum Beispiel – ich wäre nie auf die Idee gekommen über die Memeler Straße/ Kurlandstraße zu fahren. Ruhig und höhenmeteroptimal ist die Strecke über die Tescher Straße/ Hasnacken/ Bozener Straße – allerdings sind da mehr Einbauten – dafür wieder weniger Bordsteine – und sonst fahre ich auch gerne die Nathrather gegen die Einbahnstraße – da ist zwar ’ne Ampel am Schluss und das steile Stück der Bahnstraße, aber ich habe das Gefühl schneller zu sein als in der verlinkten und vom ADFC empfohlenen Variante.

Ansonsten kann ja auch gerne am Radroutenplaner von Emotal teilgenommen werden. Oder der Radroutenplaner NRW. Oder google maps oder was auch immer auf dem Smartphone Wege anzeigen kann.

Wer da noch was papiergebundenes braucht, faxt sicher auch noch seinen E-Mail-Ausdruck. Bunt bedrucktes und gefaltetes Papier ist so 90er. Aber wer es braucht, braucht es zur Selbstvergewisserung, andere brauchen es nicht.

 

Kollektives Können

Speichennippel mit Rest Speiche im Gewinde

Speiche gebrochen, Schlag im Rad – mangelnder Rundlauf – ein Problem?

Weggebremster Bremsklotz einer V-Brake

Stahl auf Alu – das hört man doch! Oder muss das erst erlernt werden?

Glühfaden in Glashülle

Kaputtes primitives Leuchtmittel zum Einschrauben – wer achtet denn auf die Beleuchtung?

Sich mit einem Affenzahn auf der Autobahn bewegen zu können, fähig zu sein elegant 2,5 t Blech in 2,5 m breite Parkbuchten zu manövrieren, Stop-and-Go im Stau auszuhalten – während der Fahrt in der Nase bohren, Musik hören, Zigarette rauchen, all das beherrscht jemand, der Auto fährt. Und das erstaunlich gut. Früher war es wichtig, auf das Pferd zu achten, auf dem geritten wurde, oder das richtige Material für die Schuhsohle an den Start zu bekommen.

Heutzutage eben alles rund ums Auto – und ums Fahrrad? Wer kann den einen Reifen flicken, einen Seitenschlag im Laufrad justieren, eine Kette korrekt ölen und das Spiel im Steuerlager einstellen? Wer bemerkt denn da draußen überhaupt, dass ein Reifen zu wenig Luft hat, oder die Kette fürchterlich quietscht?

In Wuppertal sind es erstaunlich wenige. Immer wieder sehe ich Menschen auf Rädern, die kaum Luft im Reifen haben. Das merke ich doch! Oder nur ich? Bin ich schon wieder ein solcher Fahrzeug-Hypochonder geworden, der beim leisesten Quietschen eines Radlagers die Krise bekommt? Ganz zu schweigen von der Geräuschwelt dieses Fahrzeugs – aber eine quietschende Kette bringt mich schon bei entgegenkommenden Rädern auf der Nordbahntrasse zum Verzweifeln.

Öl! Mehr Öl! Viel mehr Öl!

Zeit für einen gestuften, kollektiven Lernprozess hier in Wuppertal:

  1. wie fahre ich Fahrrad
  2. wo fahre ich Fahrrad
  3. wie bemerke ich, dass ein Fahrrad gewartet werden müsste
  4. wie warte ich ein Fahrrad

Schneid‘ dir doch selber dein Gewinde

Verratztes Außengewinde an einer Aluminium-Tretlager-Patrone

Verratztes Außengewinde an einer Aluminium-Tretlager-Patrone

Schleifspuren in einem Tretlagergehäuse

Entgraten mittels eines kleinen Schleifsteins auf einer Miniatur-Bohrmaschine (Dremel)

Innenlagergewindeschneider im Innenlagergehäuse eines Fahrradrahmens

Innenlagergewindeschneider im Innenlagergehäuse eines Fahrradrahmens

#Bastelwochenende war angesagt. Ist zwar schon was her, aber die Fotos werden auf der Kamera ja nicht schlecht.

Ich brauche für die Trittfrequenz-Sensoren der Pedelec-Controller Innenlager mit einem Bund. Dann kann ich den Ring hinter den Bund positionieren und das Tretlager festziehen.
Das Material des Innenlagers sollte auf das Material des Tretlagergehäuses abgestimmt und immer etwas weicher sein. Bei der FAG-Kunststoff-Kapselung stellt das kein Problem bei Alu oder Stahl dar. Bei Aluminium-Patronen in Stahlrahmen mit einen nicht vollständig geschnittenen Innengewindegang schon. Auf den letzten beiden Umdrehungen ging mir ein Gewinde dann kaputt. Na gut, das Problem eines nicht vollständig geschnittenen Lagers kannte ich ja schon. Daher wusste ich, dass Hans-Arnold einen Satz Gewindeschneider hat.

Ein Satz Gewindeschneider für das Innengewinde eines Tretlagers besteht aus zwei unterschiedlichen Schneidern, bei denen der Unterschied der Drehrichtung nicht augenfällig ist. Zum Glück sind die Gewinderichtungen mit einem R oder L auf den Werkzeugen eingraviert.

Rechts Linksgewinde
Links Rechtsgewinde

Um ein Gewinde (nach-)zuschneiden muss das Tretlager auf ganzer Länge das gleiche Durchmaß haben – so wie für den Einschub eines Mittelmotors auch, denn das Werkzeug geht auf ganzer Länge durch den Rahmen. Ich fand, dass es im Ansatz nicht spürbar war, einen Gewindeschneider mit der falschen Drehrichtung einzusetzen und mit Schneidöl als Hilfsmittel einzudrehen. Ich habe es an einem vergurkten Rahmen einfach mal ausprobiert. Nachschneiden statt Neuschneiden hat nur einen etwas geringeren Widerstand.

In das nachgeschnittene Tretlagergehäuse konnte ich dann leicht das Innenlager mit Bund eindrehen.

Schlauchflicken ohne Rad-Demontage

Fahrradschlauch zwischen Laufrad und Rahmen

Hinterradmotor mit Drehmomentstützen, Kabelführung  – Umstände, die den einfachen Ausbau erschweren

Babylove Babylöffel als Hilfsmittel um einen Mantel von einer Felge zu wuppen

Für Dich getestet: das funktioniert  im Übrigen nicht

Abgezogener Mantel eines Vorderrades

Pit Lock sichert dieses Vorderrad gegen allzu schnelles Geflicktwerden

Erfahrungen von den Altvorderen zu adaptieren bedingt, dass ich sie in einer für mich wahrnehmbaren Form zugeführt bekommen muss.
In diesem Fall war es das Foto eines Hollandrades im Internet, dessen Hinterrad von zwei Leuten um 1920 geflickt wurde. Sie hatten es auf einem Tisch gestellt, auf den Lenker/ Sattel gedreht und den Schlauch herausgenommen, ohne das Hinterrad auszubauen.
Hollandradhinterräder sind auch für die Wartbarkeit mit das Schlimmste, was ich kenne. Der komplizierte Kettenschutz verhindert den schnellen Ausbau des Rades.

Aber wozu muss es denn immer ausgebaut werden? Räder mit Nabenmotor und der daraus resultierenden Kabelzuführung und Drehmomentstütze sind ähnlich doof zu handhaben.

Also habe ich das auch einmal ausprobiert: Ohne das Laufrad zu entfernen den Schlauch zu flicken. Mit einer großen Wasserschale davor geht das auch ganz gut das Loch zu finden.

Oder, es wird die Pit-Lock-Nuss nicht gefunden, weil der Papa es wieder woanders hingeräumt hat, als wo der Sohn gesucht hat. Oder hat er nicht gesucht? Seine Lösung des Problems war dann die Unterlassung und Substituierung des schadhaften Rades durch ein anderes. Ein Hang zum Zweit- und Drittfahrrad ist durchaus zu erkennen.

 

Stolz oder Minderwertigkeitskomplex?

Collage von Wahlplakten "Helge Lindh"

„[Die] Zukunft im Blick“ Helge Lindh – Bewerbung zur Wahl in den 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017


Da hängt er nun: der @helgelindh auf meinem Weg zur Arbeit.

Helge kenne ich seit über 30 Jahren. Die ersten 9 davon intensiv, denn er war mein Klassenkamerad auf dem Gymnasium. Da hat sich dann auch eine emotionale Beziehung aufgebaut, durch die ich im ersten Moment der Plakatierung eines sehr textlastigen Plakats im Mai nur „Och Helge“ dachte. Zwischendurch konnte ich mich zwischen Stolz und Minderwertigkeitskomplex nicht entscheiden.

Er ist hochintelligent, integer, belesen, eloquent.

Er war in Schulzeiten intellektuell überfliegend, dass wir anderen uns beim Abitur schon überlegt hatten: Verdammt, was macht er aus seinem Genius? Passt das in irgendeine Schublade? Welches Studium wird er wohl aufnehmen?
Bei anderen war das im Vor- und Nachhinein recht einfach:
Vater promovierter Chemiker: Sohn promovierter Chemiker;
Vater promovierter Jurist: Tochter promovierte Juristin;
Vater türkischer Malocher: Sohn promovierter Mathematiker (ah, Beispiel passt nicht ;-)

Oder doch? Denn es zeigt exemplarisch die Bedeutung von Bildung – ein Thema von Helge, der sich seit 2012 um die politische Bildung in der SPD Wuppertal kümmert.

Das habe ich jetzt seinem veröffentlichen Lebenslauf entnehmen können. Als ich das erste Mal nach vielen Jahren meiner Abwesenheit aus Wuppertal über den Namen „Helge Lindh“ stolperte, war das ausgerechnet er als Vorsitzender des Integrationsbeirates.
Was hat Helge im Integrationsbeirat zu suchen?? Bei den anderen Namen der gewählten Mitglieder ist mir das plausibler, weil sie einen Migrationshintergrund nahe legen – aber was bitte hat Helge da verloren??? Seine Nettomigrationsstrecke ist nur ein Viertel von der, die ich in meinem Leben zurückgelegt habe! Oder hat Integration nichts mit Migration sondern mit Bereitschaft zu tun? Aber wohin eigentlich integrieren, frage ich mich – und Funny van Dannen sich auch einmal.

Schule kann ein Schmelztiegel sein – und durch einen Formfehler haben Helge und ich sogar zusammen Abitur gemacht. In der Unter- und Mittelstufe waren wir die Vertreter der Außenpositionen des Schulnotenspektrums. Er immer mit herausragenden Benotung, ich immer nur kurz vor knapp oder leicht darunter. Nur im Sport kam er auf eine 3 und ich blieb bei der 4. Und als ich mit einem unterirdischen Notenspiegel nicht mit einem blauen Brief vorgewarnt wurde, bin ich entgegen allen Erwartens doch in die Oberstufe versetzt worden…
Seit der Sexta (5. Klasse) war er immer Klassenbester – Einzelkind mit einem ehrgeizigen Elternhaus. Aber das war in der Klasse nichts besonders, aus dieser Schulklasse stammte auch vor 10 Jahren Deutschlands jüngster Finanzvorstand eines DAX-Unternehmens – ebenfalls ein Einzelkind aus ehrgeizigem (und diesmal sogar freistehendem) Elternhaus.
Meinen Minderwertigkeitskomplex gegenüber meinen Klassenkameraden hatte ich damals schon. Er manifestierte sich damals in dem Spruch „Die Elite und ich“, den ich mir selbst auf ein T-Shirt aufgebügelte und in der Schule trug.

Stolz ist natürlich ein so Gefühl, das daher rührt, dass „es einer von uns geschafft hat“.
Als ich meiner 11-jährigen Tochter beim Erstellen dieses Artikels die Abizeitung mit der Präsentation der einzelnen Absolventen gezeigt habe, hat sie immerhin 3 von den 58 gekannt. Also kann da kaum von uns die Rede sein. Zumal von denen auch nur eine in den Genuss kommen kann, Helge zu direkt wählen. Insgesamt dürfte etwa ein 1/8 der Abschlussklasse noch oder wieder in Wuppertal leben. Und das Vergnügen/ Ehre/ Recht haben Helge die Stimme [nicht] zu geben.

Mitglied des Deutschen Bundestages zu sein ist für mich schon ein erstrebenswerter Zustand. Und dafür aufgestellt zu werden – und sich in die Position dafür gebracht zu haben verdient meine Stolz Minderwertigkeitskomplex Hochachtung.

Am nächsten Sonntag bin ich grade mal Wahlvorsteher in Schöller.

Kinder rennen auf Fahrbahn

„Zukunft im Blick“ – in meiner Version, auch da halte ich es eher wie Funny van Dannen

1001 Tropfen – oder die Entortung

Dieser Ort ist magisch

Düssel Aue in Schöller

Wenn 120 Leute am Rande der Kuhwiese gewesen sind

Kleiner Fichtenbestand

Kleiner Fichtenbestand …

Unter einer Fichte tanzende Menschen

… und abends mit Beleuchtung

Dass dieser Ort magisch ist, finde ich nicht.  Das liegt vielleicht daran, dass ich in der Nähe wohne und einen recht nüchternen Blick auf das Geschehen um mich herum habe. Die Aussage habe ich auch nur zur emotionalen Aufladung des Abends gezählt, an dem ein Tanztheater etwas ganz Spannendes gemacht hat – also für mich technisch Spannendes.
Nun ist es für gewöhnlich so, dass für eine Aufführung ein Theater gebraucht wird. Theater in den Grundfunktionen: Aufnahme des Publikums – Inszenierung der Darstellenden. Die Inszenierung wird unterstützt mit Licht – die Blicke des Publikums folgen den beleuchteten Figuren. Das ist in geschlossenen Räumen am einfachsten umzusetzen. Bühnenbeleuchtung ist eine Wissenschaft für sich und bedurfte vor der LED-Zeit zentnerschwere, stromfressende, und vor allem wärmestrahlungabgebende Leuchten – fest montiert und zentral gesteuert.

Und dann kommt so etwas auf den Markt:
LED-Fluter – portabel, klein, kalt, weißes Licht. Sogar mit einem Akku speisbar. Na? Schon eine Ahnung wie ich die Brücke zum Blog-Thema „Pedelec“ hinbekomme?

Die Technik ist endlich reif dafür! Die Helligkeit der LEDs, Energiedichte der Akkus, das daraus resultierende geringe Gewicht ..- es ist möglich zwei Menschen jeweils eine Leuchte einen Abend lang tragen zu lassen. Und so wandert das Publikum von Szenenspielort zu Szenenspielort mit den Lichtträgern und diese setzen die Szene dann ins Licht.

VIelleicht ist diese Entortung – also das Auskommen von Inszenierung ohne festes Theatergebäude ja ein zukunftsträchtiges Modell. Es braucht keine teure Hülle für veraltete Technik mehr um das Publikum in den Bann zu schlagen!

Wer sich das im echten Leben anschauen möchte – letzte Gelegenheit: 22. & 23. September 2017 im Paradies, Heiligenhaus

 

Das hat mich emotional so berührt, da konnte ich gar nicht hinschauen.

Schlussfazit eines Zuschauers – oder doch nur Anwesenden zu seiner Begleitung – eine Stimme im Dunkeln …