Scrollrad wieder gängig gemacht

Mausscrollrad einer geöffneten Maus

Zu viel geklickt – das hat die Achse geknickt

Meinen Kinder muss ich wirklich alles erklären. Die wissen nichts einfach so. Nun war bei dem ganzen Minecraft-Spielen während des Home Schoolings das Scrollrad kaputt gegangen. Davon ab – Bei heutzutagigen Websites kann ich mir kaum noch vorstellen, dass Apple lange Zeit Mäuse mit nur einer Taste gebaut hat – die Kulturtechnik des „Durchscrollens“ bedingt entweder ein schnelles Auffinden des „Nach-Unten-Scroll-Buttons“ in der rechten unteren Browserfensterecke, oder eben ein mittleres Feld auf der Maus zum Scrollen auf der aktiven Seite. Meine Maus braucht für die Funktion kein mechanisches Teil, aber die 10 €-Maus am Windows-PC des Sohnes schon.
Aber egal – was musste ich erklären? Richtig: unter den aufgeklebten Gleitpads sind üblicher Weise die Gehäuseschrauben.

Das Gehäuse ist schnell auseinander – nun ging es ans Fehlerfinden. Das gummierte Scrollrad in der Mitte ist so gelagert, dass auf der einen Seite die Achse dick ist und auf einen Taster drücken kann, auf der anderen Seite eine dünne sechseckige Achse durch einen Sensor ragt und die Drehbewegung übermittelt. Die deutlich außermittige Lagerung, der Abstand zwischen Rad und Sensor und die permanente Belastung durch das Klicken führten dazu, dass die dünne Plastikachse brach und das Drehen des Rades nicht mehr vom Sensor ermittelt wurde.

Ein bisschen habe ich dann für die Maus geopfert: einen Teil der langen Seite meines 1,5 mm-Sechskants.

Als Erstes haben wir das Scrollrad mit einem 1,5 mm-Bohrer durchbohrt. Dann habe ich von dem Innensechskant 2 cm mit einem Schleifgerät abgetrennt und das noch warme Ende wurde vom Sohn in das Rad gedrückt.
Leider drehte die Achse danach durch, da die Aufnahme im Sensor 1,7 mm Durchmesser hat. Mit ein bisschen Aluminiumfolie konnte ich die Achse auffüttern und voilà! die Drehbewegung konnte wieder vom Sensor ermittelt werden.

Mein Sohn attestierte mir daraufhin kriminelle Energie gegen den Kapitalismus, weil ich die geplante Obsoleszens des Herstellers aushebelte.
Aber schon meine Bio-Lehrerin meinte nach der Betrachtung einer MacGuyver-Lösung von mir, wenn jemand mit einem Flugzeug im Urwald abstürzt und überlebt, dann ja wohl ich.
Mal sehen, wann ich mal wieder an Bord eines Flugzeuges bin.

 

Im-Mobilität

Leerer Handwagen im Neuschnee

Steht jetzt auch nur rum.

Ich musste jetzt schmunzeln, als ich meinen eigenen Claim „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ las. Seit März 2020 bin ich mit kurzen Unterbrechungen im Home Office. Das hat meine Fahrleistung erheblich einbrechen lassen. Die vorgenommene Tour zum Wachwerden hat bis zu den Osterferien gehalten. Auch die herbstliche Joggingrunde musste dem winterlichen Schlamm auf den Wegen weichen. Ich mache jetzt so was Ähnliches wie Kraftsport mit Liegestützen, Sit-Ups und zuletzt noch Klimmzügen. Drei Klimmzüge schaff ich jetzt ;-)

Nun sind auch noch alle anderen Familienangehörigen im Home Schooling gelandet. Der einfachheithalber habe ich für alle die gleichen Tablets besorgt – Amazon Fire 8 – ohne Werbung. Dann den google-play store drauf gewürgt und Salfeld als Kindersicherung, da die Schulen Microsoft Teams einsetzen und ich nicht viel Geld pro Gerät ausgeben wollte. Ein pi-hole als DNS-Server und die Bandbreite von 50 auf 100 Mbit erhöht. Ein Terabyte monatlich schaufelt die Fritzbox jetzt durch die Gegend – trotz  der 13,3 % geblockten DNS-Anfragen.

Für das Krötenzählen werde ich wohl wieder mich auf mein Rad schwingen – aber nicht bei Regen … bin dann ja doch ein bisschen verweichlicht.

 

Nach fest kommt so was von ab…

Schutzblechschraubenstumpf im Achskörper

Schutzblechschraubenstumpf im Achskörper – hier begann das Elend

Aus keinen Fehlern kann ja auch nichts gelernt werden. Im heutigen Beitrag beschreibe ich zahlreiche Fehler, die ich gemacht habe, beim Versuch den Rest einer Schraube aus einem Alukörper herauszuwinden.
Dies sei eine Warnung an alle, die die Drehmoment-Definition auch an Fahrradbauteilen geflissentlich ignorieren. Denn die Quelle alles Übels war eine zu fest gezogene Stahlschraube in einem Alugusskörper.
Kaltverschweißung kenn ich ja .- und wenn es eine Sattelstütze mit Packende ist und ein Rahmen, der auch mal die Temperatur eines Bunsenbrenners abkann – um so besser. Aber vielleicht drehen ja auch andere Menschen Schrauben zu fest ein – in Bauteilen, die chemisch mit der Schraube reagieren.
Inzwischen gibt es ja für alles Aufklärungsvideos – z.B. wie ein Schraubenstumpf unter „Laborbedingungen“ entfernt wird.
Für die Revision der Bremse am Twizy müssen die Schutzbleche abgeschraubt werden. Jedes Rad hat ein Schutzblech, das mit 3 Schrauben fixiert ist. Ganz entfernt werden 2 davon. Beim Entfernen des 2. Schutzbleches verabschiedete sich direkt der Schraubenkopf der ersten Schraube. Na super – direkt unterhalb des Kopfes scherte die Schraube ab. Der Stumpf stand noch etwa eine Mutter dick ab.

Da ich kein Schweißgerät habe, probierte ich folgendes: Eine Mutter nehmen, diese quer durchbohren, aufschrauben und dann den Schraubenstumpf durchbohren, dann den Bohrer umdrehen und mit einem Gabelschlüssel drehen. Effekt: Bohrer bricht in Mutter und Schraubenstumpf und ich dreh mir das Gewinde kaputt.

Der Stumpf hat sich nicht bewegt.

Aufgeklappter Kasten 841-25

Feuchter Traum aller abgebrochenen Schraubenstümpfe

Ok, aufschlauen im Internet, wie ein Stumpf  entfernt wird, in irgendwelchen Segel-Foren lesen, dass das Hazet-Set 841-25 für Weltumseglungen unverzichtbar sei und direkt mal eines bestellt. Eine 8.8 M8-Schraube aus dem Aluguss zu drehen, sollte ja nicht so das Ding sein.

Das Aufsetzen der Bohrerführung, damit der Bohrer mittig in der abgebrochenen Schraube niederkommt, das sah so aus, als könnte ich das auch bei montiertem Achskörper und mit einem Akkuschrauber tun. Aber ersteinmal die Hülse .. die wollte nicht auf den Stumpf, da das weiche Schraubenmaterial sich bei meinem ersten Versuch verformt hatte – ein weiterer Fehler: die Hülse mit einem Schlosserhammer in Position zu bringen. Die Bohrführungshülse ist aus einem sehr harten und somit sehr spröden Material. Was macht die? Knack.

Gebrochene Bohrführungshülse

Führungshülse gebrochen

Ok, ich – freihändig mit Akkuschrauber und kaputter Hülse … knack, Bohrer auch abgebrochen. Die größeren Hülsen waren zu groß, die nächste Bohrerdicke zu dick – also einen 4er HSS-Bohrer suchen, der noch nicht stumpf – ach, das kommt später …

Also, 4er-Bohrer gefunden, Schraube durchbohrt mit zartem Druck und ohne Kühlung bis am Ende der Bohrung sich das irgendwie anders anfühlte und mir die Tiefe ausreichend erschien. Dann den Bolzen einhämmern und die Bolzen-Drehmutter drauf und … und es bewegt sich … es bewegt sich ein bisschen – Knack.

Der Ausdrehbolzen ist ebenfalls sehr hart und sehr spröde und obwohl ich 10 mm Abstand eingehalten hatte, war der Bolzen knapp oberhalb des Stumpfendes ebenfalls abgebrochen. Allerdings zu knapp, um ihn mit einer Zange zu packen und zu festgedreht oder geschlagen, als dass das Dingen von selbst rausfiele. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Bei der weitergehenderen Untersuchung des Alukörpers stellte ich fest, dass die Bohrung für die Schraube durch den Körper führt – also dass, wenn ich den Bolzen durch die Schraube hindurchschlüge, er auf der anderen Seite herauskommen müsste. Ich hatte noch das längere Ende in der Hand. 5mm ging das gut. Dann zerbarst der Rest des Bolzens.

Bolzen in Schraube

Ausgebaut, und die Einpressung der Schutzblechstrebe im Alu ist sichtbar – Bolzen in der Schraube – Drehmomentschlüssel sind ein must-have und 21 Nm knapp handfest

Gut, ich habe also in einem Stumpf einer abgebrochenen Schraube einen abgebrochenen Bolzen – dann bohr ich den doch einfach aus und nehme den nächstgrößeren.

Falsch. Das Material des Bolzens ist so hart, dass ich meine letzten scharfen Bohrer an ihn verloren habe. Alle stumpf – trotz Ausbau, Bohrmaschinenständer, Schneidöl …

Also wieder auf 0 oder auf -10.

Letztendlich habe ich den Stumpf mit einem Dremel weggeflext und daneben eine Bohrung niedergebracht, die Alu und Schraubenmaterial weggenommen hat, und dann da ein neues Gewinde reingeschnitten. Jetzt ist das Loch nicht mehr original, aber wenn ich die Bremsscheibe tausche, dann wechsele ich den ganzen Träger ja mit aus. So lange wird das wohl halten. Das war auch der Grund, weshalb ich nicht einfach von der anderen Seite aus an die Bohrung kam, weil da die Bremsscheibe vor sitzt – zumal ich dann alles wieder hätte zusammenbauen müssen um die Achsmutter zu lösen ..

Was habe ich gelernt?

Schraubenausbohren ist „nicht mal eben“.

  1. das Teil ausbauen und direkt unter den Bohrmaschinenständer legen
  2. direkt mit Hülse und Bohrung von oben arbeiten
  3. die Hülse nicht mit Gewalt auf den Stumpf zwingen
  4. den Bohrer nicht verkanten
  5. wenn möglich, das Loch mit einer Nummer größer noch einmal nachbohren
  6. wenn sich der Schlagbolzen dreht, die Schraube aber nicht – wieder rausziehen und 5.)
  7. wenn der Bolzen im Stumpf abbricht, dann den Stumpf rund um den Bolzen wegflexen und den Bolzen mit einer Zange ziehen – dann 5.)
  8. Bolzen lassen sich nicht durch Schrauben schlagen
  9. gar nicht erst versuchen, das Material des Bolzen „wegbohren“ zu wollen

 

Problem der Handlungsreisenden

Transportgut: Kinder

Wenn Du schon mal da bist, kannst Du mir noch das * mitbringen?


Persönliche Mobilität und Transportbedarfe sind bei mir eng gekoppelt. Eigentlich bewege ich mich äußert ungern „umsonst“ draußen. Mit „um den Block laufen“ habe ich so meine Probleme. Ich brauche ein Ziel – und am Besten: mehrere. Mehrere Ziele zum „auf die Kette kriegen“ und „sieben auf einen Streich“ zu erlegen.

Coronabedingt pendele ich nicht mehr linear durch die Stadt, sondern versuche mich so gut wie es geht durch notwendige Besorgungen durch die Umwelt zu hangeln. Konnte ich letztes Jahr noch Kind zum Kindergarten, Post, Bargeldabheben und Arbeitsstätte verknüpfen, fallen dieses Jahr da einfach 3 von 4 Anlaufzielen weg. Es bleibt im Groben das Einkaufen über – und Leute zu besuchen. Wobei dieses Einkaufen recht mannigfaltig ist: dank Kleinanzeigen, Kindern und zu versorgender Landwirtschaft. Also kommt bei der Vorbereitung einer Bewegung da Draußen zu den Bedarfen die Strecken, die potenzielle Ladung, die Zeit (wegen Öffnungszeiten) und das Fahrzeug – die Möglichkeit die jeweiligen Bedarfe zu verknüpfen. Obendrauf fällt noch der Blick auf die Kosten ins Gewicht oder die Bevorzugung des Fahrrades.
Dass ich dabei noch auf die Möglichkeiten eines ÖPNVs zurückgreifen können sollte, kann ich mir schwer vorstellen, auch die Möglichkeit auf irgendwelche Sharing-Angebote zurückzugreifen, liegt mir fern. Das würde einfach mein „auf die Kette bekommen“ verkomplizieren und zeitlich deutlich verlängern. Das Ganze vielleicht computergestützt organisieren? Ich müsste es ja alles KI-gerecht dokumentieren – oder Alexa, Google und Siri erklären, was ich wann brauche, wie dringend ich das brauche und ob es auf später verschoben werden könnte, wenn sich eine bessere Route ergäbe. Zum Beispiel noch 6 Kästen bald ablaufender Zuckerbrause für lau aus der Gastronomie abholen, kombiniert mit der Rezeptabgabe in der Apotheke und dem leidigen Brot-Thema. Acht Essende verspachteln einfach eine Menge Zeug. Es gibt täglich einen Grund, eine Runde zu drehen.

Bombardier Talent und Integral S5D95

Der Zug durch den eigenen „Vorgarten“

Trotz eines NIMBYs ist nun geglückt, den Personenverkehr zwischen Mettmann und Wuppertal wieder auf die Schiene zu bekommen. Das freut vor allem erstmal zahllose Trainspotter, die längs der Strecke standen. Und vielleicht bewegt es mal Autofahrende, die den Schleichweg nach Düsseldorf über die B7 gewählt haben, ihr Fahrzeug gegen eine Fahrt mit der Bahn zu tauschen – am Haltepunkt Hahnenfurth/ Düssel.

Das Bezirksvertretungs-Sitzungsprotokoll zur Namensgebung hätte ich gerne mal gelesen – Hahnenfurth hat doch schon einen Bahnhof „Dornap-Hahnenfurth“ – Warum das nicht knackig „Dornap-Düssel“ heißt …

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, welcher Verkehr mit der Neueröffnung der Strecke verlagert werden kann. Eine Einschleifung nach Norden Richtung Essen am Abzweig Dornap hätte ich für deutlich sinnvoller gefunden, als eine Parallelstrecke nach Düsseldorf zu eröffnen. Wenn schon eine Rampe gebaut wird, die so steil ist, dass die Auswahl an Fahrzeugen, die sie bewältigen kann, gering ist. Wer will schon aus einer Schlafstadt von Düsseldorf (Wuppertal) in eine andere Schlafstadt von Düsseldorf (Mettmann)? Mir tun so ein bisschen die Menschen leid, die jetzt am Bahnhof Mettmann-Stadtwald einsteigen und Richtung Wuppertal fahren, weil der Zug, der nach Düsseldorf fährt, nicht mehr auf dem gewohnten Gleis, sondern auf dem anderen, bisher ungenutzen, losfährt. Dann ist es vermutlich schneller in Vohwinkel auszusteigen und in den nächsten Regional-Express nach Düsseldorf einzusteigen, als wieder die gleiche Strecke zurückzufahren.

Als Neu-Personenverkehr-Bahnstrecken-Anwohner versuche ich meinen Kindern die Verkehrswende und die Zunahme an schienengebundenen Verkehr schmackhaft zu machen und bin erstmal selber eine Runde mit der Bahn gefahren. Denn hören und sehen tun wir sie ja.

Da ich allerdings auch in einer Einflugschneise wohne, bin ich die zusätzlichen Geräusche durch Verkehr, an dem ich nur ganz ganz selten teilnehme, gewohnt. Flugzeuge haben keine Regelmäßigkeit und dadurch ein großes Nervpotential – aber dank Corona sind deutlich weniger Flugzeuge zu hören. Im April gab es nur noch abends Frachtmaschinen von Köln aus. Einen Airbus 320 im Sinkflug kann ich schon von einer sinkenden Boeing 737 unterscheiden. Den Talent mit der Flachstelle kenn ich jetzt auch.