Nistenkasten-Revue

Im November habe ich mal sämtliche Behausungen durchgeschaut, die ich in Zeiten von Corona den wildlebenden Tieren hier angeboten haben. Rate auch Du mit, ob und welche Behausungen angenommen wurden.

Kubota BULLTRA B1-14

Trecker von vorne

Wenn fossile Energie verbrunzen, dann auch richtig

Lichtmaschine in Bewegung

Das erste Teil das kaputt ging (8. Arbeitsstunde): die Lichtmaschine

Blick in einen offenen Kühler

Selbst mein Trabant hatte so einen Schnick-Schnack wie Kühlwasser nicht – der Trecker nach 16 Arbeitsstunden auch nicht mehr

Fehlende Schraube im Gangwahlhebel - Kubota Getriebedeckel von unten

und als dann der Rückwärtsgang ausfiel (17. Arbeitsstunde) – musste ich das Gerät etwas zerrupfen

Alles verrückt  – ab 2022 bekomme ich für den Besitz eines Elektroautos Geld – wenn das 30 Jahre lang in der Höhe ausgezahlt wird, hab ich die Anschaffungskosten für meinen Trecker wieder rein. Ist das schon ein vorweggenommener Rebound-Effekt? Und warum bekomme ich das Geld aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungszertifikaten nicht für meine Pedelecs? Fehlt da die behördliche Registrierung – mit dem an das Rad zu schraubende Kennzeichen?

Wie dem auch sei: (Nebenerwerbs-)Landwirtschaft ist sehr zeitintensiv – und da ich mal verkündet habe, dass ich mich um alles kümmere, was keine Beine, sondern Räder hat, wurde entschieden, einen Traktor zur Unterstützung in der Landwirtschaft anzuschaffen.

Gut, dass keine € 30.000 für ein aktuelles Einsteigermodell – so wie die in den USA im Marktsegment “Family-Tractor” verfügbaren – in der Portokasse war, dürfte klar sein. Also bin ich bei der Suche nach einer preiswerteren Alternative auf die in Vietnam instandgesetzten Kleintraktoren gekommen. Diese werden scheinbar schiffsladungsweise importiert und kosten “an der Küste” weniger als im Binnenland. Bei eBay-Kleinanzeigen bin ich dann auf einen Vertriebler im Oberbergischen aufmerksam geworden – also, warum nicht?

Die Aufbereitung der Traktoren soll angeblich mit vollständiger Neulagerung und Abdichtungen einhergehen, für mich sieht es inzwischen nach einer reinen Lackierung aus. Die Geräte sind 30 – 40 Jahre alt, haben aber noch eine gewissen Ersatzteilversorgung, die online geordert werden kann. Wobei sich dabei der Blick auf den griechischen oder niederländischen Markt lohnt.

Beim ersten Anwerfen dachte ich – bah, von Abgasreinigung hatten die auch noch nie was gehört, das stinkt ja wie ein alter Diesel. Nachdem ich ihn nachgetankt habe, sage ich nicht mehr, dass der wie ein alter Diesel riecht, sondern dass der nach altem Diesel roch. Die Spritqualität ist in Deutschland wohl höher als in Vietnam. Gruselig der Gedanke, was alles noch im Sprit stecken kann – und früher wohl auch hier drin war und mitverbrannte.

Der Trecker tat auch zuerst seinen Dienst – Maulwurfshügel plätten, Brennnessel- und Distelpolster roden, Mist fahren.  Bis er nach verbranntem Gummi roch und der – nicht den Spezifkationen entsprechende – Keilriemen seinen Geist aufgab, weil die Lager in der Lichtmaschine festgegangen sind. Oder ist bei den Dingern nur ein Lager drin? Kosten auf jeden Fall nicht viel. Die Elektrik ist sowieso rätselhaft – und ein Kupferwurm ist drin, aber was interessiert mich, ob das Licht richtig leuchtet? Straßenzulassungsfähig ist der eh nicht.

Nach Neuauflegen des spezifischen Keilriemens hab ich ihn mal richtig 2 Stunden lang rangenommen. Dabei bemerkte ich, dass die sonst nichts anzeigende Temperaturanzeige sich mal etwas bewegt hatte – der rote Bereich war zwar noch nicht erreicht, aber … naja, Wasserdampf von vorne ist doch eher ungewöhnlich. Diesmal hatte ein verhärterter Kühlerschlauch seinen Dienst quittiert. Kostet auch nicht viel – aber wieder mal eine Runde Stillstand.

Die Technik ist halt schon was älter und in der Bedienungsanleitung (ja, gibt es auch noch käuflich zu erwerben im Netz) stand, dass er nur im Stehen geschaltet werden darf. Den 3. Gang hatte ich schon eine Weile nicht mehr reinbekommen – das klang ganz häßlich aus Richtung Getriebe – aber rückwärts sollte er schon noch fahren können. Wäre jetzt so eine basale Anforderung von mir an einen Trecker, der Wegebaumaterial mit einer Heckschaufel aufnehmen können soll.

Also – was tun? Selber schrauben! Und da ich den Unterschied zwischen “Nach dem Lackieren bewegten Schrauben” und “überlackierten Schrauben” sehen konnte, bin ich einfach dieser Spur durch den hinteren Traktor-Bereich gefolgt. Gelandet bin ich beim Getriebedeckel, in den seitlich der Gangwahlhebel geführt wird. Anfangs habe ich mich noch beim Vertrieb beschwert, dass der dortige Simmerring auch mal hätte ausgetauscht werden können, weil der Hebel etwas ölfeucht war. Mit der Einschätzung, die ich jetzt von dem Vertriebler habe, hätte ich mir den Hinweis auch sparen können. Vermutlich ist das der Unterschied zwischen Menschen, die aus Freude am Schrauben schrauben und denen, die es notgedrungen tun, um Geld zu generieren. Auch den völlig steifen Dieselschlauch habe ich sofort mit ausgetauscht – das kostet doch nichts, wenn bis dahin das Teil schon völlig zerlegt ist … aber die Schraube, die die innere Schaltkulisse mit dem Gangwahlhebel verbinden sollte, ist so definitiv falsch am Platz gewesen ..

verwichste M8-Standardschraube

Schrauben werden nicht besser, wenn sie gegen eine zu kleine Bohrung in einem Gussteil geschraubt werden, lieber Händler auf Ebay-Kleinanzeigen. Wenn das Gewinde versaut ist, dauert es nicht lange, bis sich die Schraube löst und ins Getriebe fällt – da helfen auch keine 2 Sprengringe mehr sondern nur noch sehr viel Loctite

Meine Lösung für den Kraftschluss zwischen Gangwahlhebelwelle und Schaltfinger:

  • DIN 915 Gewindestift Innensechskant, blank, M 8 x 35 mit Zapfen
  • DIN 980 Sicherungsmutter Klasse 8, blank, M 8 mit Metallklemmteil

Fazit: Diese Trecker sind nichts für Leute, die nicht selber schrauben

BAFANG E-Bike Vorderrad Motor 250W 36V Front FWD G020 FM.G020 26″-29″ Nabenmotor

Kabelaustritt an der Achse

Kabelaustritt an der Achse

Kabelaustritt an der Achse

Kabelaustritt an der Achse – noch Platz neben der Gabel?

Freunde, was ist denn hier los???
Da ist ja alles ausverkauft! Bei mir hat ein Bafang-Vorderradnabenmotor durch Deckelheben mal wieder den Dienst quittiert, also habe ich einen Neuen bestellt. Von wegen!

Das ist gar nicht mehr so einfach! Die gibt es bei meinen bevorzugten Händlern gar nicht mehr. Weder eingespeicht, noch solo – nein, ausverkauft.

Also habe ich den billigsten genommen, der grade in der Bucht verfügbar war – und als ich ihn auspackte, hätte ich ihn liebendgern dem Verkäufer quer in die Kauleiste gerammt. Ja, der Lochkreis ist anders, es hat also nicht geklappt, die Speichen zu übernehmen – oh, aufgepasst, die Speichenlänge sind für rechts und links auch unterschiedlich. Nein, am meisten hat mich aufgeregt, dass der Kabelaustritt so nahe der Achse ist – und dass der Motor für 20″ und nicht für 26″, 28″ oder 29″ ist – na, drauf geschissen. Aber das Kabel so dicht an rotierenden Teilen – das ist gruselig. Zum Glück hatte ich noch aus dem Set “Drehmomentstützen für alle Fälle” die entsprechenden Abstandhalter.

Long story short: da mein Controller eh keine Rückmeldung braucht, um zu drehen, habe ich den Motor eingespeicht. Dann zu Hans-Arnold, um das noch sehr unausgerichtete Rad zu justieren und eingebaut. Jetzt dreht das halt in der schneller als die Polizei erlaubt, aber hey, das ist mir jetzt auch egal.

Ungefähr so egal, wie die Fußgängerzone auf dem Laurentiusplatz, zu deren Eröffnung geladen wurde, aber ich derweil mir auf dem Kettler-Hof die Diversität von potentiell Grün-Wählenden reingezogen habe.

Achja, ich hab mich ja lange nicht gemeldet, weil ich mich ja nicht wiederholen möchte – aber hier hab ich schon mal einen Ausblick auf die nächste Baustelle, die bei mir gestrandet ist, ein original Petto-BIke, dass seine beste Zeit hinter sich hat. – und wenn es wieder Ersatzteile gibt und ich Geld zuviel habe, kümmere ich mich darum. Bis dahin!

Das wahre Glück auf Erden ist Erbe von Immobilien zu werden

Bahnhofsgebäude Varresbeck 2021

Ein weiterer Bahnhof mit Sanierungsbedarf

Varresbecker Straße 37

Frisch sanierter Altbau in der Varresbeck

Schon eine ganze Weile habe ich vor, die von mir vor Jahren fotografierten Orte abzuklappern und noch einmal zu fotografieren. In den Jahren, in denen dieser Blog existiert, habe ja nicht nur ich mich, sondern auch meine Umgebung sich geändert.

Manche Entwicklungen waren absehbarwer Kirschlorbeer pflanzt, will nichts mehr mit der Außenwelt zu tun haben – auch wenn es mal anders beabsichtigt war. Das Internet vergisst halt nichts.

Seit Jahren zieht der Immobilienmarkt in Wuppertal an – und da lohnt es sich anscheinend auch, ein Haus, das dem Verfall preisgegeben war, wieder zu sanieren. Hat jetzt ein bisschen gedauert, aber fast noch interessanter, als dass das Haus jetzt wieder im frischen Glanz erstrahlt, ist, dass das Nachbarhaus im Erdgeschoss keine Reinigung mehr beherbergt, sondern jetzt als Garage genutzt wird. Ladenlokale zu Parkplätzen – ich muss grade einen bisschen meinen Kopf schütteln.

Den Kopf geschüttelt habe ich auch bei einem Artikel, der auch hier nicht verlinkt wurde. Die Frage ist nur, welche Sau wird als nächstes durchs Dorf getrieben? Der Talradler, weil auch hier eine Nähe zur Stadtspitze vorliegt? Das besetzte Osterholz, das autonome Zentrum? Welches linksalternative Projekt darf’s denn sein? Bürgerticket? Bürgerhaushalt in Bürgerhand? Freibad Mirke?

Denn es ist doch Immobilienbesitz, der wahrhaft unabhängig macht – wer besitzt, braucht keine Freunde mehr – und kann/ braucht sich nicht vorstellen, dass es eine Welt geben kann, in der solidarisch gehandelt wird. Bin ich grade wirklich für die Enteignung privaten Immobilienbesitzes? Es muss wohl der Einfluss dieses Wahl-O-Mat gewesen sein, der mir SGP, DKP und MLDP als erste drei Parteien vorgeschlagen hat.

Egal, Helge bekommt meine Erststimme, und für die Zweitstimme habe ich den DeinWal mal konsultiert. Ach ja, ich muss meinem Sexismus doch noch freien Lauf lassen, habe ich mich wohl doch nicht wirklich viel verändert. Hatte ich schon 2015 sexistische Kackscheiße abgeliefert, und verstoße ich in diesem Beitrag ein zweites Mal gegen den Grundsatz “stop making stupid people famous”:  ich habe mich lange gefragt, ob diesmal wieder “Herr Sicher Spiecker” aufgestellt würde – nein, es ist https://www.caroline-luenenschloss.de/ und ich kann mir nicht helfen, wenn da kein Hintern ist, kann auch nicht versucht werden, einen als Eyecatcher zu fotografieren. Schon ein bisschen Radfahren würde sich da positiv bemerkbar machen.

 

Ruderrad

In den Garagen der Menschen, mit denen ich Freundschaften pflege, stehen immer lustige Dinge

ich auf einem Ruderrad

Es sollte top asphaltiert, möglichst eben und kein anderer Verkehr da sein

“Ja, du muss noch eingewiesen werden und für den Notfall wissen, wie das Treibseil wieder auf die Schnecke aufgelegt wird…” – “Lass mal, ich fahr einfach los!”

Aus der Kategorie: Fahrzeuge, die für die Zeit nach der Verkehrswende nutzbar sind: das Ruderrad.

Liegefahrräder seien ja Verhütungsmittel – Stand von vor 10 Jahren. Dieses Liegerad bringt allerdings noch einen anderen Effekt für den Fahrer mit sich. Während bei Upright-Rädern, also den “normalen” Rädern die Plautze frei schwingen kann und durch die elastischen Radlerhosen nicht nach vorne gebremst wird, wird durch die Schwerkraft das körpereigene Fett dem Ruderer sehr präsent. Und zwar mehr, als bei dem letzten Sofa-Liegerad, das ich gefahren bin. Der Befehl zur sofortigen Magersucht tritt nicht nur durch die nicht vorhandene Federung ein, sondern dadurch, das Muskelpartien für den Vortrieb genutzt werden können, die sonst nicht in Mitleidenschaft gezogen werden – und wenn ich Mitleidenschaft schreibe, dann meine ich den Muskelkater in der Quermuskulatur des Brustkorbes – ich wusste gar nicht, dass ich da welche hatte. Sämtliche Corona-bedingten Fettpölsterchen wurden entweder in Schwingung versetzt oder die Muskulatur darunter durfte mal richtig ran.

Dieses Ruderfahrrad ist ein Fitnessgerät. Ich kann mir vorstellen, dass es für ruhige Runden, gerne schnell, das ideale Fahrzeug ist. Die Geschwindigkeit habe ich jetzt nicht gemessen, aber anhand der Tatsache, dass es kaum Luftwiderstand hat und sehr viele Muskel beansprucht werden können, dürfte die Durchschnittsgeschwindigkeit auf langen Strecken deutlich über dem eines Upright-Fahrrades liegen.

Der Antrieb ist etwas gewöhnungbedürftig – es braucht Schuhe mit Cleats, um die Pedale auch zurückziehen zu können – und die klitzekleine Erklärung, dass der Hebel, der so aussieht, wie ein Schalthebel, kein Schalthebel, sondern eine Kupplung ist. “Geschaltet” wird bei gedrückter Kupplung durch das Zurückziehen, oder das Hinausschieben des Pedalbereiches – je nach dem ob hoch oder runter geschaltet werden soll. Das Rückzug-Gummiband und das Treibseil werden damit in der Position um die Schnecke variert. Verstanden? Ne, ich auch nicht. Dafür gibt es 18 Videos vom Hersteller um das zu erklären. Leider kann nur in der Bewegung und nicht im Stand geschaltet werden, Ampelanfahrten und bergauf brauchen den Hub im Vorhinein. Der Wendekreis und die Trennscheiben-dünnen Räder erfordern Platz und ebenen Asphalt. Und die anderen Verkehrsteilnehmenden freie Sicht auf die Fahrbahn ohne parkende Fahrzeuge am Rand und keine Windschutzscheibe, die in 1,2 m Höhe beginnt.

Die Fahrt auf dem Rad ist auf jeden Fall deutlich cooler, als zu Hause auf dem Walnuss-Rudergerät für etwa den gleichen Preis Wasser zu verwirbeln.

Christiania Bike – no way

Christiania Bike

Ein echtes Christiania Bike verirrte sich zu mir

Jahrelang in München Licht gespendet – jetzt ins Bergische umgezogen

Hält die Kiste vorne einen Uklelenspieler aus? Was sagt ein Brevet-erfahrerner Jugendlicher zur Handhabung? Was macht das Pony auf dem Bild?

Auf drei 24″-Rädern schlingerte das Gefährt zu mir – eine nicht-mehr-ganz-so-junge Mutter mit einem doch recht jungen Einzelkind präsentierte mir stolz ihr Mitbringsel aus München. In München sind die Mieten unbezahlbar geworden, und wenn der Arbeitgeber auch eine Zweigstelle in der ursprünglichen Heimat hat – warum nicht direkt das Home Office ins eigene Kinderzimmer bauen? Stolz – das spürte ich – war sie und musste dennoch einräumen, dass sie doch mal über einen Pendix nachgedacht hat. Ich bin ein bisschen mit der Kiste rumgekurvt und habe festgestellt, dass dieses Fahrzeug weder für Kurven, noch für sportliches Fahren, noch für Anstiege, Schlaglöcher und Abfahrten geeignet ist.

Mobilitätslösungen entstehen ja bedingt durch eine Topografie, eine Infrastruktur und Bedarfe – also den Bedarf, zwei Sack Hühnerfutter durch die Gegend zu ziehen, den habe ich. Topografie habe ich auch – und keine Infrastruktur – die Wege in Kopenhagen werden wohl besser in Schuss sein, als hier auf dem Land oder in jeder Straße in Wuppertal, die aus Sparmaßnahmen lange keine schöne Asphaltschicht bekommen hat – und auf absehbare Zeit keine bekommen wird. Ja, wenn Fahrradinfrastruktur gebaut wird, dann bitte mit glattem Asphalt – und ohne Autos wären die vorhandenen Fahrbahnen schonmal ausreichend breit.