Automobile Abrüstung – wie wäre es mit einem Twizy?

Radvergleich Renault Twizy - VW Amarok PickUp

Ein miterworbener Twizy-Sommerreifen neben einem VW Amarok  – ein Fahrzeug, das mit 190 kW in 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen kann und dabei leer 2,3 t wiegt

Elektro Kabinenroller ECONELO F1

Elektro Kabinenroller ECONELO F1 mit 2,5 kW Motor und 0,25 t – und sehr sehr bescheidenen Beschleunigungswerten

Cockpit-Display mit Werten

Twizy-Display mit den Werten nach der Probe aufs Exempel, ob der Akku zur Arbeitsstätte hin und zurück reicht – mit 8 kW und 0,5 t Leergewicht und in der gleichen Zeit, die ein „normales“ Auto auch benötigt

Fahrradanhänger mit Plastikkisten

Einkaufstour in den Unverpacktladen – nur bei schönem Wetter mit dem Rad

Was willst Du mit einem halben Auto? Ich will auch mal fahren! Freundliches Gelächter. Wieso sollte nochmal gebremst werden, wenn eine Kurve eingefahren wird? Das Konzept des Twizy von Renault hatte mich schon lange überzeugt – aber das nötige Geld war nicht in der Portokasse. Ich gebe zu, es ist nur noch wenig Geld gewesen, das jetzt am Herbstanfang notwendig war, um einen gut genutzten Twizy zu erstehen. Es gehört allerdings mal wieder eine Portion Hasardeur dazu, sich auf ein neues Mobilitätskonzept auf eigene Kosten einzulassen. Es ist nach dem Elektrabi und dem City-El das dritte reine Elektrofahrzeug, das seinen Weg zu mir – oder besser zu uns gefunden hat. Und ich bin begeistert. Schwach motorisiert unterwegs zu sein, kenne ich, auch dass Innengeräusche zu einem Auto gehören – ja – aber der Twizy überrascht mich immer wieder positiv. Als erstes fiel mir der hintere Sitzplatz auf, der verrückter Weise ausreichend Platz für einen ausgewachsenen Menschen bietet.
Die Kurvenlage ist super, ich habe lange gebraucht, um mich an die Grenze heranzutasten, an der das Heck anfängt auszubrechen. In normalen Kreuzungs- oder Kreisverkehrsituationen war eher die Frage, warum ich bei guter Übersichtlichkeit überhaupt die Geschwindigkeit reduzieren sollte – das Gerät klebt in Kurven am Asphalt. Ein Bodenblechkontakt des Fahrpedals entfesselt eine Beschleunigung, die durchschnittliche Verbrenner stehen lässt – nur ein Tempomat wäre nett.

Warum schreibe ich das, wo doch der Artikel „automobile Abrüstung“ heißt? Weil ich auch mit „nur“ 8 kW und 500 kg Auto glücklich werden kann. Und da ich bequemer Weise immer von mir auf andere schließe: andere Autoverwöhnte auch. Ein Umstieg auf einen Leichtfahrzeug wie den Twizy finde ich deutlich sinnvoller, als der Wechsel des Zweitfahrzeugs auf ein Fahrzeug dieser Liste, denn ich denke, dass nicht mehr „Auto“ benötigt wird. Der Twizy wird es als Neufahrzeug in diesem Marktumfeld schwer haben, wo die nächst größere Stufe Fahrzeug schwachsinniger Weise subventioniert wird – von wegen immer die richtigen Anträge stellen… Es ist ein halbes Auto! Parkend nimmt es die Fläche eines halben Autos ein. Jedoch jetzt einfach nur auf die Größe zu schauen, könnte auch verleiten sich einen Econelo oder einen Elektrofrosch zuzulegen, die neu so viel kosten, wie ein gebrauchter Twizy – nur mit der Motorleistung nun wirklich geizen.

Oder rede ich mir den (wiedervorhandenen) Zweitwagen schön? Mit dem Dickschiff allein zur Arbeit zu fahren ist auffällig übertrieben, obwohl es wirtschaftlicher ist, als ein weiteres Fahrzeug mit geringstem Verbrauch bei allerdings  ähnlich hohen Fixkosten zusätzlich zu bewegen. Was beim Bus für Steuern und Versicherung draufgeht, nimmt die Renaultbank für die Batteriemiete ein.

Wie dem auch sei, für mich sehe ich immer noch die Runde Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit, für andere Arbeitnehmende, die nicht dem Regen ausweichen können, weil die Arbeitszeit zwingend pünktlich beginnt, halt nicht. Mal sehen, was der Winter bringt und ob ich den Schiebeschalter für die Windschutzscheibenheizung wieder gängig bekomme.

Und nach pappenforum, sgaf und tx-board bin ich jetzt im twizy-forum gelandet und habe einen sehr gut erzählten Redebeitrag verlinkt gefunden. In 10 Minuten wird dort nett erzählt, was auch Du über den Twizy, seine early adopters und deren Motivation wissen solltest.

Hinterradscheibenbremse statt V-Brakes

Adapter zwischen Rahmen und Bremssattel

Das Teil wird gebraucht, wenn an einen Rahmen ein Scheibenbremssattel montiert werden soll

Flasche Isopropanol

Isopropanol ist super – es desinfiziert nicht nur, sondern „schmiert“ auch Lenkergriffe

Rundfeile in Gegenhalte

Rundfeile für Kettensägenachschärfen um Gegenhalter auszuschleifen

Deine Bilder sind wie eine B-Seite, nicht gut genug für die A-Seite aber irgendwie da.
Ok, die beurteilende Person hat wohl noch selber Langspielplatten gekauft und aufgelegt – ohne dabei in so etwas wie Nostalgie zu schwelgen. Zugegebener Maßen mache ich keine instagram-kompatiblen Bilder, aber das „knapp-daneben“ hat es mir schon angetan.
Inzwischen kann ja auf Videoplattformen gelernt  werden, wie Dinge auf- oder zusammengeschraubt werden, aber jenseits davon gibt es Sachverhalte, an die gedacht werden sollte, die üblicher Weise nicht vorkommen. Wie zum Beispiel, dass da noch ein Teil zwischen Rahmen und Bremssattel montiert werden muss. Den Bremssattel und den Handgriff gibt es bei den Hydraulik-Bremsensets immer dabei – nur den Adapter zwischen Rahmen und Bremssattel nicht. Der ist abhängig von dem gewählten Bremsscheiben-Durchmesser. Der wiederum hat nichts mit dem Bremssattel zu tun. Also, wenn einen die Bohrungen am Ausfallende eines Rahmens noch so anlachen, bei der Bestellung von Bremsenset und Hinterrad auch daran denken.
Was auch immer zur Hand sein sollte, ist Isopropanol, das kann bei Lenkergriffen als rückstandsfrei abdampfendes Gleitmittel zwischen Lenkergriff und Lenker verwendet werden. Denn beim Wechsel des Bremsgriffs ist der alte Griff zu entfernen – auch wenn am neuen eine Schelle dran ist, die aufgeschraubt werden kann, sodass die Teile am Lenkerende nicht entfernt werden müssten.
Und – last but not least – muss die Hydraulikleitung auch irgendwie nach hinten geführt werden. Da kann es schon am Rahmen vorgefertigte Ringe geben – oder es werden einfach die Bowdenzuganschlagspunkte aufgebohrt. Das macht den Umbau schon zu einer Einbahnstraße, aber will ich wirklich irgendwann zurück auf V-Brakes? Zum Glück beherbergt meine Werkzeugagglomeration auch eine Rundfeile, die dafür gedacht ist, Kettenglieder einer Kettensäge zu schärfen – mit ihr konnte ich dann die nicht im ganz richtigen Winkel gebohrten Löcher gratfrei glätten.

Wie so eine Hydraulikleitung gekürzt werden kann, wo die Olive drum kommt und dass man nicht die Endhülse des Bremsgriffes bei der Montage vergessen sollte, erklärt Dir bestimmt auch jemand in einem Video.

 

Stadtradeln 2020 in Wuppertal

Screenshot stadtradeln.de "Mein km-Buch"

Historische Daten zum Vergleich. 2018: 519, 2019: 423, 2020: 333 km – aber: traue nie einem Screenshot, die sind einfach manipulierbar – so wie dieser

Fuhr ich in den letzten Jahren immer gut 150 km in der Woche, war es dieses Jahr deutlich weniger. Das lag nicht daran, dass ich umgezogen wäre, oder dass ich meinen Arbeitsplatz gewechselt hätte, sondern an Corona bzw. mit dem gesellschaftlichen Umgang mit dieser Pandemie. Es ist nicht mehr verpflichtend, an der Arbeitsstätte zu erscheinen, die einem vorgegeben wird, sondern im Gegenteil, es wird empfohlen sich so wenig wie möglich unter Leute zu mischen. Ich glaube nicht daran, dass sämtliche sozialen Räume in wenigen Jahren wieder so funktionieren werden, wie sie das 2019 noch taten.
Wie dem auch sei, ein paar Kilometer sind ja doch zusammen gekommen – das lag daran, dass es mir freigestellt ist, ob ich von zu Hause, oder im Büro meiner Erwerbstätigkeit nachgehe. Also habe ich es darauf angelegt Kilometer abzuspulen und habe es sehr genossen im Büro wieder auf andere Menschen zu treffen und „normal“ sozial zu interagieren. Meine Interaktion mit dem Stadtradeln war das Tracking.
Wenn ich mich schon tracken lasse, dann bitte auch mit den besten Abkürzungen. Dass es dabei manchmal treppab ging oder es jenseits der StVO war, geschenkt. Wege entstehen ja dadurch, dass sie bestritten werden.
Naja, zugegebener Maßen war in der letzten Woche das Wetter schlecht. Wenn ich nicht nass werden muss, dann tu ich es auch nicht, wohlwissend, dass es am Ankunftsort immer noch keine Trocknungsmöglichkeit gibt. Den Zustand des Desinteresses an umweltverträglicher individueller Anreisemöglichkeit habe ich jetzt immerhin professoral attestiert bekommen.
Was ich daraus noch mache? Leute vor mir hertreiben? Mich bereithalten für den Moment, indem alle es ja vorher schon gewusst haben, aber sich noch nicht so richtig überwinden konnten-  um mir dann die Schulter klopfen zu lassen? Mein Spott wäre ihnen sicher.

Hoffentlich bleibt es weiterhin bei großflächigen Vermeiden von Verkehr – Verlagern und Verringern braucht es dann ja nicht mehr.

 

 

Ersatzteile auf Vorrat

Dass junge Leute nicht mit Fahrrädern umgehen können, weiß ich ja inzwischen. Trotzdem schicke ich meinen Sohn mit meinem Fahrrad los, weil er bei seinem entweder kein Schutzblech dran hat, oder den Akku nicht aufgeladen hat. Kein Schutzblech montiert zu haben disqualifiziert ein Fahrrad bei regennasser Fahrbahn – so viele Hosen hat er nun auch nicht. Nach kurzer Zeit brachte er mir meines wieder. Das Schaltwerk hat seine Schalttechnik oder seine Kraft nicht ausgehalten und sich in mehrere Teile aufgelöst.

Schwer angenervt habe ich mich mir also das Fahrrad auf den Montageständer gehoben und war nach 10 Minuten fertig mit der Reparatur.
Das lag daran, dass ich inzwischen nicht nur über ausreichend Werkzeug verfüge, sondern auch eine gewisse Vorratshaltung bei Ersatzteilen an den Tag lege.

Eine aktuelle Wasserstandsanzeige:

  • 1 x 3-fach Kettenblatt mit Vierkantaufnahme
  • 2 x 28″ Schlauch
  • 1 x 11-fach Kette
  • 1 x 8-fach Kette
  • 1 x 9-fach Schaltwerk
  • 1 x 11-fach Ritzelcassette
  • 2 x Bremsscheibe Centerlock 16 cm
  • 3 x Bremsscheibe 6-Loch 18 cm
  • 1 x Bremsscheibe 6-Loch 16 cm
  • 6 x V-Brake-Bremsklötze
  • 5 x Bremsbeläge für Scheibenbremse
  • 2 x Magura Felgenbremsklötze
  • 10 x Schaltzüge
  • 9 x Bremszüge
  • 78 Flicken (waren im März noch 100)

Die Bremsbeläge für die Scheibenbremse brauche ich bei 3 Fahrrädern. Im Versandhandel kosten die nur ein Viertel von dem, was der stationäre Handel dafür verlangt. Da bevorrate ich mich lieber selber. Die fressen auch kein Brot und sind schnell verfügbar. Das ist natürlich auch Kapitalbindung, aber doch sehr im Rahmen. Apropos Rahmen … allmählich brauche ich einen neuen – und sei es erstmal auf Vorrat.

Autos kaufen

Beschädigtes Auto

Vorwärts- mit Rückwärtsgang verwechseln: wirtschaftlicher Totalschaden beim beschädigten Fahrzeug – das gibt dann € 1.350 von der Versicherung für die geschädigte Partei und jede Menge Laufarbeit

Für meinen damaligen Mitbewohner war es ein „Gesundstoßen“ als ein Feuerwehr-Fahrzeug auf einer Übung die Heckklappe seines klapprigen Kleinlasters eindrückte. Konnte er sich von dem Geld der Versicherung erst einmal neues Auto kaufen. Also eines, dass seinem Anspruch, dass es fährt, genügte. Das war vor 15 Jahren und ich habe nicht vorgeschlagen, es als Zeichen zu nehmen, auf das Auto komplett zu verzichten. Zu zwingend erschien mir damals die Notwendigkeit des Besitzes eines eigenen Autos.

Dieser Besitz wird auch heute noch um mich herum stark als Notwendigkeit wahrgenommen. Da kann schon ein Bullit besessen werden, das hindert jedoch nicht, sich ein neues Auto zu kaufen. Also – ein Fahrzeug, das mit 15 km auf dem Tacho und nach einem 3/4 Jahr rumstehen zu 3/4 des Listenpreises verkauft wird … und dann noch ein schwarzes SUV ist. Mir wird das begeistert erzählt – und von dem Verbrauch von angeblich 6 Liter Diesel auf 100 km vorgeschwärmt. Tja – was soll ich sagen? Herzlichen Glückwunsch zur fossilen Sackgasse? Ganz schön viel Auto für recht wenig Mensch?
Oder ein anderer Kollege, der nicht in einer Entfernung zur Arbeitsstätte wohnt, bei der ich sagen würde – uh, selbst mit einem S-Pedelec dauert das zu lange (> 30 km), der sich ein Allrad-VW-Passat mit Betrugsmotorsteuerung und 180 PS für seine 4 km zur Arbeit gekauft hat. Es war halt günstig und mit Ende 20 habe ich auch noch anders gedacht … mein damaliger Golf II hatte immerhin auch 75 PS und nicht die minimalen 55.
Was soll ich da sagen, ohne mir meinen Kollegenkreis zu verprellen?

Zurück zu dem oben abgebildeten Ford Fiesta: Hätte es bei der Ersatzbeschaffung für den Zerdötschten nicht wenigstens ein Elektroauto wie ein Twizy sein können? Gab es da nicht nach Antragsstellung sogar bis zu 9.000 € Zuschuss für? Ja, wäre der Twizy ein Auto und nicht eine Alternative zur Reduzierung von Lärm und Parkdruck in den Innenstädten … dann gäbe es dafür auch Förderung. So wird Menschen, die ohnehin bereit und fähig sind über € 15.000 für ein Auto hinzulegen, der Arsch hinterhergetragen und sie möglicher Weise verleitet, eine ebenso große Hülle für ihren Weg zu den täglichen Besorgungen zu kaufen, wie zuvor –
Also wenn für diese die Möglichkeit besteht, das Elektroauto haushaltsnah aufzuladen – wie zum Beispiel in einem eigenen Carport mit Steckdose. An der Arbeitsstelle zu laden bleibt wohl ein ferner Traum – da lob ich mir die Möglichkeit nur einen kleinen Akku an meiner Mobilitätslösung zu brauchen und diesen auch einfach ausbauen zu können.

Das Ende vom Lied: die Ersatzbeschaffung wurde ein fast neuer Verbrenner mit allem Zipp und Zapp und einem Mehr von 20 PS – bei immerhin gleicher Fahrzeuggröße.

Follow him

Ein im Flur abgestellte s Pedelec

Da steht ein Pedelec auf dem Flur – mit Follow-Me

ZWei Hände bewegen ein Dingens um ein Kinderfahrrad anzuhängen

Ich habe alles genau erklärt bekommen

Schnellspannnabe trifft Follow-Me

Die Steckachse der Schnellspannnabe wird ausgetauscht

Auch in Coronazeiten suche ich meinen Arbeitsplatz auf – immerhin ist grade der Stadtradeln-Korridor für Wuppertal. Das tun auch andere Kollegen, die dann ihr Rad allerdings lieber in geschützteren Räumen als am Fahrradständer sehen. Dieser Kollege nun, bekannt aus dem lokalen Blatt als elternzeitnehmender und radfahrender Vater, hat sich nun ein Follow-Me gekauft und die Konstruktion an sein Pedelec gebaut.
Mit Begeisterung wurde mir die Funktionsweise und von Fahren mit Kind berichtet.

Die Leute lächeln einem zu, wenn der Kleine mitfährt! Egal wo, egal wer!

Ja, ich weiß. Der Effekt ist allerdings nicht nur auf ein Kind im Follow-Me beschränkt ;-) Jedem Vater wird zugelächelt, wenn er mit seinen Kindern Fahrrad fährt.

Nun war er grade in Schwung und erzählte, dass er kein Auto mehr sein Eigentum nennen würde und dass die nächste Anschaffung ins Haus – respektive Garage – stünde: ein Lastenrad. Er hätte da grade noch rechtzeitig einen Antrag geschrieben. Und ich erinnerte mich an die Sache mit dem Radhaus am Döppersberg, wo die Stadt zu zögerlich war, die richtigen Anträge zu schreiben – dann macht das eben Köln.

Geld liegt genug rum, man muss nur wissen, wo die PDFs zum Download liegen, erklärte mir eine städtische Angestellte einer anderen Stadt in der Nähe. Sie hätte alleine am heutigen Tag eine höhere 6-stellige Summe beim Land beantragt, und für eine andere Körperschaft läge da auch noch Geld eingeplant rum – diese müsse nur abgerufen werden. Sie sagt denen mal Bescheid, wäre ja schade um die € 140.000 in dem Fall.