Kleines Lastenrad mit großem Gepäckträger vorne

Plakat in Rahmen

Ach, guck mal, ein oranges Rad, das sieht ja aus wie meines mit dem Gepäckträger vorne!

Ach, guck mal, ein blaues Rad, das sieht ja aus wie meines mit dem Fachwerkrahmen!

Fahrrad im Kofferraum

Ach, guck mal, das sieht ja aus wie ein weiteres gescheitertes Mobilitätskonzept!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, alles rund um die „Fahrradstadt Wuppertal“ nicht mehr zu kommentieren. Aber als ich heute auf Bitte meines Sohnes mit ihm zum „dem Bahnhof“ gefahren bin, traute ich meinen Augen nicht. Da stand am Rand beim Verleih ein blaues Rad.
Auf 20″-Rädern und einem Frontgepäckträger, auf den ein Kasten Bier passt. Geschickter Weise diesmal mit einem höhenverstellbaren Vorbau für unterschiedliche Bierkastenhöhen. Und ich hatte den Eindruck, dass mein Konzept und meine Basteleien im Nachgang immerhin bekannt gewesen könnten, immerhin wird das Rad in Wuppertal produziert, was die beiden sich dabei gedacht haben, weiss ich nicht. Ich frag sie mal bei nächster Gelegenheit, denn ich habe da noch eine offene Rechnung, wegen dem RadUp!-Umbausatz. Apropos, was ist mit RadUp! los?
Das sollte ja ein kostenloser, aber nur universitätsweiter Pedelecverleih werden. Ein weiterer kommerzieller Versuch in Wuppertal wurde erst gar nicht begonnen. Auch RadUp! hat sich als schwer finanzierbar herausgestellt und existiert derzeit nur noch als Website. Nun also ein kostenloser Verleih von Pedelecs ohne geschlossene Personengruppe und unabhängig von ÖPNV-Dienstleistern oder anderen Leihsystem-Anbietern (wie z.B. nextbike) in Wuppertal.
Die Stadt Wuppertal will wohl nicht mit völlig leeren Händen dastehen, wenn sie ihr eigenes Ziel in 5 Jahren eine Fahrradstadt zu sein erreichen will – meine Hoffnung ist jedoch, dass 2025 Wuppertal so wie jede andere Stadt auch, autofrei sein wird.

Die Nutzung eines eigenen Pedelecs ist im Übrigen bei mir das einzige noch nicht gescheiterte Mobilitätskonzept. Deswegen bin ich auch sehr dafür andere Menschen an Pedelecs heranzuführen – aber das war ich schon lange vor 2015 oder 2016. Und naja, ich halte kleine, kompakte Lastenräder wirklich für das Mittel der Wahl in Wuppertal. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg!

Wien

Roller an Ständer angeschlossen

Ein Bild aus der Steilkurve der Verkehrswende

Elektroroller auf Fahrradwegen

Menschen auf Elektrorollern – beachte bitte auch die Markierungen auf der Verkehrsinsel

Bodenmalerei

Fairness_Zone – schön!

Lebenswerteste Stadt der Welt – das 8. Mal in Folge – das ist Wien. Und ich war da und und kann nur sagen: ja!

Die SUV-Welle ist noch nicht über diese Stadt hereingebrochen und es sind viele Menschen auf zwei Rädern zu sehen.

Gut, die topografische Reliefenergie in so einem Flusstal ist jetzt vernachlässigbar – ich musste ja nicht den Kahlenberg hinan. Hinan ist jetzt auch so ein Wort, dass ich von alten Platten habe – in diesem Falle von denen von Georg Kreisler, dessen Lieder mich durch Wien begleiteten.

Die Infrastruktur für Radfahrende ist beeindruckend und die Dichte des Verkehres auf der Infrastruktur ebenfalls. Als ich jemanden ansprach, wie denn nun klar wäre, wann wo wie gefahren oder bei einem Halt aufgestellt werden müsste, meinte er nur, er wisse auch nicht, wie die Österreicher das immer hinbekämen.

Was mir noch aufgefallen ist, meine Nase stolperte über zwei Sachverhalte, an deren Abschaffung ich mich schon gewöhnt hatte – Zigarettenrauch in Gaststätten und Dieselabgase unterhalb von Euro 4, da es keine „Umweltzonen“ gibt. Insgesamt hatte diese gesamte Reise viel zu riechen zu bieten. Und dieses Riechen von frischen Kohlenwasserstoffen ist Reisen mit dem Rad auf jeden Fall wert. Videos kann ich mir anschauen, Texte kann ich lesen, aber Reisen ist zum Riechen da – am Besten auf dem Rad.

Fahrrad in der Bahn

Fahrrad hängt im Zug

Hochkant über glattem Boden für 12 € im Nightjet

Fahrrad im ICE

Nur leicht angehoben auf Teppich – 6 € / 9 €

Klapprad zwischen Knien

Klemm dir die Bezahlung

Die Kombination Bahn und Fahrrad nutze ich gerne. Ein Fahrrad auf einer Bahnfahrt mitzunehmen kostet zwischen 3,60 € im Nahverkehr vor der Haustür und 12 € im Nachtzug nach Österreich. Na gut – nur Fliegen ist teurer. Im ICE sind mit BahnCard 6 € und 9 € für ein Rad ohne die Rabatt-Karte zu bezahlen. Stellt sich die Frage: Warum? Es gibt ja inzwischen überall Leihfahrräder … Nein, nicht überall. Nicht da, wo ich mal eines benötigen würde. Zum Beispiel in grader Linie 50 km gen Osten. Wenn ich mir also kostenfrei ein Auto leihen möchte, dann ist der Weg zum Auto hin zeitlich etwa 3x so lang, wenn ich ihn komplett mit dem ÖPNV bestreiten wollen würde. Nehm ich ein Klappfahrrad für „die letzte Meile“ mit, nur noch 2x. Nun tue ich das nicht so häufig, als dass ich mir ein eigenes Klapprad dafür hätte kaufen wollen – aber wenn hier mal eines anlandet, kann ich es ja auch mal ausprobieren um mit einem Klapprad mal durchs Sauerland zu fahren – wie es Reinhard Mey es laut Aussage in irgendeiner Anmoderation eines seiner Lieder wohl auch mal getan hat.

Ungefähr 40 Jahre später hat es dann auch die DB geschafft, in ihren schnellsten Zügen Fahrräder mitnehmen zu lassen. Es gibt dafür in einem großzügigeren Türraum die Möglichkeit 3 Fahrräder nebeneinander zu platzieren. Um die Fahrräder in der Wandhalterung zu fixieren, muss das Rad leicht angehoben werden. Besonders hoch sollte der Vorbau allerdings nicht sein, ich hatte Probleme meine Hörnchen unter die Gepäck-Konsole zu heben. Oberhalb der Konsole sind an der Decke Pfand-Kabel-Schlösser angebracht, die wie ein Einkaufswagen nach einer Münze verlangen und dann ein dünnes Kabel mit einem Schloss freigeben, das durch Griffe und Schlaufen an den Gepäckstücken geführt werden kann, um die Fahrradtaschen gegen „schnell-mal-abgreifen“ zu sichern.

Ach so, die Kosten für die Fahrradmitnahme für diese Tour, von der die beiden oberen Fotos stammen, wurden nicht übernommen. Aber immerhin die mit dem Fahrrad zurückgelegte Strecke als Bahnfahrt erstattet.

Der 27,40 €-Splitter

Mantel mit nur wenig Profil zwischen den Fingern

Ist es dieser Splitter gewsesem, der in der Durchsticheinlage steckt, der meinen Reifen mehrfach geplättet hat?

Morgens losfahren – und auf der Fahrt merken, dass der Hinterreifen Luft verliert. Das Kind war bereits zum Kindergarten gebracht, aber so früh hat ja noch niemand auf.

Kein Schloss dabei, kein Flickzeug … zu weit von zu Hause weg, um wieder umzukehren – also in den sauren Apfel beißen und 3,60 € für das Fahrrad, 2,90 € für die Fahrt von mir von Wuppertal-Vohwinkel nach Wuppertal-Steinbeck – für netto 7 Minuten Fahrtzeit im ÖPNV bezahlen.

Es gibt keinen Werkstatt-Service in Wuppertal der vorbeikommt, also mit dem Bus nach Hause (6,00 € bis zur haustürnächsten Bushaltestelle). Am nächsten Tag wieder 6,00 € bezahlt und Pumpe und Flickzeug mitgenommen, um dann das Rad bei der Arbeit zu flicken. So konnte ich immerhin wieder auf dem Fahrrad zurückfahren. Am nächsten Montag morgen: platt. Wieder geflickt, losgefahren und: tada: platt.

Fahrrad entnervt von der Ehefrau und ihrem neuen Auto abholen lassen, wieder mit der S-Bahn los, 2,90 € fürs Ticket hin, 6,00 € nur für mich zurück. Zu Hause geflickt, abends zu einer Freundin los, heile, morgens los, heile, nachmittags nach 80 % des Weges: platt.

Allmählich beschlich mich das Gefühl, dass meine Fingerkuppendiagnose auf der Innenseite des Mantels wohl nicht ausreichend ist. Denn die Löcher waren klein und immer in einem Bereich des Schlauches, der sich unter der Lauffläche befindet – also wie ein Durchstich des Mantels trotz Durchsticheinlage des Schwalbe Marathons. Beim nächsten Platten wollte ich mir dann die Position des Ventils auf dem Mantel markieren um den Verursacher besser lokalisieren zu können.

Doch so schob ich mich durch die Landschaft – da spricht mich ein Anwohner meines Weges zur Arbeit an, wie weit ich es denn noch bis nach Hause hätte. Ich antworte, dass das wohl noch 2,5 km sein werden. Das sei zu weit, stellt er fest und bietet mir an, das Rad bei ihm zu flicken. Was heißt zu flicken, er gibt mir einen neuen Schlauch und befindet meinen Reifen als zu abgefahren und gibt mir auch noch eine fast neue Decke, die ihm zu wenig Profil gehabt hat, um damit durchs Burgholz zu fahren. Also: sorgenfrei dank neuem Schlauch und Decke mache ich mich auf den Weg nach Hause.

Folgendes bleibt festzuhalten:

  1. unbekannte Leute regelmäßig morgens am Wegesrand zu grüßen kann zu Hilfe führen
  2. Seine Hochschulzugangsberechtigung dazu zu verwenden, um in den Genuss eines Semestertickets zu kommen, wie manch anderer TalRadler, macht sich bei der möglichen aufpreislosen Fahrradmitnahme und NRW-weiter Gültigkeit des Tickets auf die Dauer sicher finanziell bemerkbar. Es wird kein Bürgerticket in solchen Kreisen benötigt, weil das Privileg an das Abitur gekoppelt ist und die Claqueure solches Verhalten goutieren
  3. Vielleicht sollte ich doch einfach wieder Flickzeug in meine Tasche packen oder immer ein Schloss mitführen

Gescheitertes Mobilitätskonzept 6: Seilzug-Trikes

Die Polizei ist heutzutage blau! Wer das noch nicht mitbekommen hat …

… kennt auch nicht die HipHop-Brand Young and reckless auf dem T-Shirt – dazu eine kurze Hose und Schuhe mit Schmutzpartikelanhaftungen für die echte Work-Credibility, ihr Lappen.

 

Im Video: Auf der Nordahntrasse – ein rotes Seilzug-Dreirad pilotiert von einem 6jährigen

Ein inverses Fahrrad – Lenken mit den Füßen und Vortrieb durch den Oberkörper samt anhängender Extremitäten. Das sieht nicht nur auf den ersten Blick anstrengend aus, das ist es auch. Auch mag das Konzept Steigungen oder Gefälle überhaupt nicht. Also ist das Dingen wie geschaffen für die Nordbahntrasse. Die Geschwindigkeit, die erreicht wird, ist etwas über Körpertemperatur Zimmertemperatur Wassertripelpunkttemperatur… also es sind etwa 11 km/h. Auch sind die Komponenten wie Blockseilrolle nur ohne Drehwirbel wirklich für die Kräfte im Inneren geeignet. Der Bauplan sollte noch mit Einschlagsbegrenzern auf der Vorderachse ergänzt werden. Das plötzliche Umschlagen der Achse und das anschließende abrupte Kippen der Sitzfläche erzeugte auf den Steißbeinen Mutiger Hämatome.
Für die Bremse, die auf das Hinterrad wirkt, muss eine Seitenzugbremse gefunden werden, bei der der Gegenhalter und die Klemmschraube des Bowdenzuges in den Bohrungen getauscht werden kann. Mittelzugbremsen brauchen viel Platz „oberhalb“ der Schenkel, sie lassen sich also nicht wie vorgesehen am Heck des Fahrzeugs, sondern eher vor dem Hinterrad auf dem unteren Abdeckbrett montieren. Dieses muss dafür dann verstärkt werden. Aber wozu bremsen, zumal bei der Geschwindigkeit? Nunja, ein Fuß zum Bremsen von der vorderen Achse zu entfernen führt zu sofortigem Umschlagen der Achse, einem Kippen der Sitzfläche und aua. Also besser immer so vorrausschauend fahren, dass nicht gebremst werden muss. Das bekomme ich mit einem Auto auf einer Autobahn hin – aber nicht im Stadtverkehr Wuppertals.

Achso – und das Walken des Hinterrades – zusätzlich zur seitlichen Kippung der Längsachse führt zu erheblichen Belastungen des Möbel-Druckkugellagers, das die Vorderachse mit dem Fahrzeug-Corpus verbindet. Das Lager leiert spürbar aus, ohne kilometerweit damit gefahren zu sein. Vielleicht bin ich auch einfach zu schwer.

Nächste Ausbaustufe wird sein, dass ich den Motor dieses Rades in eines der Seilzug-Ruderrenner einbaue, aber dafür muss ich erst einmal ein Alternativ-Rad für meinen Sohn haben…

tl;dr

Insgesamt kann ich für die Alltagstauglichkeit leider keinen einzigen Punkt geben – als Mobilitätskonzept um gezielt zwischen zwei Punkten im öffentlichen Straßenverkehr zu verkehren – ein glatter Totalausfall, aber ansonsten ganz lustig.

Der erste Renner entsteht

Person sitzt auf Holz

Also wenn Vorne gezogen wird, dreht es sich hinten? Fragen, die sich nur mit dem richtigen T-Shirt und Hose an beantworten lassen … noch mehr Links zur Kleidung und ich werde hier noch zum Beauty-Blogger – ach ja, und das Auto ist inzwischen verkauft – und die Schubkarre gibt es beim Hellweg – im Gegensatz zu Poolrolle, Fahrrad, Landschaftsbesen, Bierkasten und Gartenstuhl im Hintergrund … das sind Dinge, die zugelaufen sind.

Grundierter Ruderrenner-Chassis

Grundiert, gespachtelt, geschliffen – oder geschliffen, gespachtelt, grundiert? Egal, auf jeden Fall mehrfach.

Zwei Kinder auf einem Ruderrenner

Wenn Vorne gezogen wird, muss trotzdem hinten geschoben werden.

Am meisten habe ich darüber gewundert, dass ich über den ganzen Kram, den ich für die Erstellung eines „Seilzug-Trikes“ brauchte, verfüge. Bohrmaschine, Bohrmaschinenständer, Holzbohrer, Forstnerbohrer, Metallbohrer, Metallsäge, Stichsäge, Kreissäge, Feilen, Schleifpapier, Krauskopfversenker … alles am Start! Von wegen „Schmeiß‘ deinen Kram weg und werd‘ glücklich“ – mein Leben ist eine Anhäufung von Dingen, die mir ermöglichen, gestaltend in meine Umwelt einzugreifen. Vielleicht ist es Kapitalbindung – aber das meiste hat sich im Laufe der Jahre durch diverse Haushaltsauflösungen bei mir angesammelt. Im Dienstleistungssektor unterwegs zu sein lohnt sich – und Platz für den Krempel zu haben – hey, gutes Werkzeug macht glücklich! Ich lass mir gerne was schenken – Gartenmobiliar, Fahrräder oder Bier … oder eben Werkzeug.

Und nun habe ich also in Baumärkten und in Internet mir die notwendigen Teile zusammengekauft – hier noch mal ein großes Dankeschön an den Hellweg in Mettmann, der es nicht hinbekommen hat mir zugeschnittene Multiplexplatten als etwas anderes als Birkensperrholz zu verkaufen – die haben wohl ihre Prozesse nicht optimal im Griff. Bei der Kontrolle eines ellenlangen Kassenbons fiel mir das aufgrund des doch recht hohen Gesamtbetrages nicht sofort ins Auge – aber die korrekte Abrechnung hätte mich noch deutlich weiter in Minus getrieben.
Ebenso nicht im Griff hat auch der empfohlene Shop für die Rückzugfedern seine internen Prozesse – oder eben doch, nur never touch a running system – ich bekam einen Ausdruck eines 9-Nadeldruckers gestempelt und wieder eingescannt ohne weiteren Kommentar und numerischen Betreff als E-Mail zugeschickt. Kann so gemacht werden, nur paranoid sollten die  Empfangenden nicht sein, sonst zahlt denen niemand Vorkasse.

Nachdem ich also den Haufen Material zusammen hatte (die Federn dauerten länger) konnte es also losgehen – das Sägen, Feilen, Bohren machte ja noch richtig Spaß. Dann kam das Lackieren. Oberflächenbehandlung – und ich wollte es einmal schön machen! Aber wasserbasierter Spachtel kann direkt in der Dose bleiben. Da schleif ich lieber 2-Komponenten-Spachtel aus dem Nachlass mir unbekannter Industrial-Design-Studenten. Also: Anschleifen, Spachteln, Anschleifen, 1. Grundierung, Schleifen, Spachteln, Schleifen, 2. Grundierung, Schleifen, 1. Farbschicht, Schleifen, 2. Farbschicht, Schleifen, 1. Bootslack, 2. Bootslack.

Und das braucht seine Zeit … > 12 Stunden zwischen den einzelnen Lack-Aufträgen.

Nächste Woche geht es weiter ;-) Schreiben braucht auch seine Zeit …