Rolltreppennutzung

Ein Bild, mit dem mein Blog häufig gefunden wird, ist dieses kleine Kugelschreiberscribble.

Unterschied zwischen Pedelec und Fahrrad

Auf einer Reise habe ich zur Verdeutlichung der These mal die Nutzung dieser Infrastruktur für zu Fuß Gehende fotografisch festgehalten.

Unterschiedliche Rolltreppen- und Treppennutzung

(Roll-) treppennutzung im Berufsverkehr in Düsseldorf

Wenn die bequemere Infrastruktur da ist, wird sie auch bevorzugt genutzt werden.

Rollbänder zwischen Frankfurt-Fernbahnhof und Frankfurt-Flughafen über die Autobahn A3

Nur das die „Infrastruktur“ in Bezug auf Pedelecs eine individuelle ist.

Kauf‘ Dir ein Pedelec und Du wirst mehr und weiter mit dem Rad fahren –
und selbstverständlicher Dein Auto stehen lassen.

Arrenberger Drei: Teil 2

Da ja Jahresrückblicke grade total angesagt sind (123456789101112), mache ich jetzt auch mal einen. Besser spät als nie. Dafür wärme ich einen Beitrag vom März letzten Jahres auf und ergänze ihn mit den Ereignissen aus dem vergangenen Jahr.

Fahrrad am Arrenberg (Riemenstraße Wuppertal)

Nach einem Jahr weiter beschädigt.- Aber scheinbar von irgendjemanden aufgehoben und  wieder angelehnt worden.

Zwei abgestellte Fahrräder - eines mit Blumenschmuck

Kurioses Zwischenspiel von zwei Schrotträdern, die schon beim Abstellzeitpunkt alte Gurken waren. Ob der Sattel schon fehlte, kann ich nicht sagen, auch über die Motivation dieser Straßenmöbilierung kann ich nur mutmaßen.
Nach ca. einem Monat wieder verschwunden.

Etwas weiter entfernt stand ein schöneres Exemplar, aber bevor ich nach einem halben Jahr einen Zettel daran hängen konnte „ich möchte es kaufen“ war es auf einmal weg –
und das waren die großen Veränderungen 2016 auf meinem Weg zur Arbeit.

Interview Hans-Arnold (66)

Produktpalette von Velo-V

Velo-V Bahnrennrad und Liege-3-Rad

Wie bist Du dazu gekommen, dieses Solarmobil zu bauen?

Du weißt, dass ich früher Rennen gefahren habe? Von ’63 bis ’69 beim BDR. Viele Rennen bin ich gefahren, Tour der Jugend, und dann Trainingslager in Südfrankreich und Mallorca, Bergrennen, Rundstreckenrennen und machmal gab es bei der Siegerehrung in der Kneipe noch zwei Reifen oder einen Lenker.
14 Tage vor dem Lauf, bei dem ich deutscher Meister hätte werden können, foult mich ein Teamkollege. Verletzungsbedingt konnte ich dann nicht teilnehmen.

Danach bin ich nach Berlin gegangen und habe da Anfang der 80iger begonnen, Liegeräder zu entwerfen. Den Ausschlag hatte ein Dreirad in den USA gegeben: Wir Rennfahren denken wir sind schnell, und dann kommen die mit nem Dreirad um die Ecke. 94,7 km/h! Vector.
Die Amis haben das Modell dann verkauft – $10.000. Ich hatte Technischer Zeichner gelernt, und hab erstmal selber eines gezeichnet und mir die Rohre bei einem Großhändler in Spandau besorgt.
Die Ersten habe ich mir dann von einem Klempner autogen zusammengeschweißen lassen. Im Dunkeln abends durch Berlin, ich wollte ja ein Patent darauf anmelden und musste das geheim halten. Da bin ich mit Nabenschaltung und Ballonreifen laut Tacho mit 65-70 km/h die Kantstrasse auf dem Dreirad runter!
Auf Ballonreifen! Danach habe ich eines gebaut mit Schlauchreifen (20″ vorne 24″ hinten) – da habe ich in Nümbrecht in der Klasse ohne Verkleidung mit einem 3-Gang 59 km/h in der Ebene gefahren (mit Lichtschranken gemessen) und den 2. oder 3. Platz gemacht.


Dann habe ich jemanden gesucht, der in Kleinserie mir meine Entwürfe zusammenlötet. Gab es aber nicht. So konnte ich die Liegeräder, die ich in Nürnberg auf der iENA  vorgestellt habe gar nicht produzieren lassen. Wer macht schon 20-30 Stück? Ich hab letztendlich nur 8-10 selber herstellen können und musste Aufträge wieder stornieren. Die Aufträge kamen aus Canada, Schottland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden.

Hast Du nicht selber gelötet?

Dafür hatte ich jemanden gefunden, der war Werkzeugmacher, hat aber Theaterbühnenbeleuchtung gemacht. Er hat gesagt, dass er mir die Sachen lötet. So bin ich nach Wipperfürth zu ihm gekommen. Ich hab ihm über die Woche die ganzen Rohre abgelängt und die Enden auf Gehrung gesägt und gefeilt, er hat dann am Wochenende alles zusammengelötet. Das Lot enthielt leider zu viel Silber, dann ist das bei den verkauften Fahrzeugen wieder auseinandergegangen. Bis wir die richtige Mischung hatten, hat es gedauert. Einmal musste ich an den Starnberger See liefern und das möglichst schnell, aber er hatte auch einen drängenden Auftrag und dann hab ich gesagt, gut, ich helf dir bei deinem und danach du wieder bei mir. Er war aber nach der gemeinsam gearbeiteten Woche so platt, dass er keine Lust mehr hatte und meinte, wo ich doch alles schon so super vorbereitet hätte, könnte ich auch selber löten.

Und dann bist Du nach Wuppertal gegangen?

Mit dem Gerald zusammen hab ich den Laden hier in der Alsenstraße eröffnet. Gerald kommt auch noch manchmal als Kunde. Zwei hat der Laden nicht getragen und er hat als Dipl.-Ing., der als wir uns kennenlernten arbeitslos war, noch ein Studium draufgesattelt und ist Berufsschullehrer geworden. Hier im Laden gibt es breite Schiebetüren, damit die Liegedreiräder durchpassen. Damals haben wir mit den Liegeradfahrer Touren gefahren, die Niederländer haben ja auch viele Veranstaltungen gemacht und uns eingeladen.
Ende April 1986 war ich mit den Liegerädern in Bayern auf einer Ausfahrt und wir kamen in Regen. Weißt ja, was da war –

Tschernobyl… Wer war jetzt Gerald?

Der kam eines Abends beim Dröppelken vorbei und hat den Wirt gefragt, ob er wen wüßte, der ihm ein Fahrzeuggutachten zu seinem verunfallten Fahrrad schreibt. Da hat Willi auf mich gezeigt. Daraus hat sich das ergeben.

Ok, Axel…

Der war auch Stammgast im Dröppelken, ich hab ihn immer „Axel Physiker“ genannt. Wir haben aber nicht nur das Solarmobil zusammen gebaut, wir haben auch zusammen Fahrradtouren gemacht, mit dem Vorläufermodell von deinem Blauen. Da hatte ich alles Gepäck drauf, Schlafsäcke, Zelt, Kocher und er dann mit einer Liege.
Mit dem Gelb-Weissen, dass vorne noch im Laden steht, ist er in den 90igern Rennen gefahren. Die Dinger fahren ja so 70, 80 Sachen.
Ich würde es Dir verkaufen!

Oh, dann fang ich gleich mal an zu sparen…bloss wodrauf?

OpenData Wuppertal: Geodaten Fahrradwege Wuppertal

Klick auf die Titel um die Overlays auf der Karte sichtbar zu machen

 ODW: ausgewiesene Radrouten (NRW-Netz etc.)

 ODW: Steigungen auf diesen Routen (orange: 3-7%; lila: >7%)

 ODW: vorhandene Straßenbeleuchtung auf den Routen

 ODW: besondere Bauwerke an den Routen

 ODW: Radwege mit blauen Gebotsschildern oder freigegebene Wald- oder Feldwege

 ODW: Tempo 30-Zonen

 ODW: alle Einbahnstraßen Wuppertals

 ODW: in Gegenrichtung für Radverkehr freigegebene Einbahnstraßen

 ODW: städtische Radabstellanlagen

 ODW: Radabstellanlagen mit Übergang zum ÖPNV 'B+R'

 ODW: kostenfreie und öffentliche Ladesstationen für Pedelecs

 ODW: Verleih von Pedelecs oder E-Bikes

 ODW: Zugänge zu den Bahntrassenradwegen auf Wuppertaler Gebiet

 ODW: Zugänge zu den Bahntrassenradwegen als Linien

 meine eigene Erfassung der Nordbahntrassenzugänge mit Fotos der Einstiege

Generiere den Link zur Karte mit ausgewählten Overlays und angezeigtem Ausschnitt

Ein erster Wurf: die im Portal Offene Daten Wuppertal (ODW) verfügbaren .kml-Dateien werden auf einer Weboberfläche mit dem (leicht aufgebohrten) OpenStreetMapPlugin angezeigt.

Meine Version von 2013 hab ich auch mal zum Vergleich hier verfügbar gemacht.
Alle Linien und Symbole sind klickbar und zeigen mehr Informationen zu dem Datum an.

Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit (besonders bei den Steigungen, die erst ab einer Länge von 500m in den Datensatz aufgenommen wurden). Stand 30.12.2016.

Datenquelle: CC‐BY‐4.0 ‐ Stadt Wuppertal ‐ offenedaten‐wuppertal.de

Anmerkung: Die Daten für die Karten werden erst nach Aufruf der Karte nachgeladen, das kann zu zeitlicher Verzögerung in der Anzeige führen, da die KML-Dateien bis zu 1MB groß sind.

Interview Axel (56)

Extrem chices Liegerad

Velo-V EMO 14-2 – 250W-Scheibenläufer mit 400W Spitzenleistung

Ich hab dieses Rad gesehen, das mit der aufgedoppelten Hinterradfelge, was hängt da denn für ein Motor dran?

Das ist ein Heinzmann-Scheibenläufer. Heinzmann waren mit die Ersten, die dann auch in Fahrrad-Motoren gemacht hatten. Anders als für Drehstrommotoren waren nicht mehr solche großen Siemens-Schaltschränke für die Ansteuerung nötig, und die Heinzmann Scheibenläufer-Gleichstrommotoren – aus der Medizintechnik – hatten einen vernünftigen Wirkungsgrad, denn darauf kommt es an.

Erzähl mal, dein Team hat 1993 die Solarmobil-Meisterschaft gewonnen

Ja, in der Kategorie der Prototypen – da war Mittreten erlaubt. Das war ein dreirädriges Liegerad, denn die Batterien waren so schwer. Das wog 100kg und dann kam noch der Fahrer dazu. Das lag wie ein Brett auf der Straße. 10 Motorradbatterien in Reihe, für deren 120 V Gleichspannung es eine passende Ansteuerung für einen 1 kW Synchron-Drehstrommotor gab.
Den 2. Preis haben wir 1996 auf der extra energy solar race 96 mit einem Liegezweirad gemacht. Da waren Flugzeugbatterien mit flüssiger Kalilauge eingebaut. Die hatten wir ganz wild noch bei der Lufthansa organisiert und mussten sie nach dem Rennen schnell zurückbringen.

Was waren da für Leute, wie kann ich mir das vorstellen?

Schweizer, die zuviel Geld hatten und ambitionierte Bastler. Denn die Komponenten kosten Geld – ein Laderegler kostet schon mal 1.000 DM. Ich habe die Ladegeräte selbst gebaut. Also die für die Batterien. Einmal hatte ich für ein Rennen NiCd-Akkus aufgeladen, ohne eine Ladeschlußspannung zu konfigurieren. Das Akkupack ist abgebrannt. Das lehnte neben einem Transporter und wir waren noch mal losgezogen um uns was anderes anschauen – und auf einmal war da helle Aufregung. Seitdem habe ich Respekt vor der ganzen Batterietechnik. Wir haben das von ’91 bis ’99 gemacht. Aber ich hab mir die wirtschaftliche Seite dazu angeschaut – und wenn ich als Hersteller Produkthaftung für die Basteleien übernehmen muss, bei Materialkosten von über 1.500 DM, was habe ich da für eine Umsatzerwartung? Ist doch illusorisch für zwischen 1.500 und 2.000 DM solch schwere und teure Produkte anzubieten. Und NiCd-Akkus waren wenig robust, also nicht zyklenfest. Umsatz kannst Du ja nur durch Masse generieren und da waren die großen Fahrradhersteller in der Lage einfach billiger zu produzieren.
Da schreib ich jetzt lieber Windowsprogramme in C++. Das ist mir als Selbstständiger zu viel Risiko gewesen.

Das war ja vor der ganzen Internetzeit. Wie bist du an die ganzen Informationen gekommen?
Recherche von zu Hause aus. Telefonisch Kataloge bestellen, Stapel von Katalogen. Listen von Herstellern für die verschiedensten Komponenten gab es damals schon vom Solarmobilverein Erlangen. Die waren früh dabei. Und bei den Motoren, nachschauen, was die für Leistungskurven haben und vergleichen.
Nach langen Recherchen – ohne Internet! – entschied ich mich für einen 1kW Drehstrom-Synchronmotor mit einer 4-Quadranten Motorsteuerung für den industriellen Einsatz – die gab es neuerdings im Format einer Doppeleuropakarte, vor 1990 benötigte man dafür eben noch kiloschwere Siemens-Schaltschränke.

Die auf dem Liegerad verbauten Solarzellen konnten auch während der Fahrt die zehn in Reihe geschaltete Motorradbatterien über einen „Maximum-Powertracker“ von Brusa aufladen – ein Wandler-Wunder mit 99% Wirkungsgrad, dieser wandelt Spannungen aus einem weiten Bereich, findet bei Speisung aus Solarmodulen den Punkt maximaler Leistung, und hinten kommt eine definierte, hohe Ausgangsspannung zum Laden der Batterien raus. Kostete 1.200 DM.
Zukauf war auf jeden Fall billiger. Als Beispiel so ein Gasgriff – machst du da was mit einem Seilzug und einem Poti oder nimmst du direkt den käuflichen Drehgriff mit eingebautem Poti? Es sind hochtechnisierte Produkte.
Das Solarmobil war ja eher eine Machbarkeitsstudie. Wie energiesparend kann so etwas sein – vor allem durch Leichtbau und effiziente Technik?! Die Alltagstauglichkeit stand da nicht so im Vordergrund.

Habt ihr euch sponsorn lassen?

Ich hab mal bei dieser Bank angerufen „Wir machen den Weg frei“ – die warben grade mit einem Solarmobil, aber der Werbeauftrag war ja an eine Marketingfirma gegeben worden, die Bank selber hatte für „Wegfreimacher“ kein Budget und dann ist das ganze im Sande verlaufen. Ich bin kein Marketingmann. Leute bequatschen, um an Geld zu kommen gehört nicht zu meinen Stärken und führt auch nur zu neuen Abhängigkeiten.
Das war schon eher ein Weg, sich finanziell zu ruinieren. Es gab damals viele engagierte Hobbyisten, die sich reichlich ruiniert haben. Lehrreich. Ich weiß jetzt eben auch besser, was ich nicht kann und will und bin daher wieder zufriedener mit einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis.


Wie seid ihr zu den Rennen gekommen?

Nach zwei Jahren Entwicklung hatten wir ein funktionsfähiges Solarmobil. 1,2m breit – passte auf einen kleinen Anhänger, der hing dann an einer Charleston-Ente.

Hast du davon Bilder?

Ne, damals hatte ich noch keine Digitalkamera. Wir selber waren nicht die Fotoheinis.
Also: Hänger an die Ente, 40kg Batterien im Dreirad auf dem Hänger, aber die Krönung am Dreirad war ja noch die stufenlos verstellbare Keilriemenscheibe, um den Motor immer im Optimum drehen zu lassen. Obwohl der Drehstrommotor von nahezu 0 Umdrehungen an sofort 90% Wirkungsgrad bot – der ist im Betrieb ja nicht mal handwarm geworden – wollten wir das Drehmoment stufenlos sowohl bei niedrigen Geschwindigkeiten am Berg, als auch bei hohen in der Ebene nutzen.

Rekuperation?
Klar, vier Quadranten. Vorwärts, vorwärts mit Rekuperation, rückwärts, rückwärts mit Rekuperation. Man hätte also rückwärts bergab die Akkus aufladen können. Aber für effektive Rekuperation musst du ja schon ’ne längere Gefällestrecke haben, sonst verarschst du nur deine teure Ladekontrolle. Diese bilanziert zwar brav die Ströme, die in die Akkus rein- und rausfliessen, aber die Chemie in den Akkus muss sich erst umbauen und anpassen, sonst lädt die Batterie nicht, sondern wird einfach nur warm.

Der Motor hängt dauernd drin?
Dauereingriff – Kraftschluss in beide Richtungen. Als wir damit zum ersten Mal am Steinbecker Bahnhofsgelände – noch ohne OBI und Akzenta – rumgefahren sind – das hat richtig Spaß gemacht! Da ist richtig Saft dahinter.

War Wuppertal Inspiration zu einem solchen Fahrzeug?

Ne, in den 1990igern sah man deutlich weniger Fahrräder als jetzt. Das war eine rein private Initiative, die sich aus dieser Paarung Rahmenbauer-Physiker ergab. Kein Netzwerk – keine dritten Beteiligten. Es war eine persönliche Spinnerei von uns beiden. Zur Topografie hat Hans-Arnold nur gesagt: Der Feind des Zweiradfahrers ist der Wind, nicht der Berg.

Fährst Du denn heute ein Pedelec?

Dafür reicht mein Umweltgewissen nicht aus. Ich fahr mit dem Auto zur Arbeit. Zurück muss ich ja einen Berg hoch. Als Fahrradfahrer bist du zwar an der Luft und im Leben, hast auch einen ganz anderen Blick für Fußgänger. Aber ich bin bequem geworden und genieße meine Ruhe in der Blechdose – manchmal auch ohne Ruhe – dafür mit Scorpions!
Also: Ein Tesla wäre noch mein Traum von elektrischer Fortbewegung -mit der Beschleunigungsstufe „von Sinnen“ – aber ab 70.000 Dollar!!!

Mann auf Liegerad mit kurzen Hosen zwischen Solarmobilen mit Solarzellen-Bedeckung

Mein Interview-Partner Axel Temmink am Start

Wuppertaler gewinnen Solarmobil-Meisterschaft

In Fahrt in Berlin

Diese Schlagzeile erscheint jetzt erstmalig und das satte 23 Jahre zu spät.
Die Solarmobil-Meisterschaft wurde in der Kategorie „Prototypen“ 1993 gewonnen.

Durch den Blick in ein Schaufenster wurde ich aufmerksam auf eine Konstruktion, die zwar wie ein normales Pedelec mit Gepäckträger-Akku aussah, aber bei der der Motor vor dem Rahmen hing und seine Kraft über einen Riemen auf eine aufgedoppelte Felge am Hinterrad übertrug. So, als ob es zum Konstruktionszeitpunkt noch keine Radnabenmotoren für Fahrräder gegeben hätte. Gab es auch noch nicht. Aber zwei Leute, die sich für die Konstruktion von Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung begeistern konnten und viel Zeit und Geld in die Entwicklung ihrer Räder steckten. Ein Rahmenbauer mit einem Faible für Liegedreiräder und ein studierter Physiker, die sich im legendären Dröppelken in der Elberfelder Südstadt kennengelernt hatten.

In bierseligen Abenden wurde die Idee eines Solarmobils geboren, auf Basis eines neu zu entwickelnden Liegedreirades und mit neu zu schaffendem Antrieb, Motorsteuerung und Laderegelung. Und nach zwei Jahren Entwicklung war es dann so weit, die Teilnahmen an den Läufen war erfolgreich absolviert und die Kategorie „Prototypen“ mit einem faszinierenden Konstrukt  gewonnen.

Nach den Läufen wurde gemessen, wieviel Ladung in die Akkus passt – also wieviel für die Strecke verbraucht wurde. Und da war das Fahrzeug mit Rekuperation, Solarzellen und einem ehemaligen Radrennfahrer eben eins: Spitze.

Interviews mit den beiden beteiligten Akteuren Axel Temmink und Hans Arnold Verspohl werde ich in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Controllergehäuse im Format einer HiFi-Komponente (4-Quadrantenregler für Drehstrom-Synchronmotor auf einer Doppel-Europakarte) – das Fahrzeug hätte mit Batterien und Panelen ein Gewicht von 95kg. Neue Reifen, Batterien und die Spurstangenköpfe einhängen – und auch nach 23 Jahren: fahrbereit!