Wandparallele Fahrradständer

Fahrräder an Rohren an einer Wand anschlossen

Das ist uninah in Köln …

Motorroller und Motorrad in Fahrradbügeln

… das ist vor dem Einwohnermeldeamt in Wuppertal

Wow, das ist doch mal eine gute Maßnahme: damit die Räder nicht querbeet auf dem Bürgersteig stehen, wurden an der Hauswand längs Rohre befestigt, an die Fahrräder anschlossen werden können.
Zu besichtigen ist die Installation in Köln.

In Wuppertal wollte ich schon fast die Serie „Wuppertal – Stadt der leeren Fahrradständer machen“ – nur leider würde der Wochentag nicht auf den Bildern zu sehen sein und es könnte für eine Polemik gehalten werden („Klar, am Sonntag steht kein Rad an der Uni/ IKEA/ Bahnhof“).

So freute ich mich über Fahrradbügel, die unter der Woche von der lokalen Bevölkerung für die Beherbergung ihrer Zweiräder ausgewählt wurden.

Vielleicht twittere ich das Trauerspiel einfach nur noch. Dann ist in etwa der Wochentag und die Uhrzeit dabei – wenn ich mal Datenrate habe und nicht mehr paranoid mit meinen EXIF-Foto-Metadaten bin.

Archteure Luftpumpe mit Doppelkopf

Schriftzug auf dem Aluminium-Korpus einer Luftpumpe

Kleine Luftpumpe für € 18

Doppelkopf einer Luftpumpe für verschiedene Ventilarten aus eloxierten Aluminium

Doppelkopf für verschiedene Ventilarten aus eloxierten Aluminium

Luftpumpe auf Ventil geschraubt

Unzugängliche Ventile in tiefen Felgen

Ich hatte mal wieder wenig Luft im Reifen. Nein, nicht neulich – schon früher mal. Als ich spontan dachte: ich brauch mal wieder Luft im Reifen … kauf‘ ich mir doch mal so eine praktische kleine Luftpumpe für unterwegs.

Als mich der Fahrradhändler nach dem Erwerb damit auf der Straße vor seinem Schaufenster sah, wie ich dann heftig pumpend vor meinem Fahrrad hockte, hat er sich meiner erbarmt und seine Standluftpumpe rausgebracht und meinen Reifen auf den gewünschten Umfang gebracht. Na toll, die Service-Leistung wäre mich sicherlich günstiger gekommen als die 18€, die ich ihm kurz zuvor über den Tresen geschoben hatte.

Meine Standluftpumpe funktioniert im Übrigen immer noch – Totgesagte leben länger mit Gaffa-Tape.

Na fein, hatte ich also eine für meinen Geschmack überteuerte, grotesk kleine Luftpumpe im Gepäck und so recht keine Verwendung … bis ich beim AStA war. Der AStA kümmert sich ja um das Projekt Radup! und irgendwie kam das Gespräch darauf, dass es einen Bollerwagen im AStA gäbe, bei dem aber alle Reifen platt seien.
Und da konnte diese Pumpe ihr großes Plus ausspielen: der Doppelkopf, der sich auf Ventile aufschrauben läßt, die nur noch knapp aus der Felge herausragen. Zu Hause konnte ich gleich bei meiner Sackkarre weitermachen…

Und weil sie so klein und außergewöhnlich ist, finde ich sie weder im Internet um sie zu verlinken, noch bei meinem Werkzeug um sie zu benutzen.

Kindheitserinnerungen

Strasse mit Spuren entfernter Haltelinien

Reste des ehemaligen Überwegs mit Lichtzeichenanlage vor der ehemaligen Grundschule Westfalendamm

Bismarckstraße Schwelm

Zebrastreifen vor dem ehemaligen Postamt in Schwelm

Stück Landstraße und erntereife Rapsfelder

Landstraße außerhalb von Schwelm in Richtung Bevertalsperre

Der Zebrastreifen vor meiner Grundschule wurde 1983 durch eine Lichtzeichenanlage mit Bettelpunkt getauscht. Dass sich mein Vater darüber aufregte, hatte ich damals nicht richtig verstanden. Die Ampel lag auch nicht auf meinem Weg zur Schule, den ich selbstverständlich seit dem ersten Tag zu Fuß bewältigte – es waren aber auch nur 600m und nur eine Straße zu queren.
Was meinen Vater an der Einrichtung der Ampel störte, war die Umkehrung der Pflicht zum Aufpassen.

Meine erste Verkehrstote – eine ältere Frau, die 1985 auf einem Zebrastreifen überfahren wurde – konnte ich aus einem Erker-Fenster im ersten Stock eines angrenzenden Hauses betrachten – den 3er-BMW des Täters auch. Heute ist die Kreuzung durch die Einrichtung einer Einbahnstraße deutlich entschärft, das Tempo auf 30km/h gesenkt und die Straße baulich verengt. Es scheint nicht die einzige Tote auf dem Zebrastreifen vor der Post gewesen zu sein.

Im Straßenverkehr gibt es halt die Todesstrafe für Unachtsamkeit – oder aus reiner Willkür.

Als im September 1985 ein Trupp 14-15jähriger von Schwelm aus zur Bevertalsperre aufbrach, wurde der zu letzt Fahrende nach einem Sturz von einem Auto überrollt und war sofort tot. Das wäre mir völlig egal gewesen, ich war damals 8, aber mein bester Freund in der Grundschule, der schon ein silbernes 3-Gang-Kinderrennrad hatte, durfte nie mehr mit mir Fahrrad fahren. Seine Mutter hatte ihm das Fahrradfahren aufgrund dieses Unfalls mit dem Todesopfer in einer befreundeten Familie für immer verboten. Ob er inzwischen als gestandener Profi-Golfer nicht doch fährt – ich weiß es nicht.

Ich durfte auf jeden Fall weiterhin Fahrrad fahren. Und auch mein Sohn, der bald 14 ist, darf die 11km zu seiner Schule auch mit dem Fahrrad fahren – der Gefahr zum Trotz.

Zwei Platten und eine Busfahrt

Glasscherbe in Fahrradreifendecke

Mantel mit Sichtfenster

Bustickets

Für €5 den Berg wieder hoch

Flicken mit blauem Rand

Nicht nur Tubless-Mäntel werden damit geflickt – auch pannensichere

Zum Glück ist grad kein Kindergarten. Berufstätige Eltern von Kindern im Übergang von Kindergarten auf Grundschule haben in dieser Zeit immer besonders viel Betreuungsbedarf – der offene Ganztag der Grundschule hat noch nicht auf – aber der Kindergarten zu. Diesmal wurden die Kinder anderweitig betreut und ich konnte ohne Kinderbringdienst zur Arbeit mit dem Fahrrad. Ob Regen oder nicht, ist mir dabei egal – was mir nicht egal war, war dieses plötzlich auftretende, schwammige Gefühl im Hinterrad, das sich beim Absteigen auch mit einem Pffff als großes Loch im Reifen plausibilisierte. Eine etwa 1cm lange Scherbe hatte sich durch den pannensicheren Reifen gestochen, zerbrach und perforierte den Schlauch.
Das habe ich aber erst später festgestellt, denn ich, weil ich mich auf die Pannensicherheit von Schwalbe Marathon verlasse, führe kein Flickzeug mit.
Hurra, es gibt hier ja auch einen ÖPNV! Also habe ich das Rad zur nächsten Haltestelle geschoben, wo schon jemand auf den Bus wartete – vermutlich hätte ich vergessen, dass da eine Bushaltestelle ist, wenn der da nicht so bestellt und nicht abgeholt gestanden hätte – und das Rad in den Bus Richtung Ausgangspunkt verfrachtet.
Die Busfahrerin meinte, dass mein 2km entferntes Ziel ja grade noch Kurzstrecke ist, aber bei dem Preis für das Fahrrad könnte sie nichts machen. Naja, mir egal, wenn ich einmal Bus fahre, dann kann ich auch den vollen Preis zahlen, Hauptsache, ich muss den Berg nicht hoch schieben.
Um die Sache abzukürzen habe ich mir mal das Reifenflicken geschenkt und habe ein anderes Rad (mit halber Akkuladung und Schleicher) genommen – den Luftdruck überprüft, ihn wirklich für zu gering gewertet und nochmal ordentlich Druck auf den Hinterreifen gegeben. Der blieb auch drin … bis kurz hinter der Gänsebrücke. Dann quittierte auch dieses Hinterrad mit einem Pffffffffff den Dienst. Na danke. Wenigstens nicht auch noch die Kinder dabei, die jetzt die restliche Strecke hätten laufen müssen. Davon ab, wäre ich viel zu spät und jenseits der Bringzeit da gewesen.
Der nächste Fahrradhändler in meiner bevorzugten Richtung ist in Sonnborn. Schieben war demnach angezeigt. 3km – bis ich da bin, hat der auch geöffnet
Einmal bitte einen neuen Schlauch, eine Runde Flickzeug mit Reifenhebern, ein 24″-Mantel mit Stollen für ein zu flickendes Kinderfahrrad und … brauche ich sonst noch was? Einen neuen pannensicheren Mantel, wie mir der Inhaber aufgrund des fortgeschrittenen Verschleiß des vorhandenen deutlich machte. Dafür, dass der Reifen aber auch schon 10 Jahre auf dem Fahrrad war, hat er sich gut gehalten – nur lag die Karkasse seitlich offen.

Mit 1¾ Stunden Verspätung konnte ich mich dann endlich auf meinem Gleitzeitkonto einbuchen.

Herren- oder besitzloses Gut?

Fahrrad angeschlossen an Handlauf

Steht da doof, wenn jemand mit einem Kinderwagen von oben kommt

Oops. Da liegt ja jetzt das Schloss…

Oh, welch ein schönes Motiv für meinen Blog! Ein Fahrrad, das einen Gehweg blockiert. Nicht nur Radwege werden beklagenswerter Weise zugeparkt. Auch Radfahrer, die ihr Rad ohne viel Hirn abstellen gibt es. Hätte jetzt auch einen Artikel bebildern können, der auf den Mangel von Radabstellanlagen an der Bergischen Universität Wuppertal hinweist – ich bin da inhaltlich flexibel.

Als ich 20 Minuten später wieder daran vorbeiging, habe ich mich doch noch dazu hinreißen lassen, die Stellung etwas zu korrigieren und das Rad etwa 90° gedreht wieder an das Geländer gelehnt. Dabei fiel das Zahlenschloss runter.

Das kannst Du aber so jetzt nicht mehr stehen lassen, sagte mir ein mich begleitender Kollege. Ok, ich also zu der nächst größeren Ansammlung von sitzenden Menschen rein und laut gerufen: Gehört jemandem hier ein schäbbig abgestelltes CONWAY-Fahrrad? Nö.

Gut, Fundbüro ist mittags zu, also habe ich das Rad mit in mein Büro genommen. Schnell wieder runter gelaufen und einen Zettel mit Verweis auf meine Raumnummer an das Geländer geklebt.

Der Nachmittag verstrich, der nächste Morgen, keiner wollte das Rad abholen. War es selbst geklaut, dass es keiner haben wollte? Also Fund-Anzeige zur Polizei raus, Seriennummer und Foto des Rades als Anlage, und mich schon heimlich auf den Moment in 6 Monaten gefreut, wenn die Sache in meinen Besitz übergegangen wäre – wenn nicht doch noch jemand kleinlaut angekommen wäre und meinte, dass es sein Rad sei. Er hätte es am Abend zuvor dort im Dunkeln abgestellt und anschließend vergessen, dass er mit dem Fahrrad zur Uni gekommen sei. Ist ja auch ganz schön unwahrscheinlich gewesen.

Berlin

Fahrradabstellbox

Running gag in meinem Blog, seit einer mal über „diese bescheuerte Düsseldorfer-ADFC-Idee“ geschimpft hatte, als es um die Errichtung von Fahrradgaragen ging

Volksentscheid Rad – das ist das Erste, das mir in den Sinn kommt, wenn ich an Fahrradfahren in Berlin denke. Und, wo ich da war, direkt sage: Ja, in Berlin wird Rad gefahren. Und wenn die Fahrradstadt werden wollen, dann sind sie da nicht so weit entfernt, das ist realistisch.

Fahhradfahrer überqueren auf Fahrradfurt

Berlin hat einen formidablen Modalsplit – mit nur 33% MIV (Wuppertal 65%)

Mann sitzt im Berliner Hinterhof vor Fahrrad

So schön: Hinterhof-Idylle: meditative Fahrradbeschraubung

Wuppertal.

Ich lass das mal so stehen. Berlin hat Endmoränen-Charakter. Das heißt, in der Eiszeit wurde die Fläche von mehreren Gletschern so glatt gelutscht, dass Höhenmeter keine bekannte Einheit für Radfahrende in Berlin ist. Da brauche ich keine Skipisten-Deklaration auf beliebigen Straßen.

Was mir im Gegensatz zu Münster auffiel war, dass keine Schrotträder rumstanden. Das taten sie auch in München nicht, aber ich nehme an, dass die Entsorgung von abgestellten Fahrrädern privat und illegal organisiert wird. So hat jeder was davon. Ich nicht, ich habe mich mal wieder nicht auf Leihrädern für 10€ pro Tag, oder mit dem LIDL-Bike sondern mit der U-Bahn fortbewegt. Da hab ich festgestellt, dass es schon cool ist, wenn man ein Fahrrad mit Platten einfach so durch die Stadt bewegen kann und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Aber macht nicht grade die direkte Interaktion mit anderen den Reiz des Radfahrens aus?