Lastenanhänger außer Dienst gestellt

Ausgebaute Fahrradanhänger-Deichsel

Ausrangierte Deichsel – verbogen durch Nutzung – bitte den Knick bei dem braunen Ende beachten, der Teil der Deichsel stak im Hängerrahmen – und sollte eine grade Linie bis zur gewollten Abwinkelung bilden …

Bolzen und Schieblehre

Bolzen – erwarteter Durchmesser: 8mm

Benutzte Deichsel

Durchmesser einer Bohrung in der Anhängerdeichsel – ist wohl jetzt eher ein Langloch…

Eigentlich wollte ich um die Außerbetriebsetzung des Lastenanhängers kein großes Gewese machen.

Dann kam Norbert, und schlug vor, Getränkekisten auf einem Fahrradanhänger hoch zu stapeln.

Nein.

Nicht zur unmittelbaren Nachahmung empfohlen. Vor allem nicht bei Notbremssituationen in Rechtskurven. Nach 10 oder 15 Touren mit 50 kg Hühnerfutter kann ich nur sagen: Besser nicht mit einem beliebigen Baumarkthänger versuchen. Die Dinger haben eine maximale Zuladung. … und das Rahmenmaterial unterliegt einem Verschleiß …

Bei Hühnerfuttersäcken habe ich wenigstens noch einen niedrigen Schwerpunkt. Anhänger mit der Deichsel in Radnabenhöhe können einfach kippen und sich überschlagen, aber das räumt Norbert ja auch in seinem anschließenden Kommentar ein.

Und wer einen verweseneren Kinderanhänger als ich zieht, darf sich gerne melden. Dann trinken wir mal ein Bier zusammen. Das transportiere ich dann auf der umgeklappten Rücksitzbank meines nicht-existenten Kleinwagens. Oder wenn ich bei dem Vorhandenen die Sitze rausgenommen habe, dann das Bier auch mit Fahrrad und Hänger.

Nichts für ungut, Norbert ;-) – aber die oberste Reihe Kästen hätte sogar ich nicht mehr draufgepackt. Vielleicht gibt es auch irgendwann eine Ladungssicherungsbroschüre für Lastenräder…

Miri’s Mighty Mint und Zwergziege

Bergische Schieferwand mit davor platzierten Fahrrädern

Beide zusammen im einzigen Fahrradständer im Dorf

Kasten Flens auf Vorderradgepäckträger

Der Frontgepäckträger lädt dazu ein, einen Kasten Bier statt einer Schultasche darauf zu platzieren – nur der Vorbau ist zu tief und die Züge bleiben hängen

Kasten Flens auf Frontgepäckträger

Durch den höheren Vorbau lässt sich jetzt auch das Rad mit dieser Art Transportgut lenken

Nach dem unglücklichen Ende der Bergziege wollte ich a.) so schnell wie möglich wieder ein solches Rad haben, b.) möglichst viele Teile weiterverwenden.

Den 24″-Motor wieder ausspeichen zu lassen – und in eine größere Felge wieder einspeichen zu lassen, fand ich jetzt keine gute Option. Das Drehmoment in der 20″-Felge ist einfach zu geil. Einen neuen Rahmen Bergziege bekomme ich wohl nicht mehr gelötet, aber Hans-Arnold hat ja noch ein paar von seinen Mini-Speedbike-Rahmen auf Lager. Bei Verwendung dieses Rahmens fehlte mir dann nur Gepäckträger, Sattelstütze und Vorderrad mit Schutzblech – den Rest hatte ich ja.

Da der Radstand geringer ist, ist die „Gefahr“ eines Wheelies noch höher. Also habe ich noch einen großen, am Rahmen zu fixierenden Gepäckträger dazu bestellt. Leider war der bisher verwendete Vorbau zu kurz, um bei etwas Höherem als einer Schultasche noch lenken zu können.

Tja, und wenn ich meiner 12jährigen Tochter so etwas angedeihen lasse, ist es ja nur fair, wenn der 14jährige auch so eines bekommt.  Dafür brauchte ich wieder einen neuen Rahmen – und das Liegerad.

Der Name „Bergziege [kompakt]“ wurde von meinen Kindern nicht goutiert – das mintfarbene wurde „Miri’s Mighty Mint“ getauft und als mein Sohn das orange zur Verfügung gestellt bekommen hat, hat er es kurzerhand „Zwergziege“ genannt.
Kinder …

 

100%-#mdrza-Frust

Salzkruste auf Fahrradchutzblech

„Bei Eis und Schnee“ heißt eher bei „Nässe und gesalzenen Straßen

Jeden Werktag mit dem Fahrrad zu Arbeit ist eine Herausforderung. Muss ich mich beim ÖPNV nicht um die Bereitstellung und Wartung der Fahrzeuge kümmern, habe ich beim Auto nicht einmal im Entferntesten vor, etwas selber machen zu wollen (außer Öl und Kühlwasser nachkippen) bin ich mit meiner gewählten Lösung: mit einem selbstgebauten Pedelec jeden Tag knapp 30 km hier in Wuppertal abzureißen nach 8 Jahren sporadisch und seit 5 Jahren permanent jetzt auch mal ganz schön auf dem Zahnfleisch. Die Rechnung, dass ich in der Zeit etwa Benzin im Wert von 4.000 €  gespart und damit etwa 6 Tonnen CO2 vermieden habe, befriedigt mich jetzt auch nur mäßig. Denn im Prinzip sind das auch nur 100 € pro Monat. Das ist in etwa so motivierend wie für einen Raucher mit dem Rauchen aufzuhören, weil es ihn Geld kostet.

mit Kabelbindern notdürftig geflicktes Schutzblech

Schutzblech notdürftig mit Kabelbindern geflickt

Ohne:

  • Zweitrad in der Hinterhand (das die gleichen Ausstattungsmerkmale hat (Motor und Anhängerkupplung))
  • Zeitnahen Justierservice
  • Online-Ersatzteilversorgung
  • Werkzeug, Platz und Zeit zum Schrauben

habe ich keine Ahnung, wie das zu schaffen sein soll. Gut, ich habe spezielle Anforderungen, das Rad muss pro Tag 30 km Strecke – davon etwa 2 km Waldweg  – überleben, 500 Höhenmeter, 60 km/h-Bergabfahrten und bis zu 60 kg Gepäck (Mein Krempel + Kinder). Da grätscht einfach einiges weg. Auch meine Kleidung leidet – das täte sie im Auto nicht.

 

Nach Ausbau in Einzelteile zerfallenes Ritzelpaket

Ritzelpaket, das nach Ausbau direkt in seine Einzelteile zerfiel

Also wie ich andere Menschen davon überzeugen soll, ihr Auto stehen zu lassen, und stattdessen (ohne an ihrem Wohnort oder der Arbeitsstelle etwas zu ändern) auf Fahrrad (mit oder ohne Motor) umzusteigen ist mir schleierhaft. Wirtschaftlich erscheint mir das grade nicht.

Wer es immer noch nicht verstanden hat: es ist egal, ob der Weg ein Radweg ist oder eine Straße – das ist Psychologie und empfundene Sicherheit – es ändert nichts an der Tatsache, dass Verschleiß ungeahnten Ausmaßes und Wartungsbedarf diejenigen erwartet, die sich überlegen in Wuppertal ihr Auto für ein Fahrrad stehen zu lassen. Fahrradteile sind scheinbar nicht für tausende Kilometer konzipiert! Das was ich für Benzin ausgeben würde, steck ich in Ersatzteilen wieder rein. Beispielsweise ein Marathon Schwalbe Mantel – hält 5.000? 10.000? km – kostet 30 €. Dafür kauf ich bei einem Kleinwagen auch einen Reifen. Der hält aber deutlich länger. Antrieb: Kette, Ritzel und Kettenblätter – halten – wenn es hochkommt – 6.000 km. Bremsen – lachhaft. Das Zeugs ist filigran und auf geringes Gewicht getrimmt. Was ich brauche sind robuste einfache Teile – und endlich mal eine gekapselte Kette. Und möglich wäre die mit einem Pinion-Getriebe oder einer Rohloff-Speedhub – für das Geld, das ich dafür benötige, bekomme ich ein gebrauchtes Auto! Hält dann auch länger … wer jetzt? Das Auto oder das Rad? Das Auto hat zwar noch mehr Kosten, aber bei einem Fahrrad, dass dann knapp 5.000 € kostet, würde sogar ich eine Diebstahlversicherung abschließen. Bei einer prognositizierten Laufzeit von 15 Jahren.

Weiterhin: nach wie vor hat kein Fahrradhändler zum beruflichen Pendelzeiten offen. Der nächste Händler ist 6 km von meinem Wohnort entfernt und das in die falsche Richtung.

Einfach alle Autofahrende zu Radfahrenden machen zu wollen ist Kokolores. Als innenstädtischer Radaktivist mit begrenztem Radius gibt es keine bessere Lösung als das Fahrrad. In der Vorstadt leider schon. Solange Erdöl nicht signifikant teurer wird:
It’s the economy, stupid.

 

Apropos: Mein letzter gekaufter und beim Händler noch direkt aufgezogener Mantel ohne Pannenschutz hat 10 km gehalten bis die Luft durch einen Durchstich wieder draußen war.
Flicken kann ich … MUSS ICH JA AUCH

 
Und – wie könnte es anders sein – in dieser Woche, in der ich an diesem Artikel herumfeile, passiert auch noch Folgendes. Ich geh auf dem Zahnfleisch …
 

Karlsruhe

Dächer Karlsruhes vom KIT Senatssaal aus fotografiert

Karlsruhe ist flach. FLACH. FLAAACH. Hier wurde das Laufrad von Herrn Drais erfunden. Es ist FLAAAAAAAAAAAAACH

 

Tu felix austria Karlsruhe. Modalsplit der Stadt Karlsruhe: zu Fuß 24,4%, Fahrrad 24,5%, ÖV 16,7%, MIV 34,4% (Quelle). Das ist in etwas das,  was sich das Wuppertal Institut für die Stadt Wuppertal auch vorstellt und wovon Wuppertal sehr weit entfernt ist. Aber auch in Karlsruhe können sich Menschen eine Verkehrswende vorstellen – eine Wende zum Besseren

Zwar herrschen auch in Karlsruhe nicht ständig eitel Sonnenschein, aber ich habe in Karlsruhe auch bei Regen aktive Alltags-Radfahrende gesehen. Anmerkung für Lesende außerhalb Wuppertals: die gibt es in Wuppertal fast gar nicht. Wer einen sieht, darf ihn behalten – nein, nicht überfahren.

Pedelecs sah ich in den zahlreichen öffentlichen Fahrradständern fast gar nicht. Immerhin gibt es einen Pedelec-Verleih für 2 € pro 30 Minuten. Das ist etwas teurer als sigo, mit den 4,5 € je 90 Minuten. Aber dafür zahlreiche Räder mit Anhängerkupplungen und mehrere Anhänger in Bewegung. Die Entwicklung von 2005 bis 2012 hätte nicht stattfinden können, wenn nicht  die naturräumlichen Grundlagen ohnehin radverkehrfreundlich gewesen wäre. Und das heißt: Karlsruhe liegt in der Rheinebene und ist platt wie ein Pfannekuchen. Und noch eine Parallele zu Münster/ Westfalen ist mir aufgefallen: beide Städte sind „Verwaltungshochburgen“, kaum Industrie, dafür jede Menge Bürojobs im öffentlichen Dienst. Das schlägt sich auch im Eigensinn einer Stadt nieder.

 

Alter Bafang-Nabenflansch und der Scheibenbremsenbremssattel

Bremssattel nahe Nabenflansch an einem Bafang Vorderradmotor

Das Rad ließ sich nicht so einfach einbauen – nur in einer bestimmten Position – und drehen lassen, wollte es sich erst recht nicht.

Hoher Nabenflansch der alten Bafangs

Hoher Nabenflansch der alten Bafangs mit Speiche von Innen – Speiche von Außen – immer im Wechsel

Bremssattel und Flansch von Vorne

Abstand zwischen Bremssattel und Nabenflansch nach Umspannen der Speichen, die außen waren

Nicht nur, dass ich chronisch pleite bin, ich bin sogar akut pleite. So pleite, dass ich die € 240 für einen neuen Motor nicht grade im Socken stecken habe. Also musste ich mir anderweitig behelfen. Und da dieses Rad nie gefahren wurde, aber hier noch rumsteht, habe ich einfach mal das Vorderrad (erstmal leihweise) in mein Rad eingebaut. Technik von 2008 – ein Motor ohne innere Sensorik – wie passend für meinen Controller, der auf solchen Schnickschnack ohnehin keine Rücksicht nimmt. 3 Adern verbinden – fertig. Dreht sich aber nicht.

Der Motor lief bisher ganz gut in einem Rad ohne Scheibenbremse. Nun kam die Scheibenbremse hinzu – und mit ihr der Bremssattel an der Gabel. Wie gesagt, das Gehäuse ist von 2008, da ist der Nabenflansch noch nicht abgesetzt. So blieben die Speichen, die von Innen eingesteckt waren, an dem Sattel hängen. Also – die 9 Speichen nacheinander umhängen und in etwa wieder festziehen. Bis zu Hans-Arnold reicht diese Art der Tendenzpassung.

Warum brauchte ich einen anderen Motor? Weil ein Bafang in dem Moment gestorben ist, an dem sein Gehäuse im Eimer ist. Und ein kaputter Deckel führt dazu, dass ich jetzt erstmal wieder einen Motor-Freilauf auf Lager habe.

 

Gabeltausch wegen ausgeleiertem Ausfallende

Messschieber an Ausfallende

1,72 mm zu weites Ausfallende … nach über 30.000 km

Rohr mit Rohrschneiderritzung

Rohrschneider will auch nicht mehr und bleibt nicht in einer Kerbe

Gabel von links

Gabelschenkel länger als bei der bisher verbauten. Cantileversockel allerdings an korrekter Position für ein 28″-Rad

Vielleicht ist auch einfach die Gabel fertig. Jo. Nachdem der Steuersatz dran war, ist jetzt auch mal die Gabel ausgelutscht. Vielleicht sollte ich mir auch einfach ein neues Fahrrad kaufen – so ein echtes – vom Händler – mit Garantie und so einem Schnickschnack. Ich bin aber chronisch pleite oder sehe nicht ein, Kredit für meine Mobilität aufzunehmen.

Also geht es weiter im Low-Budget-Bereich – oder im DIY.

Was schrieb ich mal? Gutes Werkzeug macht glücklich? Ja, und beschissenes Werkzeug macht unglücklich. Diesmal versagte mein Rohrschneider. Er blieb einfach nicht in der Spur, sondern drehte fröhlich eine Spirale auf den Gabelschaft. Da habe ich mit einer Rohrschelle und einem Kindersitzhalter-Sattelrohr-Adapter eine Lehre gebaut, damit das Dingen bei seinem letzten Einsatz auf der Spur – oder in der einen Kerbe blieb.

Und nachdem ich fertig war, den Gabelschaft auf die gleiche Länge wie die bisherige abzulängen, habe ich sehr gestaunt, weil ich das Schutzblech nicht einfach wieder dranbekam – ich hatte doch die gleiche Gabel bestellt gehabt?!

So sitz ich jetzt eben etwas aufrechter auf meinem Rad, weil die Gabelschenkel länger als bei der alten Gabel sind und mein Vorbau damit insgesamt höher kommt.

Aber mit welchem Vorderrad? Das kommt dann im nächsten Teil.