Fahrrad macht fit

Ich habe abgenommen in den letzten drei Jahren. Meinen Wohlstandsspeck verloren, den ich im Auto mit mir herumgefahren habe. Ich staune, wie weit ich auf einmal schnell laufen kann ohne außer Atem zu sein. Verwundert stellte ich das fest, als ich einmal schnell den Ölberg bei Regen hochlaufen musste und als ich ankam merkte, dass ich das ganze Stück ohne Pause gerannt bin. In der S-Bahn japse ich nicht mehr minutenlang nach Luft, weil ich wieder alles zeitlich zu knapp kalkuliert habe. (Nicht-Raucher/ Nicht-Sportler/ Mitte 30)

Jeden Tag draußen sein, eine dreiviertel Stunde morgens, eine halbe abends wirkt sich auch auf mein Gemüt aus. Ob ich mit dem Auto zur Arbeit komme, oder mit dem Rad merke ich und meine Kollegen an meiner Laune – mit Rad ist sie definitiv besser und ich bin wirklich wach.
(Es ist schon eine Weile her, dass ich mal mit dem Auto gefahren bin.)

Es war nicht von jetzt auf gleich, aber die Umrüstung meines Rades auf Pedelec-Betrieb hat die Schwelle auf jeden Fall gesenkt, mich auf zwei dünne Reifen in Wuppertal zu schwingen.

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Mit Anlauf 28 km/h in der Ebene

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Danke, freut mich auch :-)

Umwege erhöhen die Ortskenntnis und als GPS-Tracks sehen meine Wege Wohnen-Arbeit-Wohnen aus wie weite Schwingungen einer Saite. Auf 11 km Luftlinie kann ich auch mal 15 km unterwegs sein. Denn statt morgens immer nur unten durch die Stadt zu fahren, kann ich auch den Elefanten im Zoo Guten Tag sagen und den Ausblick von der Königshöhe genießen, bevor ich dann die letzen beiden Kilometer nicht hoch, sondern runter fahre.

Wie gesagt, ohne 250W-Motor wäre ich nie auf die Idee gekommen, mal über den Kiesbergtunnel zu fahren – und das nicht auf der Samba-Trasse mit ihrer geringen Steigung und weitem Bogen – ich will ja noch ankommen…

Unter der Hand unter Männern:
Ein Liegeradfahrer meinte zu mir mal, dass das Fahren eines Liegerades einen noch schöneren Gluteus maximus (vulgo: Knackarsch) heraustrainiert als das Fahren in aufrechter Sitzposition. Seine Partnerin fände das besonders schön – und andere Frauen auch.

Kurzer Einwurf von Frauenseite:
Das sollte bei weiblichen Gluteen genauso funktionieren! ;)

Dass es funktioniert, sieht man an dem Phänomen, voyeuristisch Personen auf Fahrrädern zu fotografieren und die Bilder dann in sogenannten ‚cycle chic‘ Seiten zu veröffentlichen.

 

10 Gedanken zu „Fahrrad macht fit

  1. Frank

    Hallo und danke für die motivierenden Worte.
    Ich habe den Übergang vom Auto- zum Pedelec-Pendler gerade in Angriff genommen und hoffe, in 3 Jahren ähliches berichten zu können.
    Das Pedelec ist nun jedenfalls vorhanden und die erste Woche Pendeln Cronenberg – Uellendahl ist geschafft.

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    1. von mir Beitragsautor

      Hallo Frank!

      Das ist ja schön, dass du jetzt zu den „Quer-Pendlern“ gehörst, die Höhenmeter über Höhenmeter überwinden müssen :-)
      Du hast auf jeden Fall Glück mit dem Wetter, das ist gerade traumhaft fürs Radfahren! Schönen Gruß auf den Berg!

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      1. Frank

        Stimmt, das Wetter ist toll.
        Aber nächste Woche beginnt wohl der „Ernst des Pendelns“ – dann wird es nass. Mal sehen, wie ich mich dann schlage.

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  2. Frank

    Och, eigentlich ganz gut.
    Die ganz großen Regenschauer haben mich zum Glück nicht erwischt, und meine 10 Jahre alte Regenhose von Tchibo hat die Jeans im Wesentlichen Trocken gehalten.
    Lediglich die Hosenbeine ganz unten sind etwas nass geworden – ich habe mir jetzt Gamaschen gekauft, um diesem Problem zu begegnen.
    Ob ich bei richtig starkem Regen auch fahre oder an solchen Tagen auf den Bus ausweiche habe ich noch nicht entschieden – ich denke Versuch macht klug.
    Den Rucksack habe ich übrigens inzwischen durch eine „Fahrrad-Aktentasche“ ersetzt, damit ich am Rücken nicht mehr so schwitze.

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  3. Alex

    Umwege erweitern die Ortskenntnis? -> Schöner Spruch.
    Ich ergänze:
    Ein Pedelecmotor ermutigt mal in die lange steil bergab führende Sackgasse zu fahren.
    Ein Pedelecmotor ist der beste Freund am Berg.
    Ein Pedelecmotor ist wie Medizin an den schlappen Tagen im Herbst.
    Ein Pedelecmotor trotzt jeder Windstärke.
    Bei Sauwetter kann man sich aufs weniger nass werden konzentrieren, während der Pedelecmotor fürs Vorankommen sorgt.

    Gruß und allzeit gute Fahrt!

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    1. von mir Beitragsautor

      Danke, danke, danke! Du hast ja auch ein tolles Projekt https://pedelecmonitor.wordpress.com/ am Laufen! Mal sehen, ob ich meine auch alle eintrage, mein nachgerüsteter Alltags-Bafang-Vorderradnabenmotor für €250 ist erstaunlich zäh (> 20.000km ohne Wartung – Zahnräder „leicht“ selber zu wechseln), aber der wird ja vom Controller geschont, weil er erst nach 2 Sekunden anläuft und nicht im Anfahrtsmoment. Im Gegensatz zur Bergziege (mit einem PUMA), die im Anfahrtsmoment bis zu 20A bei 36V aufgeschaltet bekommt – beides Kunden-Anpassungen durch den Vertreiber der Controller. Schön, dass es so eine Seite wie Deine gibt, die Erfahrungen vieler Pedelec-Nutzenden sammelt. Ich kann da nur auf das Diagramm bei der Auswertung der Pedelection verweisen mit überwiegend technischen Negativerfahrungen – wenn die Hersteller endlich mal einsähen, dass die Dinger auch intensiv benutzt werden, und nicht dekorativ an der Wand hängen ;-)

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      1. Alex

        Danke für die Anmeldung deiner Bikes. Das ist definitiv eine Bereicherung und eine Erweiterung der Bandbreite.
        Da du mich ja jetzt mit Informationen versorgst, wie wäre es mal mit ein paar Fotos aus der Esslinger Gegend, hier geht auch so einiges schief. Die passen thematisch nicht in meinen Blog, aber ganz gut in deinen ;)

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