Die Mindermotorisierten

motorroller_mit_anhanger_und_gepaecktaschen

Irgendwie fand ich die Teile eher einem Fahrrad zugehörig …

/roller_mit_angehangenen_anhaenger_und_merceds-heck_top-case

… hier ist ein rollerspezifisches Top-Case drauf …

Motorroller mit großem Anhänger

… und dieser Selbstbau ist wohl groß genug, dass kein Top-Case notwendig ist.

Immer wenn in Wuppertaler Polizeiberichten wieder von einem Unfall mit einem Roller berichtet wurde, dachte ich spontan eher an Tretroller, als an einen Motorroller.
Inzwischen denke ich, wenn ich bei Vorträgen auf Diagrammen zu einem Modalsplit „Scooter/ Roller“ lese, eher an die motorisierte Variante. Wuppertal wirkt.
Was ich faszinierend an den Anhänger-Motorroller-Kombinationen hier in Wuppertal finde ist, dass eigentlich solche Anhänger im Flachland an ein Fahrrad angehängt werden.
Diese Gespanne sind auf der Hipster-Skala des autofreien Lastentransports die Nulllinie. Das andere Ende sind hier über 6.000€ teure vollgefederte Riese-Müller Lastenräder mit Rohloff-Schaltung. Sich ein großes, oder wohlmöglich noch dreirädriges Lastenrad, ohne tägliches Nutzungsszenario hier für die nächsten 5-6 Jahre anzuschaffen, ist Overkill. Diese fahrradgewordenen SUVs bei denen der Distinktionsgewinn so geil ist, dass es eine Persönlichkeit, also einen Namen bekommt, gehen zum Bewerben alternativer Mobilitätsformen an der Realität vieler Wuppertaler vorbei. Preiswerte Motorroller sind zum Beispiel für Schichtarbeiter hier einfach das Mittel der Wahl. Dass diese Wahl vielfach getroffen wird, sehe ich daran, dass ich eher abgestellte Roller mit Hänger am Straßenrand sehe, als ein Lastenrad – sei es mit oder ohne elektrischer Unterstützung.
Die magere Motorleistung ist sowohl den elektrisch Unterstützten wie den Rollern  gemeinsam – und wer sich so von der Motorisierung her so unterlegen fühlt, benimmt sich auch manchmal wie ein Radfahrer.

2 Gedanken zu „Die Mindermotorisierten

  1. Alex

    „Diese Gespanne sind auf der Hipster-Skala des autofreien Lastentransports die Nulllinie. “ – das ist eine wohl ausgefeilte und überaus treffende Aussage. Diesem Satz gehört eigentlich mehr Bedeutung zugeordnet, vielleicht eine Charakterbeschreibung auf einem XING-Profil?

    Dennoch spiegelt er die Realität in den mittlerweile von Wohlhabenden überschwemmten Großstädten wider, die einfach nicht wissen, wohin sie mit ihrem Geld sollen. –> Beispiel? Das erste Kind ist unterwegs? Dann braucht man gleich ein Lastenrad und einen VW T6 Multivan. Oh mann ….

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    1. von mir Beitragsautor

      Ich habe selbst so einen Kollegen – T5 mit Aufklebern auf der Heckscheibe. Jungennamen in hellblau – stilisierter „Frechdachs“ Umriss in gleichfarbiger Folie, Mädelname in rosa – Baby mit Windel. Inzwischen ist die Tochter aber über 8 und hat sich das Bild mit der Windel verbeten. Jetzt ist das Baby weg, aber der Rest klebt noch …

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