Hafenstadt Wuppertal

Ich fordere die Hafenstadt Wuppertal, mit allem, was dazugehört. Einem Hafen und einer Schiffbarmachung der Wupper bis Elberfeld – ach was, bis Langerfeld! Mit dem Binnenschiff kann die Weltmarkt-Kohle direkt aus Rotterdam nach Elberfeld ins Heizkraftwerk geliefert werden – ohne ein weiteres Mal umgeschlagen zu werden! Außerdem kann das Container-Terminal in Wuppertal-Langerfeld mit einem Hafen zu neuer Blüte geführt werden!

Bravo! Endlich jemand mit Vision! Hafenstadt 2050! Gib mir einen Namen! Gib mir ein Datum! Absurd!

Jetzt bin ich jemand, den da keiner ernst nimmt. Ich will auch nicht ernst genommen werden. Aber wer ernstgenommen werden will – wie zum Beispiel Menschen, die sich für den Rat der Stadt haben aufstellen lassen und sogar gewählt wurden – darf seine mangelnde Fahrrad-Kompetenz nicht mit Überambitionierung kompensieren. Wie kann nur jemand auf die völlig abstruse Idee gekommen sein, eine Fahrradstadt Wuppertal 2025 ausgerufen zu haben? Zum Glück mit nur noch wenig Laufzeit in der eigenen Legislaturperiode – aber wie kann sich jemand ernsthaft hinstellen, und bei einer Modalsplit-Quote von knapp über der Nachweisgrenze von Fahrradverkehr eine zukünftige Fahrradstadt zu postulieren? Indem – im besten unterstellten Fall – einfach keinen Dunst von Ahnung in dem Wuppertaler Autofahrerhirn war, was eine Fahrradstadt bedeutet. Nunja – es könnte sein, dass ich eine gewisse Boshaftigkeit unterstelle, wenn ich mir einen solchen Gedankengang vorstelle: meine Partei stellt bei der nächsten Wahl eh nicht den Oberbürgermeister – wollen wir dem Nachfolger doch mal richtig in die Suppe spucken. Hehehe.

Das ist fahrlässige Bürger-Täuschung. Da fühle ich mich verschaukelt. Vor allem: da wird für mich Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit von Politik vernichtet.

Aufkleber.

So ist das richtig: Logo, Claim und Aufklebefläche (Rad eines Pubertierenden) in harmonischem Einklang

Aufkleber auf Autoheckscheibe – das ist mein Lebensgefühl – lebe ich zwar nicht, aber es ist ein geiles Gefühl

Abgestelltes Pedelec am Campus Grifflenberg

Logo ohne Claim – an einem Pedelec am Campus Grifflenberg

Und was macht der Nachfolger? Tatsächlich, mit einem anderen Parteibuch ausgestattet, hat dieser seine liebe Not, die Geister die gerufen wurden, wieder zu sedieren. Macht er aber nicht schlecht – darf ich ihm attestieren. „Wir sind doch Demokraten und die Mehrheit fährt halt Auto“ – dieser Satz fiel unwidersprochen auf dem Radverkehrskonzept … Ich sage nicht, dass Sedierung und Stillstand das Ziel sein kann – nur realistischere Zielkorridore wie „Stadt des Umweltverbundes“ werden von anderer Seite nachgekartet und könnten bespielt werden, aber der Begriff Fahrradstadt ist in der Welt und der Geist will nicht mehr in die Flasche. Und so, wie er von manchen Protagonisten einer Bewegung gelebt wird, die sich an dieser Begrifflichkeit hochzieht – so richtig pur, so vegan statt vegetarisch und mir schon vor längerem mal mit Anwalt drohend – kann ich nur sagen: .nicht.mit.euch.

Gut – die, die ich seit 2012 als richtig irrlichternd kennengelernt habe, sind auch nicht mehr dabei. Laute, schrille Stimmen – sicherlich mit viel Impetus – aber voll an der Wuppertaler Bevölkerung und Realität vorbei. Die anderen schweigen mich an. Auch gut, dann fällt ihnen wenigstens nicht ein, mich nachts um 23:00 h mit ihrer Ablehnung von elektrischen Unterstützungsantrieben am Fahrrad auf der Nordbahntrasse zu behelligen. Ungefragt. Spontan. Oder – hätte der Mensch früher gemerkt, wer ich bin, hätte er mich auch angeschwiegen. Aber so habe ich ungefiltert seine mir als Pedelecnutzer entgegengebrachte Verachtung abbekommen.
Ich habe mich dann seinen Namen nennend von ihm verabschiedet – seitdem weiß ich, dass ich als sympatisch in der Realität und stinkstiefelig im Internet wahrgenommen werde. Und ich dachte mir, ne – falsch. Ich habe dich arroganter Schnösel genannt, aber das hast du nicht gehört, weil du ein arroganter Schnösel bist, der nicht zuhört.
Naja, vorbei, verzogen. Das ist auch so ein Problem, das mich erstaunt, mit dem ich so nicht gerechnet hätte: Es besteht eine hohe Fluktuation von Leuten für eine lokale Basisarbeit – sicherlich finden sich immer viele Gleichgesinnte im Internet, aber konkret vor Ort, möglicher Weise in unterschiedlichen Milieus – Fehlanzeige. Die eigene Blase ist warm und nett und so international und so netzwerkend – aber vor Ort, jenseits des eigenen humanistischen Klosters -äh Clusters- mit einer eingeschränkten Reichweite … kein Wunder bei der ablehnenden Haltung zu Pedelecs in Wuppertal – aber das schrieb ich ja schon einmal.

Eine Hafenstadt 2050 bekommt natürlich die NIMBY-Bewegung Hafenfreies Wuppertal dagegen. So wie eine projektierte Seilbahn von einem Seilbahnfreies Wuppertal flankiert wird – mit populistischen, häßlichen und würdelosen Veranstaltungen. Für ein Fahrradstadt Wuppertal 2025 braucht es nicht einmal eine explizite Gegenbewegung in Wuppertal um sie nicht stattfinden zu lassen – das wissen auch die, die nicht dafür sind.

9 Gedanken zu „Hafenstadt Wuppertal

  1. Norbert

    Ich kann dir nur teilweise folgen heute. Das mit dem Lastenrad auf dem Gehweg sehe ich so wie du, auch wenn ich den Talradler nicht zu den Leuten zähle, die in Social-Media-Blasen den Splitter im Augen des anderen sehen, aber nicht den Balken im eigenen Auge.

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    1. von mir Beitragsautor

      Moin Norbert,
      nun ja, es ist ja nicht „der Talradler“ sondern „die Talradler“. Ich zitiere mal aus „Strategien zur Stärkung des Radverkehrs unter schwierigen Rahmenbedingungen“ Wuppertal, 2013: „Ein weiteres Beispiel für bürgerschaftliches Engagement in Wuppertal sind die Talradler. Die Talradler engagieren sich über die Nutzung neuer Medien für den Radverkehr in Wuppertal.“
      Also ist es mir unklar, wer den Account in dem Moment tatsächlich fütterte oder andere Accounts auf Twitter blockt. Ich kannte den Funktionsumfang von Twitter noch gar nicht, da war ich schon geblockt. Da dachte ich mir schon: oh, eine grandiose Diskussionskultur wird da gefahren… und wenn ich mir die Kommentare unter diesem Artikel durchlese, dann denke ich – mmh, vielleicht ist Arroganz in der Blase Teil der Kultur.

      Möglicher Weise bin ich auch einfach nur alt und ein Molch – die schärfsten Kritiker der Molche waren früher selber solche.

      Egal, ich hatte den Artikel tatsächlich mal gegenlesen lassen und mir sagen lassen: Oh, gut … der hat aber lange gegoren.

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      1. Norbert

        Für mich ist Talradler eine Person. Das man das als Kollektiv sehen kann, ist mir bisher nicht begegnet.

        Aber was hat das alles mit der Stadt(politik) zu tun und mit der schwachsinnigen Seilbahnidee?

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        1. von mir Beitragsautor

          Der Rat der Stadt hat am 16.12.2013 ein gesammeltes Projektpaket mit dem Namen „Wuppertal 2025“ verabschiedet – die Sammelseite https://2025.wuppertal.de/ ist inzwischen abgeschaltet, aber hier gibt es noch einen Snapshot aus der Zeit: https://web.archive.org/web/20131208003231/https://2025.wuppertal.de/dito/explore?action=startpage&id=2687
          Zwar wird auf der aktuellen Seite der Stadt Wuppertal dazu von einer 10-Jahres-Perspektive gesprochen, allerdings ist das Handlungsprogramm schon in der Zeit von dem damaligen Oberbürgermeister Peter Jung entstanden.
          Der Rat hat also Leuchtturmprojekte wie „Mehr Bildung im Zoo (Carl-Fuhlrott-Campus)“, „Kein Abschluss ohne Anschluss (Bildung für abgehängte Jugendliche – TALWORKS)“, „Pina Bausch Zentrum“, (…) „Fahrradstadt“ und eben „Seilbahn“ als innovative Schlüsselprojekte bestimmt.
          Dass der Rat und die Verwaltung mit Ihren Projekten schon mal daneben liegen: autofreie Luisenstraße wird dann auch schnell und unumwunden zugegeben: ach ne, doch nicht hindert ja auch Autofahrende und zarte Kompromisse vor Ort.
          Die sehr lesens- und umsetzwerte Ideen des Wuppertal Institut sind ja auch erst später (2016/ 2017) entstanden: autofreies Elberfeld (Leitbild ohne Seilbahn) oder Stadt des Umweltverbundes (Impulspapier mit Seilbahn)

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  2. Norbert

    Also, du findest Fahrradstadt Wuppertal so realitätsfern, wie den Anschluss des Langerfelder Container Terminals an die Binnenschifffahrt. Aber warum lehnst du das Ziel an sich ab? Darin, dass der deutsche Mann über 45, der in der Kommunalpolitik das Sagen hat, gar keine genau Vorstellung davon hat, gebongt. Er hat halt gehört, man müsse was mit Radverkehr und so … Nur realisiert er noch nicht da, dass das eventuell seinen Lieblingsstellplatz kostet oder der Autofahrer, also der Wähler aufregt. Wenn man wirklich wollen würde, könnte man auch in 10 Jahren viel erreichen. Nach 1-2 Jahren Planung könnte man in einem Jahr einen durchgängigen Radweg auf der B7 bauen z. B. Man müsste nur wollen.

    Was meinst du mit

    Nunja – es könnte sein, dass ich eine gewisse Boshaftigkeit unterstelle, wenn ich mir einen solchen Gedankengang vorstelle:

    in Zusammenhang mit einem Link auf einen Umzug per Fahrrad?

    Warum erschüttert das dein Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit der Politik, wenn man dem nächsten OB eine Aufgabe hinterlässt?

    Ich dachte ja immer, in der Demokratie ginge es immer auch um die Minderheiten und deren Existenzberechtigung. Das ist schon kein Demokratieverständnis mehr. Und wofür braucht es Politik, wenn man keinen Gestaltungswillen hat?

    Dann kann ich dir wieder folgen, dass es vielleicht sinnvoller wäre, von einer „Stadt des Umweltverbundes“ zu sprechen, wobei ich Umweltverbund einen fragwürdigen Begriff finde, aber der Gedanke dahinter ist ja wohl, dass es richtigerweise nicht im Radverkehr gehen sollte primär sondern primär um weniger Autoverkehr. Eine Sache, die kaum ein hipper Radaktivist versteht.

    Dann kommst du zu http://fahrradstadtwuppertal.de. Die greifen den politischen Begriff auf. So what? Ist doch sinnvoll, einen noch leeren Begriff der Politik zu füllen, bevor die das selber tun, Was hast du also dagegen, dass die an das andocken, was politisch in den Raum gestellt wurde und was hast du gegen Projekte wie Fienchen? Bei mir um die Ecke in einer etwas flacheren, aber mindestens genauso fahrradfeindlichen Stadt steht auch ein freies Lastenrad und das brauche ich gelegentlich. Sehr praktisch. Was spricht gegen eine Radkarte für Alltagsradler*innen? Was ist daran verwerflich?

    Ich war bei den Bösen auch mal eingeladen und da waren meinem, Eindruck nach ganz normale Menschen, die sich darüber Gedanken gemacht haben, wie man was für den Radverkehr tun kann: http://cyclehack-wuppertal.de/programm/

    Und was hat dieses komische Licht mit Anwälten zu tun und warum droht man dir damit?

    Was hat der Disput von Sebastian Krause mit dem Talradler damit zu tun, dass du angeschwiegen wirst?

    Das jemand wegzieht etc. kann man den Leuten doch nicht zum Vorwurf machen und auffordern, erst gar nicht anzufangen.

    Das mit der Millieuverengung ist aber kein spezifisches Problem in Wuppertal.

    Dann kommst du darauf, dass Fienchen eine Ablehnung von Pedelecs sei. Versteh ich nicht.

    Und eine Seilbahn für Wuppertal ist sinnloser Quatsch zum Geldverschwenden mit vielen Nachteilen, wenn man von außerhalb drauf schaut.

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    1. von mir Beitragsautor

      Ja, ich finde eine Fahrradstadt Wuppertal so realitätsfern wie einen Binnenhafen in Langerfeld. Solange sich der Wind nicht dreht und die elektrische Unterstützung in Fahrrädern nicht propagiert wird, wird es bei den 20-40jährigen männlichen, bio-deutschen, unverheirateten und kinderlosen Akademikern, die trassennah leben, bleiben.
      Meine Hoffnung ist, dass durch ein positives Bild von Pedelecs die kritische Masse an Menschen, die Fahrradinfrastruktur (Ständer etc.) bedürfen, deutlich zunehmen wird – und im gleichen Zug die Anzahl von Autos sich reduziert. Denn nur mit Pedelecs lassen sich Autofahrende auf einen deutlich emissionsärmeren Individualverkehr bewegen. Hinderlich dabei ist aber, dass die „Bestands-Radfahrenden“ diesen Neuzugängen auf 2 Rädern mit Verachtung und Ablehnung begegnen – und bei dem verlinkten Umzug mit Rädern kein Wort über die Zusatzmotorisierung ihres Waschmaschinen-Zugfahrzeugs verlieren.
      So, die Verlinkung auf Boshaftigkeit hatte ich in Hinblick auf den Kommentar von „dingens“ gemacht (Titel des Links in meinem Beitrag „also – kann ich auch sein“ (boshaft) [Anmerkung: ich gebe die Urheberschaft des Hinweises von „dingens“ unumwunden zu. Was mich damals überrascht hatte war, dass der Kommentar sofort freigeschaltet wurde – war ich doch gewöhnt, dass Kommentare oder Pingbacks von mir immer verworfen werden. Ich hatte aber nicht darauf geachtet, dass ich zwar ein Wuppertaler Fahrradgeschehen kommentiert hatte, aber nicht, dass der Host nrwvision war. Nunja. Allerdings reizt die sich daraus entwickelnde Konversation meinen Brechreiz.]

      Nein, mein Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit ist deswegen erschüttert, weil zwar Programm ist: „Fahrradstadt“ – aber die Umsetzung massiv ausgebremst wird. Weil eben nicht mitgezogen wird, weil ein Leitbild kein Beschluss ist, weil der Wille doch fehlt. Weil das Ziel zu hoch gegriffen ist und dennoch verabschiedet wurde.

      So – vielen Dank für die Stichworte in den nächsten Abschnitten:
      hipper Radaktivist und Cyclehack

      „Stadt des Umweltverbundes“ ist eigentlich viel schöner mit „autofreiem Wuppertal“ beschrieben. Ich habe die Domain „autofreies-wuppertal.de“ im Oktober 2015 registriert – weil ich mich just in dem Moment über „seilbahnfreies-wuppertal“ aufgeregt hatte.
      Im Juli 2016 wurde ich über einen Mittelsmann telefonisch kontaktiert, ob ich nicht die Domain freigeben könne, es gäbe Leute, die den Namen auch für ihr Anliegen besetzen wollten. Ich hatte nichts dagegen, das ist nicht mein primäres Baby gewesen. Also: immernoch in gute Hände abzugeben: autofreies-wuppertal.de und den Twitter-Account, auf dem ich versuche, Wuppertalern den Spiegel vorzuhalten. Also wenn sich ein Wuppertaler Twitterer über die Unzulänglichkeit seines eigenen Autonutzungsverhaltens auf Twitter aufregt, retweete ich ihn. Im besten Fall. Aber ich hab da jetzt nicht sooo mein Augenmerk drauf.
      Statt eines Domain-Transfers ist dann ein @AutofreiWpt draus geworden.

      Fienchen – du hast ja auch den Artikel kommentiert. Das haben auch andere getan. Erst unflätig und ich habe den Kommentar gelöscht, und dann mit einer E-Mail, die so unterirdisch war, dass ich mich gezwungen sah, eine Policy zu meinen Kommentaren abzugeben. In der E-Mail enthalten war auch besagte Drohung und der Satz mit den fehlenden Eiern.

      Wo ich grade an der „schmutzigen Wäsche“ bin: der Cyclehack 2015 ist mit auf meinem Mist gewachsen. Die E-Mail, die die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Design-Lehrstuhl auf Ihre Anfrage aus der Fahrrad-Blase zurückbekam, war an Überheblichkeit und alleinigem Vertretungsanspruch für Fahrradfahrende nicht zu überbieten.
      Kleine Fussnote: die Lastenradler von Kasimir Köln waren auch von ihr eingeladen wurden, sie hatten aber just an dem Wochenende ihre eigene Aktion. Was passiert wäre, wenn die auch da gewesen wären …

      However, dieses „bekokst sein“, dieser Alleinvertretungsanspruch regt mich seit Oktober 2014(?) auf. Damals hatte der ADFC Wuppertal alle „Fahrradaktivisten“ zu einer Sitzung eingeladen, warum es eine Fahrrad-Bewegung jenseits des ADFCs gäbe.
      Das einzige, an das ich mich noch erinnern kann, war: wir sind mehr als ihr und wir wollen keine „Pedelec-City“ – ich bin allerdings schon früher gegangen, weil nach einer Weile substanziell da nichts mehr kam.
      Warum nicht der ADFC übernommen wird, ist mir ein Rätsel – alle eintreten, Vorsitzende abwählen, eigenes Ding machen und die Infrastruktur des Vereins nutzen. Ach ja, damals wollte „man“ ja noch kein Verein sein …

      Studenten auf Pedelecs – für manch einen eine Zumutung (laut Facebook-Kommentar) – für mich einer weniger mit einem Auto. Ich sitze auf dem (Grifflen)Berg. Ich habe täglich mit Studierenden zu tun – und mit Mitarbeitenden auf dem Campus Grifflenberg. Validerer Aussagen zur Nutzung von Verkehrsmitteln durch alle Personengruppen an der Uni werde ich erst von mir geben, wenn die Mobilitäts-Umfrage des Lehrstuhls von Ulrike Reutter veröffentlicht ist.
      Und ich freue mich unglaublich, dass das Projekt vom Cyclehack 2015 „Rad Up“ ab April 2018 weitergehen wird! Getrieben und getragen allein vom AStA der BUW.

      Btw: wer bei der Präsentation einer urban-bike-map von der Nordbahntrasse als „unserer B7“ spricht, erntet von mir ein multikausales Kopfschütteln.

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  3. Norbert

    Da es für mich nicht wirklich wichtig ist, wer sich in Wuppertal, warum und wieso nicht leiden kann, klinke ich mal aus. Ich kann nicht folgen, wer wann wo was wie zu wem gesagt hat und wer dann wie reagiert hat. Nur so am Rande: Auch wenn man Pingbacks zulässt bei WordPress, werden die nicht immer angezeigt, so meine Beobachtung. Nicht alles mag Boswilligkeit sein. Und richtig plausibel finde ich es auch nicht, jemand vorzuwerfen, er würde ein Pedelec nutzen ohne das hervorzukehren und gleichzeitig Pedelecs ablehnen.

    Auch zum Thema Pedelec kann ich nicht mehr sagen als: „Das ist die Voraussetzung für substanziell mehr Radverkehr in Wuppertal.“ Keine Ahnung an was für engstirnige Esoteriker du da geraten bist. Wenn die das ernsthaft so meinen, wollen die möglichst alleine bleiben auf dem Rad, um sich selbst zu feiern.

    Meine Hoffnung ist, dass durch ein positives Bild von Pedelecs die kritische Masse an Menschen, die Fahrradinfrastruktur (Ständer etc.) bedürfen, deutlich zunehmen wird – und im gleichen Zug die Anzahl von Autos sich reduziert. Denn nur mit Pedelecs lassen sich Autofahrende auf einen deutlich emissionsärmeren Individualverkehr bewegen.

    Ich würde dir zustimmen, wenn du von weniger Autofahrten gesprochen hast. Durch die Verlagerung einzelner Fahrten auf das Pedelec wird das Auto noch lange nicht abgeschafft sondern weiterhin vorgehalten für Urlaub, Großeinkäufe , Schittwetter und das Gefühl der Rückfallebene … und damit bringt man das Rad in die Werkstatt.

    Nein, mein Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit ist deswegen erschüttert, weil zwar Programm ist: „Fahrradstadt“ – aber die Umsetzung massiv ausgebremst wird. Weil eben nicht mitgezogen wird, weil ein Leitbild kein Beschluss ist, weil der Wille doch fehlt. Weil das Ziel zu hoch gegriffen ist und dennoch verabschiedet wurde.

    Wer wirklich was verändern will, muss Politiker gezielt nerven, also in diesem Fall anrufen/anmailen und nachhaken, wie das denn nun umgesetzt wird und was bitte mit meinen Bedürfnissen ist und ob es einen Zusammenhang zwischen „man sieht keine Kinder mehr draußen auf der Straße spielen“ und Schlagzeilen zum Gesundheitsstand der Kinder und dem Gehwegparken geben könnte? Ich schreibe auch nach jedem zweiten Artikel über „Ich stehe über dem Gesetz“-Bürger, die unbedingt den Gehweg zuparken wollen, weil das ihr gottgebenes Recht sei, einen Leserbrief. Da die so häufig sind, kann ich nicht jedes mal schreiben, da die nicht jede Woche von der gleichen Person einen Artikel abdrucken.

    Was hat der Design-Lehrstuhl mit dem Cyclehack zu tun? Und wozu hat die eingeladen?

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    1. von mir Beitragsautor

      :-) Frohes Neues, Norbert!

      Ja, Rückfallebene ist ein Thema. 5 Jahre habe ich gebraucht, um meinen Zweitwagen abzustossen. Und ein Auto ist im Haushalt immernoch vorhanden und wird bleiben, bis der TÜV uns scheidet. Ich versuche Autofahrten weitgehend zu vermeiden, aber bei Vorort-Wohnlage und 7-köpfiger Familie mit 2 berufstätigen Erziehungsberechtigten und 3 Ponies sind sie für mich nicht gänzlich zu vermeiden – aber ich versuche mein Bestes. In Innenstadtwohnlage mit 3 oder 4 Kindern weniger lassen sich sicherlich besser Berufstätigkeit mit Anwesenheitspflicht, Kinderarzt-Termine, Kinder-Abholzeiten, Einkäufe (hier draußen halt auch mal tonnenweise Schotter und Sand) und Kleinanzeigen-Schnäppchen unter einen autofreien Hut bringen.

      Der Design-Lehrstuhl und der Cyclehack 2015 – in der Vorbereitung, wer Vorträge am ersten Abend halten könnte

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