Wuppertaler gewinnen Solarmobil-Meisterschaft

In Fahrt in Berlin

Diese Schlagzeile erscheint jetzt erstmalig und das satte 23 Jahre zu spät.
Die Solarmobil-Meisterschaft wurde in der Kategorie „Prototypen“ 1993 gewonnen.

Durch den Blick in ein Schaufenster wurde ich aufmerksam auf eine Konstruktion, die zwar wie ein normales Pedelec mit Gepäckträger-Akku aussah, aber bei der der Motor vor dem Rahmen hing und seine Kraft über einen Riemen auf eine aufgedoppelte Felge am Hinterrad übertrug. So, als ob es zum Konstruktionszeitpunkt noch keine Radnabenmotoren für Fahrräder gegeben hätte. Gab es auch noch nicht. Aber zwei Leute, die sich für die Konstruktion von Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung begeistern konnten und viel Zeit und Geld in die Entwicklung ihrer Räder steckten. Ein Rahmenbauer mit einem Faible für Liegedreiräder und ein studierter Physiker, die sich im legendären Dröppelken in der Elberfelder Südstadt kennengelernt hatten.

In bierseligen Abenden wurde die Idee eines Solarmobils geboren, auf Basis eines neu zu entwickelnden Liegedreirades und mit neu zu schaffendem Antrieb, Motorsteuerung und Laderegelung. Und nach zwei Jahren Entwicklung war es dann so weit, die Teilnahmen an den Läufen war erfolgreich absolviert und die Kategorie „Prototypen“ mit einem faszinierenden Konstrukt  gewonnen.

Nach den Läufen wurde gemessen, wieviel Ladung in die Akkus passt – also wieviel für die Strecke verbraucht wurde. Und da war das Fahrzeug mit Rekuperation, Solarzellen und einem ehemaligen Radrennfahrer eben eins: Spitze.

Interviews mit den beiden beteiligten Akteuren Axel Temmink und Hans Arnold Verspohl werde ich in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Controllergehäuse im Format einer HiFi-Komponente (4-Quadrantenregler für Drehstrom-Synchronmotor auf einer Doppel-Europakarte) – das Fahrzeug hätte mit Batterien und Panelen ein Gewicht von 95kg. Neue Reifen, Batterien und die Spurstangenköpfe einhängen – und auch nach 23 Jahren: fahrbereit!