Fahrradstadt Wuppertal

gaensebruecke_vohwinkel

84 cm breit, 17 m lang und jeden Morgen eine Balance-Übung aber die schnellste Verbindung zwischen Schöller und Vohwinkel derzeit

Fahrradfahren in Wuppertal ist exotisch. Motorradfahrer grüßen sich gegenseitig durch Heben der linken Hand, bei Fahrradfahrern ist die Begegnung seltener und die gegenseitige Wahrnehmung geringer – oder man bekommt die Hand nicht vom Lenker, weil es bergauf geht.

Ein paar nette Ecken habe ich hier zusammengetragen, die, wie ich finde, exemplarisch für Wuppertaler Radinfrastruktur stehen.

Zunächst einmal meine morgendliche Lieblingsübung, die Fahrt über die Gänsebrücke beim Westende des Tescher Tunnels, der ein schöner Schluss für die Nordbahntrasse wäre. Die Ausschilderung für Radfahrer weist 50m nördlich vor der Brücke in die entgegengesetzte Richtung, aber die Querung lohnt sich, wenn man nicht auf Umwege steht und den kleinen steilen Anstieg danach (~17%) verkraften kann. Viel breiter sollte man nicht sein und das Kind nichts in der Hand halten.

duesseldorferstrasse_bergauf

Die Stelle an der das Fahrzeug auf der Fahrbahn ist, ist die an der ich als Radfahrer am häufigsten angehupt werde, wenn ich korrekt in der Spur fahre

Auf dem Rückweg kann ich mir aussuchen, ob ich von Varresbeck weiter die Düsseldorfer Strasse fahre, oder durch Sonnborn und den Anstieg nach der Brücke Am Thurn beginne.

Wähle ich die Düsseldorfer Strasse, dann gerate ich als Radfahrer, der fahrspurtreu auf der linken Bahn mit den Geradeauspfeilen fährt häufig in die Situation angehupt oder knapp überholt zu werden. Sahnehäubchen sind die Autofahrer, die mir zeigen wollen, dass die rechte Spur die richtige ist und über Rechtsabbieger, Sperrfläche und Bushaltstellen fahren um dann festzustellen, dass nach der Kurve Autos auf der Spur parken.

Aber angenehm ist das ebenso wenig wie die Fahrt von Steinbeck auf der Südstrasse zum Grifflenberg, wobei da wenigstens klar ist, wer auf welche Spur gehört.

 

sonnborn_rechtsabbieger

Sind die Pfosten gegen Fahrradfahrer? Gegen Autofahrer? Warum passe ich rechts vorbei? Ist das Absicht?

Alternativ – die Route nach Westen über Sonnborn, auf der vermutlich dicke Bretter gebohrt wurden um die Fahrradinfrastruktur so weit zu haben.

Talachse – super. Von Osten kommend etwa bis hier hin. 200m weiter, die Fahrt über das Sonnborner Kreuz – unausgegoren.

Aber was ist das hier? Bei Schwebebahn-Pfosten 100? War das mal ein Rechtsabbieger für Radfahrer, der auch von Autofahrern benutzt wurde, die dann aber stecken blieben? Soll ich als Radler nicht vor den Pfosten rechts abbiegen? Warum ist da so eine unmotivierte Lücke, wenn es doch eine Sperrung sein sollte? Ich nutze sie. Die Lücke. Es war doch Absicht, Subversion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.