Bring- und Abholwahnsinn

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Vorschulkindern wird anschaulich das Demonstrationsrecht nahe gebracht

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Feuerwehrzufahrt einmal ohne abgestellte Fahrzeuge

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Am übernächsten Morgen – verschämt seitliches Parken

Das war ein Empfang!

Jeden Werktag-Morgen fahre ich einen Teil meiner Kinder zur Kindertagesstätte im Fahrradanhänger. Das tun deutschlandweit bestimmt ganz viele – nur hier nicht. Ich bin der Einzige mit Fahrrad, obwohl in dieser Einrichtung über 100 Kinder betreut werden.

Bei so vielen Kindern bleibt es nicht aus, dass der Einzugsbereich größer ist als das unmittelbar angrenzende Wohngebiet. Dementsprechend werden die Kinder nicht nur zu Fuss gebracht, sondern auch mit dem Auto. Auch wenn die Wohnung nur auf der anderen Seite der Bundesstraße liegt, die das Viertel teilt.

Sie ahnen ja gar nicht, wie das hier um 14:00 Uhr aussieht – wie auf einem Gebrauchtwagen-Markt. Die ganze Feuerwehrzufahrt und der Platz voll mit Autos – die Kinder müssen dann zwischen den ankommenden und abfahrenden Autos herlaufen.

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Fotodokumentation und Erläuterung

Nachdem eine Foto-Dokumentation im Eingangsbereich ausgehangen wurde, ging zumindestens die morgendliche Fahrzeugdichte auf dem Platz spürbar zurück.

Parkmöglichkeiten gibt es im Übrigen wirklich ausreichend, ich habe lange Zeit die angrenzenden Parkräume als P+R benutzt, denn der Bahnhof Vohwinkel ist von dort fussläufig erreichbar. Kommt vermutlich auf die Definition von ‚Fussläufigkeit‘ an.

So standen also Vorschulkinder flankiert von drei Erzieherinnen auf dem Platz und hielten Schilder in die Höhe und freuten sich darüber, nicht über den Haufen gefahren zu werden.
Zweimal allerdings wurden sie von Vätern, die für sich in Anspruch nahmen, da jetzt durchfahren zu müssen, bedrängt. Sie könnten nicht so gut einparken, war die Aussage.

3 Gedanken zu „Bring- und Abholwahnsinn

  1. Christoph

    Solche Szenen kenne ich nur zu gut. Die Barmer Gesamtschule liegt auf meinem täglichen Weg. Der Hammer, was da morgens und mittags los ist. Zum Glück kommt man mit dem Rad ganz gut an dem Wahnsinn vorbei.

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  2. Rainer Frohnhoff

    Das kenne ich vom CDG/Realschule Ost auch. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Spätschicht um 13:30 die Breslauer Straße (ausgeschildertes NRW-Radwegenetz) rauffahre, ist dort Hochbetrieb. Ich bin schonmal vom selben SUV-Mama-Taxi innerhalb von einer Minute zweimal mit 30 cm Abstand überholt worden. Das erste Mal bevor sie ihren lauffaulen und vom ÖPNV intellektuell überforderten Sprössling eingeladen hatte, das zweite Mal direkt danach.
    Die zu Fuß gehenden Schüler sind allerdings auch der Meinung, dass es sowas wie ’ne Critical Mass auch beim Überqueren von Fahrbahnen gibt. Ab einer Anzahl >= 3 rennt man wagemutig vor jedes Auto, wenns „nur“ ein Fahrrad ist reicht Anzahl >= 1.
    Die Eltern dieser Schüler sind wahrscheinlich die, die in der WZ immer böse Kommentare über Kampfradler in der Fußgängerzone schreiben. ;-(

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  3. von mir Beitragsautor

    Ähm – das sind alles weiterführende Schulen – eigentlich wollte ich meine Kinder nicht mehr zu weiteren Lehranstalten fahren. Wenn die Busse mal streiken, fahre ich sie mit dem Tandem zur Grundschule (da sind wir dann 5 Minuten schneller als die alleine mit dem Bus (und ich noch eine halbe Stunde länger morgens auf zwei Rädern unterwegs) – werde dann von anderen Bring-Eltern auf den Sauberkeitsgrad meines Rades hingewiesen.

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