Stadtgestalterischer Fauxpas in zentraler Lage

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Eine Fläche zum Vollstellen. Mit Gerümpel, Baumaterial und nach dem Willen der FDP mit Fahrradboxen. Das kann zukünftig nur gammelig aussehen.

Das Radhaus am Döppersberg war ein viel zu teures und von Ideologie getragenes Projekt (…). Die Nichtweiterverfolgung des Radhaus (…) bewahrt Wuppertal vor einem stadtgestalterischen Fauxpas in zentraler Lage.

Gabriele Röder, FDP

Ein stadtgestalterischer Fauxpas ist das Leerlassen einer Fläche, um die die Stadt Wuppertal durch die Verschiebung des Investorenkubus betrogen wurde.

Als Trostpflaster hätte hier ein wegweisendes Bauwerk eines klaren Bekenntnisses zu einer zukunftsfähigen Mobilität dienen können. Verratzt. Es reicht eben nicht, wenn der Oberbürgermeister 2016 auf der lokalen critical mass mitfährt, damit Wuppertal 2025 eine Fahrradstadt ist – also für Wuppertaler Verhältnisse. „Fahrradstadt“ fängt für Wuppertal vermutlich schon bei einem Modalsplit-Anteil von 5% an – (Münster z.Zt. > 30%).

Gut, das Radhaus war jetzt nicht das Baby derjenigen, die sich als die Vertretung aller Radfahrenden Wuppertals verstehen. Deswegen ist vermutlich der Facebook-Aufschrei ein geringer gewesen.

„Nur wenn wir die Fahrradinfrastruktur in der Fläche verbessern und nicht nur punktuell durch ein ideologiegetragenes und nicht finanzierbarem Prestigeprojekt, wie einem Radhaus am Döppersberg, können wir das Radfahren als Alternative und als weiteres Verkehrsmittel etablieren.“

Gabriele Röder, FDP

Das war jetzt ein Satz aus der FDP-Rats-Fraktion. Und wie kommt man in die Fläche? In dem man irgendwo anfängt. Aber hey, es ist ja schon mal ein Ansatz, dass ernsthaft in Erwägung gezogen wird, Radfahren als Alternative zu etablieren …

So, und jetzt meine Laien-Meinung zum Thema Politik. Politik ist Zukunftsgestaltung, nicht -verwaltung und da gehört auch dieses igitti-igitti-gitt-Wort „Ideologie“ dazu. Und keine Umfragen, sondern durchaus auch ein Führungsanspruch und dessen Verwirklichung. Das kann auch mit Bürgerbeteiligung begleitet werden aber vor allem mit Überzeugung.

Von daher hoffen wir, dass die Stadtverwaltung Politik, Parkhausbetreiber und Einzelhändler nun endlich an einen Tisch holt, und die Realisierung von Fahrradboxen konstruktiv herbeiführt.

Gabriele Röder, FDP

Hoffen – hoffen ist kurz vor glauben. Und glauben ist nicht wissen. Und vor allem: nichts tun.

Ein Gedanke zu „Stadtgestalterischer Fauxpas in zentraler Lage

  1. Norbert

    Also Parkhäuser sind unnötige Prestige-Objekte für die FDP-Wuppertal. Alle mal gut notieren, falls die FDP mal wieder Parkplätze fordert.

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