Interview Barbara (49)

Barbara (49) lebt mit Hund und Katze und arbeitet in Teilzeit. Sie besitzt seit zwei Jahren ein Pedelec, das Sie bei einem örtlichen Händler gekauft hat.
Ein halbes Jahr hat sie vorher über einen solchen Kauf nachgedacht.

Hast Du Dich vor dem Kauf im Internet informiert?
Nein, dafür verstehe ich davon zu wenig.

Wie bist Du auf den Fachhändler gekommen?
Empfehlung von einem Kollegen.

Was hast Du bezahlt?
All inclusive 1.000. 1.100, wenn Helm und doppelter Ständer dazugezählt wird, den wollte ich noch haben.

Warum Helm?
Gut für den Kopf?!

Angst vor Frisur-Verlust?
Meine Haare haben damit kein Problem, es ist eine Frage der Haarstruktur.

Was ist Dein positivstes Erlebnis mit dem Pedelec?
Ich war mit Freunden auf Texel, zu einem bestimmten Ort ging es ganz schnell hin, aber auf dem Rückweg gab es Gegenwind. Also, die Freunde haben ihr Auto erstmal dahin gestellt, damit sie die Strecke zurück nicht mit dem Fahrrad fahren mussten – und dieses hin und her – ich fahre doch nicht nach Texel, um mein Fahrrad von irgendwo wieder abholen zu müssen!

Dein Auto hat eine gelbe Plakette?
Gelb? Rot! Das hat mich in Duisburg schon 108 Euro gekostet. 80 Euro Buße und 28 Euro Bearbeitungsgebühr. Jetzt fahre ich meistens auf einen außenliegenden Parkplatz und mit dem Fahrrad in den Ort.

Mit dem Fahrrad?
Fahrrad = Pedelec – Ich bin fast 50!

Negatives?
Keine Treppe zu schaffen. Auf dem Weg nach Gruiten fahre ich durch den Wald, das ist kürzer. Nur sind da auch diese vier Stufen. Ich bleib dann solange da stehen, bis ein Wanderer vorbeikommt – dauert hier ja nicht lange.

Du hast nur sieben Gänge.
Sieben? Ich brauche nur drei. Die Gänge könnten ruhig weiter auseinander liegen.

Wo parkst Du Dein Pedelec?
Im Fahrradschuppen oder im Auto.

Und wenn Du nicht zu Hause bist?
Ich habe in Amsterdam ein Schloss gekauft, wenn das nicht reicht –

Wann lädst Du Dein Pedelec?
Immer wenn ich nach Hause komme, der Akku bleibt dran, im Fahrradschuppen ist Strom.

In welchen Unterstützungsstufen fährst Du?
Nicht mehr nur Vollgas. Auf dem Hinweg zur Arbeit: Vollgas, ich muss ja pünktlich sein, auf dem Rückweg nicht mehr – sonst reicht die Reichweite vielleicht nicht.

Hast Du einen Anhänger für Deinen Hund?
Der Hund kommt mit aufs Pedelec. So ein kleiner Hund braucht keinen Hänger – der kommt in die Satteltasche. Als ich mit dem Fahrrad zu meiner letzten Arbeitsstelle gefahren bin, ist er nebenhergelaufen. Jetzt schafft er das nicht mehr. Das Pedelec ist schneller. Der Hund ist jetzt aber auch schon zehn.

Das Fahrrad hast Du aber noch?
Ja, mein Sohn benutzt das, wenn er da ist.

Was hattest Du vorher für eine Vorstellung von der Nutzung eines Pedelecs?
Für Fahrradfahrten – für alles so – einkaufen und Arbeitsstelle aufsuchen.

Konntest Du vor dem Kauf das Pedelec ausprobieren?
Vier Tage lang. Hin- und zurückfahren von zu Hause zur Arbeitsstätte.

Schulnote – Welche würdest Du Deinem Pedelec geben?
2 – gut. Nicht 1. Dafür ist es dann doch zu schwer, und die Reichweite ist mäßig.

Wann fährst Du nicht?
Wenn es am Anfang schon regnet. Oder wenn es unter 10°C ist. Wichlinghausen ist das Äußerste – weiter weg würde ich etwas anderes benutzen. (Anmerkung: eine Strecke 20km)

Bei Regen gar nicht?
Ich finde es reicht, wenn es nachts regnet. In Neuseeland soll es Gegenden geben, in denen es nur nachts regnet.

Welches Image verbindest Du mit einem Pedelec?
Cool! Im Bergischen. In Duisburg fahren ja eher Senioren damit rum.

Glaubst Du, dass das Thema Sicherheit im Zusammenhang mit Pedelecs eine besondere Rolle spielt? Akkuprüfsiegel, Rahmen, Bremsen …
Bremsen, Du kommst ja schon schneller daher gebrettert.

Welche Art der Fortbewegung ersetzt das Pedelec?
Im Bergischen ist man ja gar nicht Fahrrad gefahren. Da ersetzt es das Auto.

Wie viele Kilometer legst Du egal mit was für einem Fahrzeug innerhalb einer Woche zurück?
70km. 25km Weg zu Arbeit zwei Mal die Woche – und noch einmal einkaufen.

Ähm, das wären nur 3.700 km im Jahr, das geringste, das ich mal mit einem Auto gefahren bin waren 10.000 km/Jahr. 3.700 sind wirklich wenig.
Mach mal lieber 130km/Woche. Ich brauche ja nur einmal nach Duisburg zu meiner Tante, dann hab ich die auf dem Tacho. Ich glaub, ich unterschätz solche Zusatzfahrten. Auch 130km/Woche sind ja keine 10.000.

Aber ansonsten liegt es wohl an den Lebensumständen, ich war früher auch mehr unterwegs wegen der Kinder. Anruf aus der Schule – ihr Kind hat eine Zecke – von der Arbeit in Mettmann mal kurz nach Ratingen gefahren … oder Knie aufgeschlagen … Die Strecken zwischen Wohnen und Arbeiten waren aber auch länger. Wenn beide Partner berufstätig sind, passt das nicht immer so mit ‚in der Mitte wohnen‘.

Wann benutzt Du Dein Auto?
Das Auto benutze ich bei: jenseits der Reichweite, Regen, Kälte, Sperrgut – und dem Kasten Wasser. Wobei mein Sohn, als er zuletzt da war, den letzten Kasten auf dem Fahrrad transportiert hat.

Wäre CarSharing eine Option?
Hier? Wer soll denn hier in der Nähe nur nachts ein Auto brauchen?

Welches Deiner Fahrzeuge würdest Du am meisten vermissen?
Das Auto. Für Ad-hoc-Fahrten. Für Übernachtungen. Zu machen, was man will, wann man will. Unabhängigkeit! Na gut, geht auch nicht immer.
Anmerkung: Das Auto ist ein VW T4 als Wohnmobil.

 

Das Pedelec ist baugleich mit diesem – das Gewicht ist hier auch schon aufgefallen

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