Pedelec-Verleih in Wuppertal


iFrame-Quelle: https://www.yumpu.com/s/V75lSWXykJwsKMU6

Als sigo.green mir im Sommer letzten Jahres ihr Verleih-Vorhaben nach einer Transformations-Tandem-Veranstaltung in der CityKirche präsentierten, baten sie mich, dass ich über ihr Vorhaben erstmal nichts veröffentliche. Nun, an diese Bitte fühle ich mich seit dem obigen Artikel in der Ausgabe 03/2017 von „der Bergische Unternehmer“ nicht mehr gebunden.
Schon damals hatte ich Radup! dein Campus-E-Bike im Hinterkopf und habe diese Form des Wanderrades ihnen wiederum präsentiert. Ob das denn nicht konkurrieren würde?!
Meine Antwort damals wie heute: Nein.
Radup! bereitet den Boden für einen möglicher Weise sogar kommerziell erfolgreichen Pedelec-Verleih. Weil Radup! das Potential zum Eisbrecher hat – weil es dem Konzept nach neue Nutzergruppe mit persönlicher Ansprache erschließt. Und: Radup! muss sich nicht um feste (Auflade-)Stationen kümmern. Im engen Wuppertal ebene Stellflächen zu finden, ohne bestehende Auto-Parkplätze zu vernichten, halte ich für wirklich schwierig – oder teuer – oder beides.
Radup! hat aber nur einen geschlossenen Nutzerkreis, eine geringe Anzahl von Rädern und keinen sofortigen Verfügbarkeitsanspruch – (hier nochmal die Zusammenfassung und Stand 03/2016 oder da, oder da.).

Also: Flach kann jeder – vandalensichere Leih-Pedelecs hingegen, die auch hier in Wuppertal die Berge hochkommen, werden wohl oder übel teurer sein, als, die, die zum Beispiel in Aachen gebraucht werden.
Apropos Pedelec die Berge hoch – sorry, der Seitenhieb muss sein: Mir sagte jemand bei der Präsentation von Radup! auf der ADFC-Wuppertal-Mitgliederversammlung, dass Pedeles Quatsch sind, und man es mit einer guten Gangschaltung jeden Berg hochschaffen würde. Hoch ja, entgegnete ich, aber im Zweifel durchgeschwitzt, etwas das mit der Benutzung eines Pedelecs wegfällt. Und im Nachhinein, oder am nächsten Tag, sah ich – gemütlich vor meiner Haustür sitzend – mal wieder einen Mountain-Biker in voller Lycra-Montur, der an den von mir aus einsehbaren 100m 8-10%-Steigung scheiterte und abstieg. Jo, dachte ich, Schaltung – ist klar, Freunde. Etwa ein Viertel der nicht-unterstützten Wochenend-Mountain-Biker scheitert an dieser Steigung. Menschen, die zu mir kommen und mal eines meiner Pedelecs testen, schicke ich immer diesen Berg hoch – aus dem der Berg? wird schnell ein WOW – geil!

Anyway: nun, wie sieht das denn in anderen Städten mit groß aufgezogenen Pedelec-Verleihen aus: Aachen oder Stuttgart?
nextbike lässt sich den Verleih von Pedelecs rund um Stuttgart subventionieren und ist damit im Schaufenster Elektromobilität der Bundesregierung.
In Aachen und Stuttgart (und ich meine auch in Wiesbaden) gab es 2012 ein jeweils Pedelecs im Angebot von call-a-bike. Fünf Jahre später gibt keine Pedelec-Angebote von diesem Anbieter mehr. Das „Bike sharing made in Aachen“ war auch aus einem universitären Hintergrund entsprungen.
Ich bin gespannt, was die Chinesen so machen werden.

Und wenn ich mit der Konkurrenzsituation doch nicht Recht behalten sollte, dann gilt wenigstens die alte Kapitalisten-Weisheit: Konkurrenz belebt das Geschäft – oder warum auch immer ein weiterer Fahrrad-e.V. in Wuppertal gegründet werden musste. Vielleicht wird aber auch aus Konkurrenz Kooperation –

3 Gedanken zu „Pedelec-Verleih in Wuppertal

  1. Norbert

    Sind doch paradisische Zustände, wenn es genug Leute für mehrere Vereine oder Alternativ-Ansätze gibt. In anderen Städten reicht es ja höchstens für einen kleinen Verband.

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    1. von mir Beitragsautor

      Das Paradies liegt vor, wenn die Vereine zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur obsolet geworden sind ;-)
      So lange untereinander und gegenüber Dritten gesittete Umgangsformen gewahrt bleiben, ist auch alles gut. Wenn die alternativen Ansätze dann auch noch jeweils gegenseitig goutiert werden, weil zu jeder erdenklichen Seite noch viel Platz ist, kommen alle dem Paradies noch einen Schritt näher. Ein Ziel – viele Wege – ob Königsweg oder Sackgasse entscheidet dann die Nachwelt.

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