Herren- oder besitzloses Gut?

Fahrrad angeschlossen an Handlauf

Steht da doof, wenn jemand mit einem Kinderwagen von oben kommt

Oops. Da liegt ja jetzt das Schloss…

Oh, welch ein schönes Motiv für meinen Blog! Ein Fahrrad, das einen Gehweg blockiert. Nicht nur Radwege werden beklagenswerter Weise zugeparkt. Auch Radfahrer, die ihr Rad ohne viel Hirn abstellen gibt es. Hätte jetzt auch einen Artikel bebildern können, der auf den Mangel von Radabstellanlagen an der Bergischen Universität Wuppertal hinweist – ich bin da inhaltlich flexibel.

Als ich 20 Minuten später wieder daran vorbeiging, habe ich mich doch noch dazu hinreißen lassen, die Stellung etwas zu korrigieren und das Rad etwa 90° gedreht wieder an das Geländer gelehnt. Dabei fiel das Zahlenschloss runter.

Das kannst Du aber so jetzt nicht mehr stehen lassen, sagte mir ein mich begleitender Kollege. Ok, ich also zu der nächst größeren Ansammlung von sitzenden Menschen rein und laut gerufen: Gehört jemandem hier ein schäbbig abgestelltes CONWAY-Fahrrad? Nö.

Gut, Fundbüro ist mittags zu, also habe ich das Rad mit in mein Büro genommen. Schnell wieder runter gelaufen und einen Zettel mit Verweis auf meine Raumnummer an das Geländer geklebt.

Der Nachmittag verstrich, der nächste Morgen, keiner wollte das Rad abholen. War es selbst geklaut, dass es keiner haben wollte? Also Fund-Anzeige zur Polizei raus, Seriennummer und Foto des Rades als Anlage, und mich schon heimlich auf den Moment in 6 Monaten gefreut, wenn die Sache in meinen Besitz übergegangen wäre – wenn nicht doch noch jemand kleinlaut angekommen wäre und meinte, dass es sein Rad sei. Er hätte es am Abend zuvor dort im Dunkeln abgestellt und anschließend vergessen, dass er mit dem Fahrrad zur Uni gekommen sei. Ist ja auch ganz schön unwahrscheinlich gewesen.

2 Gedanken zu „Herren- oder besitzloses Gut?

  1. Alex

    Frage: Wie blau muss man sein, wenn man nicht mal Fahrrad und Stange in ein Schloss bekommt?
    Antwort: So blau, dass man vergessen kann, dass man mit dem Fahrrad gefahren ist und es an einer Treppe einfach kein Weiterkommen mehr gab.
    Tolle Geschichte!
    Passiert das den Wuppertaler Autofahrern auch öfters mal? Vielleicht gibt es deshalb so viele Fahrzeuge in der Stadt?

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    1. von mir Beitragsautor

      Du hast mir ja mal ’ne schlaflose Nacht bereitet … ich weiß nicht mehr auf welcher Party das war – oder ich weiß den Ort nicht mehr – irgendwann zwischen 1996 und 2001 sagte mir mein Gegenüber „Wo mein Auto steht, weiss ich nicht mehr, ich habe es seit 3 Monaten nicht mehr benutzt.“ Das hat mich damals sehr verblüfft. Aber ob das jetzt in Aachen, Köln, Bonn, Hamburg, Berlin oder Leipzig war, weiß ich nicht mehr – aber es war auf jeden Fall nicht in Wuppertal ;-)

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