Bombardier Talent und Integral S5D95

Der Zug durch den eigenen „Vorgarten“

Trotz eines NIMBYs ist nun geglückt, den Personenverkehr zwischen Mettmann und Wuppertal wieder auf die Schiene zu bekommen. Das freut vor allem erstmal zahllose Trainspotter, die längs der Strecke standen. Und vielleicht bewegt es mal Autofahrende, die den Schleichweg nach Düsseldorf über die B7 gewählt haben, ihr Fahrzeug gegen eine Fahrt mit der Bahn zu tauschen – am Haltepunkt Hahnenfurth/ Düssel.

Das Bezirksvertretungs-Sitzungsprotokoll zur Namensgebung hätte ich gerne mal gelesen – Hahnenfurth hat doch schon einen Bahnhof „Dornap-Hahnenfurth“ – Warum das nicht knackig „Dornap-Düssel“ heißt …

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, welcher Verkehr mit der Neueröffnung der Strecke verlagert werden kann. Eine Einschleifung nach Norden Richtung Essen am Abzweig Dornap hätte ich für deutlich sinnvoller gefunden, als eine Parallelstrecke nach Düsseldorf zu eröffnen. Wenn schon eine Rampe gebaut wird, die so steil ist, dass die Auswahl an Fahrzeugen, die sie bewältigen kann, gering ist. Wer will schon aus einer Schlafstadt von Düsseldorf (Wuppertal) in eine andere Schlafstadt von Düsseldorf (Mettmann)? Mir tun so ein bisschen die Menschen leid, die jetzt am Bahnhof Mettmann-Stadtwald einsteigen und Richtung Wuppertal fahren, weil der Zug, der nach Düsseldorf fährt, nicht mehr auf dem gewohnten Gleis, sondern auf dem anderen, bisher ungenutzen, losfährt. Dann ist es vermutlich schneller in Vohwinkel auszusteigen und in den nächsten Regional-Express nach Düsseldorf einzusteigen, als wieder die gleiche Strecke zurückzufahren.

Als Neu-Personenverkehr-Bahnstrecken-Anwohner versuche ich meinen Kindern die Verkehrswende und die Zunahme an schienengebundenen Verkehr schmackhaft zu machen und bin erstmal selber eine Runde mit der Bahn gefahren. Denn hören und sehen tun wir sie ja.

Da ich allerdings auch in einer Einflugschneise wohne, bin ich die zusätzlichen Geräusche durch Verkehr, an dem ich nur ganz ganz selten teilnehme, gewohnt. Flugzeuge haben keine Regelmäßigkeit und dadurch ein großes Nervpotential – aber dank Corona sind deutlich weniger Flugzeuge zu hören. Im April gab es nur noch abends Frachtmaschinen von Köln aus. Einen Airbus 320 im Sinkflug kann ich schon von einer sinkenden Boeing 737 unterscheiden. Den Talent mit der Flachstelle kenn ich jetzt auch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*